Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 37 (13.5.1901)
- Date
- 1901-05-13
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2446951-2449146-2449182--53339-2503984- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ffDWWWWWMM«! 23 Seelen war (!), so erschien es nicht recht, dass diese Portugiesen das grosse Glück, das so ganz mit dem Zweck übereinstimmte, den sie im Auge hatten, und das so nötig ist für die vielen Juden, die bei ihnen wohnen, entbehren sollten. Aber da der Eifer der Juden, unterstützt durch ihr Geld, durch geheimeUnterhandlungen verhinderte, dass man sie mit gerechtem Gericht bestrafte, so fand die heilige Inquisition nicht so bald Eingang in diesem Königreiche, bis Gott, unser Herr, der mit kleinen Mitteln grosse Sachen ausführt, zum Zeichen dessen, was er vermag, auf eine wunderbare Weise kam, um die Inquisition in folgender Form in jenem Königreiche einzuführen. Es hielt sich am Hofe Kastiliens ein Mann auf aus der Stadt Cordova, genannt Saavedra, von so grosser Geschicklichkeit, Schriften nachzuahmen und falsche Papiere anzufertigen, dass oft selbst diejenigen, von denen diese falschen Schriften ausgegangen sein sollen, sie von den ihrigen nicht unterscheiden konnten. Nachdem dieser verschiedene Dinge ähnlicher Art gemacht hatte, kam er darauf, in dem Hause des Nuntius von Spanien die Art und Weise zu erlernen, wie Hullen und apostolische Briefe angefertigt werden, und nachdem er ganz sicher in seinem Betrüge war, gelangte er in einer Begleitung , die seiner Absicht entsprach, nach Portugal als Gesandter des Papstes mit Privatbriefen und den daran befindlichen Siegeln und wurde ohne jeden Widerspruch durch den König und die Prälaten empfangen. Er errichtete dort seine Nuntiatur, führte die Inquisition ein, und da sie alle sie wünschten, so wurde es ihm leicht. Nachdem er seine Absicht erreicht und schon einige Juden gefangen hatte und gerade im Begriffe war, das erste Auto da fe zu feiern, kam die Nachricht von dem, was in Portugal sich ereignet hatte, nach Rom. Paul III., der damalige Hirte der Kirche, schaffte sofort Rat. Saavedra wurde gefangen, des Betrugs überführt und zur Galeere verdammt. Denn man gab ihm nicht die Todesstrafe wegen des grossen Nutzens, den durch seine List jenes Königreich erlangt hatte.“ P. Francisco möchte auch beweisen, dass trotz des halsstarrigen Widerstandes, den die Juden dem Glauben an die Dreieinigkeit entgegensetzen, dieser Glaube in ihrer Religion enthalten sei. Er sagt nämlich: „Rafael Arquilino erzählt, dass die Juden den Wöchnerinnen einen Zettel in das Bett legen, worauf folgende drei Namen geschrieben sind: Sanoy, Sansoni, Sanagalaps; ans Ende dieser drei Namen setzen sie den Namen des ' Allmächtigen. Und obgleich die Juden unter diesen Namen Engel verstehen, so sind die Gelehrten unter ihnen doch darin einig, dass es göttliche Namen sind, und dass jeder dieser Namen einen Zweig der Gottheit bedeute Denn es sind jene Namen keine hebräischen Namen, sondern egyptische, und nur zuletzt setzen sie den hebräischen Namen für Gott, wodurch sie zu verstehen geben, dass es in dem göttlichen Sein, das wie der Stamm eines einzigen Baumes ist, drei Zweige oder Aeste gebe, die wie drei göttliche Personen sind. Und sie legen dies, wie ich sage, in die Betten, damit die Frauen vor Uebel bewahrt werden; aber sie selbst verstehen es nicht. Wenn sie sich die Hände waschen müssen, so sollen sie sich nur dreimal Wasser überschütten. Wenn sie etwas von Wichtigkeit zu schreiben haben, so baden sie sich dreimal(?). Beim Eingang des Hauses haben sie an der Thüre zur rechten Seite ein Pergament, beschrieben mit jenen Worten des Kap. 6 des Deuteronomiums: „Höre Jsrael u. s. w “ und darüber steht der Name Gottes, mit drei Buchstaben geschrieben. Und wenn sie das Haus verlassen, berühren sie mit drei Fingern jenen Namen, mit dem einen Finger berühren sie dann das rechte Auge, mit dem andern das linke und mit dem dritten den Mund (?). Auf den Tisch legen sie drei (?) Brote, eins über das andere, und das erste, was sie thun, sie schneiden drei Stücke ab und geben sie den Hausleuten. Und trotzdem sie bei allen diesen Sachen das Geheimnis der Dreieinigkeit ahnen, und das göttliche Licht gekommen sein muss, um sie zu belehren, so wollen sie es weder zulassen, noch glauben, sondern spotten über uns und unseren heiligen Glauben.“ Der Verfasser weiss auch zu berichten, dass der Geschichtschreiber Josephus das Christentum und seinen Stifter erwähnt. Er meint offenbar die bekannte, von den Gelehrten als interpoliert nachgewiesene Stelle, fügt aber noch anderes hinzu, was nicht einmal in jener Stelle enthalten ist. „Ein berühmter Jude, Josephus, der das Buch schrieb de antiquitatibus, spricht von den natürlichen Vorzügen unseres Herrn, obgleich er selbst noch in Unwissenheit versunken war. Er sagt: In diesen Tagen erschien ein Mann in Judäa, wenn man jemanden einen Menschen nennen darf, der Wunder vollführt. Dieser war Meister derjenigen, welche der Wahrheit folgten, und er wurde auf Befehl des Pilatus angeklagt und gekreuzigt. Aber die, welche ihn liebten, hörten nicht auf, ihm nachzufolgen; er stand vom Tode auf am 3. Tage, und dieses und die