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Der Israelit · 1901-05-06 · Heft 35 (6.5.1901) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 35 (6.5.1901)
Date
1901-05-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
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SOS der Anblick der schönen blauen Donau, die aber in Folge der letzten häufigen Regengüsse eine tiefgelbe Färbung angenommen, machte ihr Herz vor Freude beben. Noch vor Eintritt der Dunkelheit fuhren sie in den prachtvollen Bahnhof ein. In der Ankunftshalle stand schon, sie erwartend, Vetter Anton, ihr zur Seite ein geckenhaft aufgeputzter, blasirt dreinschauender junger Mann — Bartas Stiefsohn Poldi. Barta hatte sofort seine Base erkannt und ging ihr mit ausgesuchter Zuvorkommenheit entgegen, ihr gleich seinen Sohn Poldi vorstellend. Gundel reichte beiden freundlich die Hand und sagte, aus die verlegen dastehende Elise zeigend: „Dies ist mein Töchterchen, das mit mir Deine Gastfreundschaft theilen wird, wenn Du es gestattest." „Freili, freili, gern, wir haben ja Platz genug!" Es bedurfte jedoch nicht erst des erfahrenen Scharfblickes der Lehrerin, um zu erkennen, daß ihm diese Worte nicht von Herzen gekommen, und daß er Mühe hatte, seine Enttäuschung hinter einem verbindlichen Lächeln zu verbergen. Poldi versuchte es, bei Elise den Liebenswürdigen zu spielen, wurde aber ziemlich kühl abgefertigt. So sehr sich auch Later und Sohn bemühten, den Gästen vom Lande zuvorkommend zu begegnen, so kalt und unnahbar blieb Frau Marg^eth gleich am ersten Abende ihnen gegenüber. Sie konnte es ihrem Manne nicht verzeihen, daß er diese Gäste in's Haus geladen, ohne vorher mit ihr, der Hausfrau, Rücksprache genommen zu haben, was sie zum mindesten recht rücksichtslos von ihm fand, und es dann fast unwillkürlich die ahnungslosen Gäste selbst entgelten ließ. Nach eingenommener Abendmahlzeit wurden Pläne für den folgenden Tag gemacht. Natürlich in erster Reihe wurde der Besuch der Ausstellung projektirt; den Abend sollte ein Theaterbesuch beschließen. Da zeigte sich die Verschiedenheit des Geschmackes bei den Tischgenossen. Gundel, welche zuerst um ihre Meinung gefragt wurde, wäre am liebsten in's Opernhaus gegangen, wo eine Wagner'sche Oper lockte, Elise zog es in's Buratheater, wo eine Schiller'sche Tragödie aufgeführt wurde. El'.se mahlte sich dies so schon aus, wie sie im Theater auf jedes Wort, auf jede Bewegung achtgeben wollte, aber beide wurden von dem Hausherrn und dem Poldi überstimmt. „Nix da von dem Wagner'schen Gedudel und dem Schiller'schen Geflenn. In's Karltheater müssen's gehn," rief voller Begeisterung der junge Wiener aus, „dort spielens morgen die „Hundert Jungfraun," da Werdens die drei größten Komiker der Welt zu sehen kriegen: Matras, Knack und Blasel, da Werdens sich bucklig lachen, das ist ein Hauptspaß." Gundel winkte Elisen zu, und diese unterdrückte die erregte Entgegnung, die sie eben machen wollte. Beide willigten ein, das Karltheater zu besuchen, nachdein die Hausfrau, um ihre Meinung gefragt, äußerte, daß sie bei der Hitz' in kein Theater geh' und lieber im Hotel Austria auf die Andern warten wolle. (Fortsetzung folgt.) Wochen-Walenöer Freitag, 10. Mai, 21 Jjar, Sabbat-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 7 Uhr 30 Min. Samstag, 11 Mai, 22. Jjar. npra td. Sabbat-Ausgang in Mainz und Frankfurt a. M. 8 Uhr 50 Min. - Berlin 8 Uhr 39 Min. — München 8 Uhr 25 Min. — Hannover 8 Uhr!.52 Min. — Stuttgart 8 Uhr 44 Min. — Prag 8 Uhr 25 Min. — Straßdurg 8 Uhr 45 Min. — Posen 8 Uhr 28 Min. Der „JSraelit" erscheint wöchentlich iweimil, Montag» Hnd Donnerstags, jedetMal h mindeste«s zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Au-land entsprechend höher. 3fr» abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehme» Bestellungen «n. — Der Buchhandel verkehrt durch V. % Klriuarkrr, Leipzig, Rastplatz)v. — Inserate 25 Pfennig die »tergespalteu« Peritzeile »der deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Direete Francozuiendung unter Streifhaud pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Marl oder 16 Kronen österr., für'» Antian» 1« Marl, an di« Expedition franco etuseudeu. Postzeitungsliste 3702. Telephon SIS. Eine Rücksendung der an die Redaktion eingesandten Manuskripte findet nicht fintt, «nn kittet doOhnlh, fich von alle» Einsendungen eine Copie zurückzubehntte». Stellensnchende erhalten auf Wunsch die Juseraten-Beilage vier Wochen lang gratis »nd srane» zugesandt. Edens» stunde» wir auf Wunsch die Zahlung deS JnserttonSbetragS an anher Stelle Befindliche dt» nach Erlangung einer solche». Inhalt: (Hauptblatt): Leitender Artikel: Das orthodoxe Judenthum. — Zeitungsnachrichten u. Corresvondenzen: Deutschland: Cöln. Mechernich. 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