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Der Israelit · 1901-05-13 · Heft 37 (13.5.1901) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 37 (13.5.1901)
Date
1901-05-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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842 wenigstens für mich —" fügte sie in Gedanken hinzu. Elise war pünktlich beim Stelldichein erschienen, und zwar geschah dies auf ausdrückliches Verlangen ihrer Vertrauten, der Frau Fischer. Befremdet vernahm der junge Doktor die Bitte, der blinden Frau Fischer eine Zusammenkunft zu gewähren oder eigentlich sie in ihrer Wohnung zu besuchen. „Was kann mir diese Judenfrau wollen?" fragte kopfschüttelnd der Doktor. „Bitte, kommen Sie nur, lieber Freund. Sie wissen gar nicht, wie gütig sie ist; so gut und so gelehrt." „Gelehrt? Die gelehrten Frauen sind niemals mein Ideal gewesen, und gar die alten nicht. Am Ende sind Sie auch bei dieser gelehrten Jüdin in der Schule gewesen?" „O, Sie Spötter!" verwies Elise ihrem Verehrer diese leichtfertige Aeußerung. „Ich kann mich weder was Geistesnoch Herzensbildung betrifft, mit dieser hervorragenden Frau messen, und bin auch nicht so unbescheiden, einen Vergleich mit ihr von Andern zuzulassen, finde es auch für überflüssig, die allbekannten Vorzüge meiner mütterlichen Freundin Jemand gegenüeber aufzuzählen und sage Ihnen daher blos das Eine, dass ich es einzig und allein ihrem Dazuthun und ihrer Fürsprache verdanke, daß ich in das Haus meiner gütigen Pflegemutter gekommen und daselbst wie das Kind des Hauses ausgenommen und behandelt wurde." Elise erzählte ihrem aufmerksamen Zuhörer haarklein die ganze Begebenheit, wie wir sie zu Anfang dieser Erzählung geschildert haben, beschrieb mit so be- '.vegten Worten den wunderbaren Einfluß, den diese Frau auf ihre Erziehung gewonnen, daß dem jungen Doktor nicht nur die Spottlust vollständig vergangen, sondern seine Augen beim Anhören feucht wurden. Genug, liebes Fräulein," sprach er, „ich komme sicher, und zwar schon morgen, und wäre es nur, um diese seltene Frau, die mir meine Elise so herangebildet, kennen und verehren zu lernen." „Das sollen Sie auch, mein Freund?" (Fortsetzung folgt.) Räthsel Kehr ich in Deinem Hause ein, Dann kann keine Ruhe sein, Werd' ich mich aber links umkehreu Kann jeder leicht sich vor mir wehren. Vertreiben kann mich das schwächste Kind Mit einem Hauch vom Mund geschwind! Legst 10 zu meinem Vermögen dann Bin ich gar bald ein reicher Mann, Doch wirst Du 80 von mir nehmen, Arm werd' ich und muß niich schämen!! P. Dt. Goldschmidt, Thoraschreiber, Luzern. Wochen Kalenknr Freitag, 17. Mai. 28 Jjar, Sabbat-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 7 Uhr 35 Min. Samstag, 18. Mai, 29. Jjar. rTrrao ,"0ied. Sabbat-Ausgang in Mainz und Frankfurt a. M. 9 Uhr 00 Min. — Berlin 8 Uhr 53 Min. - München 8 Uhr 35 Min. — Hannover 9 Uhr 05 Min — L-tuttgart 8 Uln .54 Min. — Prag 8 Uhr 35 Min. —- Straßwirg 8 Uhr 55 Min. — Posen 8 Uhr 41 Min. Sonntag, 19. Mai, 1. Siwan, tsnn t£30. Dei ..JSraelit" erscheint vrtfcheutlicti zweimal, Noatagi and Donnerstags, jedesMal \m Mlndi-Üe,.: j'uei Bogen. P'eir pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend hther. Mas nbniinirt ganzjährliq. halbjährlich ob r vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehme» Bestellungen an. — Oh Oiichbnndrl verkehrt durch V F. Steinacher, Leipzig, Nostplatz jö. — Inserate 25 Pfennig die »ierpespalten« Peinzeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclamelhell 75 Pfennig. — Direete Francotchenduna unirr Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich t4 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für's Angl an» IT Mark, an dt« Expedition franco eiusendeu. Postzeitungsliste 3702. Telephon 315. Eine Rücksendung der an die Redaktion eingesandten Manuskripte findet nicht statt, man bittet sich von allen Einsendungen eine Eopie zurückzubehalte». Stellensnchende erhalten auf Wunsch die Jnferaten-Beilage vier Woche« lang gratis nnd franko znaesandt. Ebenso stunde« wir auf Wunsch die Zahlung deS JnsertionSbetrags an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Inhalt: (Hauptblatt): Leitender Artikel: Stille sein! — Zeitungsnachrichten u. Correlvondenzen: Deutschland: Verlin. Frankfurt a. M. Potsdam. Aus dem Unter-Elsaß. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Aus Ungarn. Italien: Rom. Däncwark: Kopenhagen. England: London. Amerika: Rewyork. Palästina: Jerusalem. Jaffa. — Vermischtes. — Feuilleton: Eine pebtldete Frau. (Fortsetzung.) — Räthsel. Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten u. Corresvondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Leipzig. Schwerin. Wattenscheidt. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Rußland: Petersburg. Persien: Teheran. Blätter für jüdische Geschichte und Literatur. Extra-Beilage: Spenden Verzeichnisse. Verantwortliche Redaktion Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit*, Schottstraße Nr. 2. Mainz. Druck nnd Berlaa der Ioh. Wirlh'schen Holbuchdruckerei Aetien-Gesellschost in Moinz Hierzu drei Beilagen.

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