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Der Israelit · 1901-05-13 · Heft 37 (13.5.1901) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 37 (13.5.1901)
Date
1901-05-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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549 religiös-gesellschaftliche Angelegenheit ist. Dieser Ansicht schloß sich auch der höchste Gerichtshof des Landes an. Erfreulich aber ist, daß alle Parteien des Judenthums einig sind in der Bekämpfung ves gemeinsamen Feindes: ves Antisemitismus. Italien. Nom, 7. Mai. In der Kammer crwiederte auf eine Anfrage Delbazos der Minister Demartino, die türkische Regierung suchte im Jahre 1900 zweimal bei den Vertretern der fremden Mächte in Konstantinopel um deren Intervention nach, um die „Niederlassung ausländischer Israeliten" auf türkischem Gebiete zu verhindern. Die fremden Missionen hätten das erste Mal geantwortet, daß sie den geforderten Maßnahmen nicht zustimmen könnten. Auf die zweite Anfrage hätten sie überhaupt nicht geantwortet, mit Ausnahme der italienischen Botschaft, welche der türkischen Regierung mittheilte, daß sie sich mit den gewünschten Maßnahmen nicht einverstanden erklären könne, da sie den zu Recht bestehenden Grundsätzen widersprächen, welche nicht zuließen, daß in religiöser Hinsicht Unterschiede zwischen italienischen Staatsbürgern gemacht würden, die nach dem Auslande reisten. Die Frage scheine damit erledigt. Sollte sie nochmals auf die Tagesordnung gebracht werden, was anzunehmen man leinen Anlaß habe, so würde die Regierung sich auch weiter auf der bisher eingeschlagenen Linie im Einklang mit den übrigen Mächten bewegen. (Beifall.) Dänemark. Kopenhagen, 7. Mai. Am vergangenen Sonntag war der hundertjährige Geburtstag des fei. Dr. A. A. Wo l f f, der bekanntlich 60 Jahre hier das Oberrabbinat in Dänemark bekleidete und während dieser langen Zeit sich ein unvergängliches Denkmal in Aller Herzen gesetzt, die das Glück hatten, diesen herrlichen Mann zu kennen, und den reichen Schatz seiner tiefen Kenntnisse bewundern zu können. Weit über Dänemarks Grenzen ist sein Name gekannt und als Redner glänzte er, wie wohl selten Einer, durch die hinreißende Kraft der Sprache und die mächtige Fülle der allseitigsten Weisheit und Tiefe der Gedanken. In der hiesigen Religionsschule wurde nebst dem alljährlichen Examen ein besonderes Fest zu seinem Andenken gefeiert, wo Herr Oberrabbiner D. Simonson (Vorstand der Schulet in einem tiefgefühlten und begeisterten Vortrag seine. Bedeutung für die Schule hervorhob und die zahlreichen Zuhörer aufforderte, in seinem Sinne zu wandeln. England. London. (Empfang einer jüdisch en Deputation durch König E d u a r d VH.) In der Monatsschrift des „Board of Deputies" theilte ver Vorsitzende, Sir Sebag Montefiore, vor Beginn der Tagesordnung mit, daß König Eduard VII. sich bereit erklärt habe, eine jüdische Deputation zu empfangen, welche ihn im Namen der englischen Judenheit zu seiner Thronbesteigung beglückwünschen soll. Es ist das seit dem Diamonteniubiläum der verstorbenen Königin Viktoria das zweite Mal, daß den Juden Englands gestattet wird, stch huldigend dem Throne zu nahen. Die Zahl der Deputirten, welche damals eine Glückwunschadresse überreicht hatten, durfte aber fünf nicht übersteigen. Nach erfolgter Thronbesteigung des jetzt regierenden Königs begnügte sich das „Board" anfangs damit, daß es im Verein mit der „Anglo-Jewish-Assoeiatioran den König eine Glückwunschadresse sandte. Als jedoch später bekannt wurde, daß die Katholiken an den König eine Deputation abgesandt haben, bewarben sich die Juden um die gleiche Gunstbezeugung, welche ihnen auch bereitwilligst zugesagt wurde. Die Deputation wird aus 28 Mitgliedern bestehen, wobei das „Board" 14 Mitglieder, darunter Sebag Montefiore, Samuel Montage, Leopold de Rothschild, sowie die Mitglieder des Unterhauses, Walter Rothschild und B. L. Cohen, entsenden wird. Die „Anglo-Jewish- Assoeiativn" entsendet acht Mitglieder, darunter die Herren Elaude Montefiore, George Faudel Philipps, Edward Sassoon und D. Mocatta. Die Geistlichkeit wird durch Ehief Rabbi Dr. Adler für die Hauptgemeinde, Chacham Dr. Gaster für die Sephardische Gemeinde und Rev. Dr. Marks für die Londoner Reformgemeinde vertreten sein. Wie uns berichtet wird, wurde die Deputation bereits in feierlicher Audienz empfangen. Se. Majestät dankte für die Adresse und versicherte, das bisher obwaltende Prinzip, die Gleichheit aller Konfessionen aufrecht zu erhalten, auch ferner zu vertreten. Amerika. Newyork, im Mai. (P r ü f u n g s t e r m i n e . die auk jüdische Feiertage fallen, sollen an der Columbia-Universität vermieden werden.1 Die nachstehende Korrespondenz zwischen der „Union of Orthodox Congregations of tss? U. S." und dem Präsidenten der Columbia-Universität, Herrn Seth Low. erklärt sich von selbst. Die genannte .Kongregation hatte an Herrn Low folgendes Schreiben gerichtet: „Werther Herr! Da ich Ihr ernstes Verlangen kenne, den religiösen Suseeptibilitäten Ihrer Studenten Rechnung zu tragen, so nehme ich mir die Freiheit, Ihnen die folgende Liste unserer Feiertage zuzusenden, an denen es ft'ir gewissenhafte Israeliten ungesetzlich ist, sich weltlichen Beschäftigungen hinzugeben. Es sind dies: Ostern: 4., 6., 10. und 11. April; Pfingsten: 24. und 25. Mai; Neujahr: 14. und 15. September; Versöhnungstag: 23. September; Laubhüttenfest: 28. September: Laubhütten-Ende: 5. Oktober und alle Sams-

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