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Der Israelit · 1901-05-23 · Heft 40-41 (23.5.1901) · page 28

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 40-41 (23.5.1901)
Date
1901-05-23
Page
– (sequence 28)
Language
German
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918 MAMUMlWWWWiMWWW WWMWWMDWW Die beiden Geschäftsfreunde wohnten seit vielen Jahren in einem und demselben Gasthofe. Dort erledigten sie die noch erforderlichen Förmlichkeiten. Joelsohn legte die Fakturen vor und Pappenheim stellte die Wechsel aus. Zitternd setzte er seinen Namen darunter' es handelte sich um einen Betrag von 375,000 Gulden. Nach etwa acht Tagen kam Joelsohn zu seinem Freunde auf's Zimmer und sagte zu ihm: „Ich habe Ihnen wieder ein Geschäft vorzuschlagen, bei dem Sie sofort 50,000 Gulden in baar verdienen können: verkaufen Sie mir den Kaffee wieder zurück. Derselbe ist in den letzten Tagen so ungewöhn- "i. j ,rf%£=" Gothische Synagoge zu Brrdweis. ZMi - ^Erbaut von Max Fleischer. lich gestiegen, daß ich hunderttausend Gulden daran verdienen kann; die Hälfte des Verdienstes lasse ich Ihnen." „Es thut mir leid, daß ich Ihnen darin nicht zu Willen sein kann, denn ich stehe selber bereits mit zwei Abnehmern in Unterhandlung, die den Kaffee ebenfalls in baar bezahlen wollen und die ich jeden Augenblick erwarte." Kaum hatte Pappenheimer diese Worte gesprockren, als die beiden Herren eintraten und auf Abschluß des Geschäftes drängten. Herr Joelsohn bot darauf einen höheren Preis, und als die beiden Abnehmer darauf ihr Angebot noch erhöhten, schlug ihnen Pappenheim den Kaffee zu; er hatte Einhundertundzehntausend Gulden bei dem Geschäfte gewonnen und der ganze Betrag wurde Pappenheim sofort ausgezahlt. Als er mit Joelsohn wieder allein war, überreichte er ihm zehntausend Gulden als Entschädigung, die dieser auch nach einigem Zögern annahm. Pappenheim brannte der Boden unter den Füßen. Er wäre am liebsten sofort wieder nach Preßburg zurückaeeilt, um seinem Rabbiner zu erzählen, welch' wunderbaren Verlauf seine Reise genommen habe. Aber einige geschäftliche Engangements, die er in Leipzig außerdem eingegangen war, hielten ihn noch wenige .Ä Hermann Junker. Tage zurück. Sie gestalteten sich alle überaus günstig. Noch am vorletzten Tage traf er einen seiner Geschäftsfreunde. an deni er durch dessen Fallisement und Bürgschaft eine große Summe verloren hatte. Auch für diesen hatte die Leipziger Messe eine so günstige Wendung seiner Verhältnisse gebracht, daß er die Hälfte der schuldigen Summe sofort berichtigen konnte und die andere in wenigen Monaten zu zahlen versprach. Jetzt duldete es Pappenheim nicht länger auf der Leipziger Messe. Sie hatte mit Gottes Beistand nicht nur die Krise, die seinem Hause drohte, abgewendet, sondern ihm noch einen Gewinn gebracht, wie keiner seiner früheren Meßbesuche. Bevor er jedoch Leipzig

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