Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 34 (2.5.1901)
- Date
- 1901-05-02
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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776 Berickte des Schulinspektors als vorzügliche Anstalten bewährt, und es ist der Gemeindebehörden unabweisliche Pflicht, diese Anstalten mit allen Mitteln auszurüsten, um ihr Vorwärtskommen nach besten Kräften zu fördern. Für die Privatschulen ergibt sich, daß die Zahl der Knaben gegen das Vorjahr unbedeutend gefallen, gegen die früheren Jahre dagegen gestiegen ist. Zahl und Prozentsatz der Schüler ohne Unterricht hat abgenommen. Es betheiligten sich nicht am Religionsunterricht unter 209 Knaben der älteren Jahrgänge 17 (gleich 8,13 pZt.), unter 160 Knaben in den jüngsten Jahrgängen 36 (gleich 22,50 pZt.), dementsprechend unter 1325 Mädchen 105 (gleich 7,92 pZt.), unter den 606 jüngeren 122 (gleich 20,13 pZt.) Das Provinzialschulkollegium hat den Tabellen die Bemerkung beigefiigt, daß die Berechnung bei den Privatschulen eine erhebliche Zunahme der Zahl der Knaben sowohl wie der 'Rädchen ergeben habe ,die keinerlei Religionsunterricht erhalten. Diese Bemerkung ist offenbar irrthümlich, da die Zahl der Schüler ohne Unterricht geringer geworden ist, wenngleich in den älteren Jahrgängen eine wesentliche Zunahme stattgesunden hat. Diese Thatsache ist auf den unglückseligen Erlaß zurückzuführen, daß, wie bekannt, die jüdischen Schüler nur innerhalb des schulpflichtigen Alters den Nachweis zu erbringen haben, daß sie jüdischen Religionsunterricht genießen. Die Gemeindebehörden werden dafür Sorge zu tragen haben, daß diese Beschränkung möglichst bald beseitigt wird. Die Kinder werden verpflichtet werden müssen, genau wie die den anderen Konfessionen angehörenden am Religionsunterrichte sich während der ganzen Dauer ihres Schulbesuches zu betheiligen. Die Anzahl der jüdischen Mädchen in den Privatschulen ist fast stetig gefallen, dagegen hat die Zahl derer ohne Unterricht zugenommen. besonders läßt der jüngste Jahrgang eine .wesentliche Steigerung erkennen. Für die bisher ge nannten fünf Arten Schulen ergeben sich folgende Schlußzahlen: 03ciammt',af)(! ofjiie Unterricht Pro^ntsiil?. Knaben.j .‘3426 | 2414 6.3 I3ß 1,9.5.63 Mädchen.3409: 2329 144 172: 4,22 7,21 Interessante Aufschlüsse ergibt auch die zweite Tabelle, der zwischen den Jahren 1897—98 und 1900—01 berechnete Vergleich, welcher überall eine sehr erfreuliche Steigerung der Zahl der am jüdischen Religionsunterrichte Theil nehmenden Kinder ersehen läßt. Es ergeben sich hier, wenn wir die oben gegebene Reihenfolge der Schulen: 1) höhere Lehranstalten, 2) öffentliche höhere Mädchenschulen, 3) städtische Gemeindeschulen, 4) jüdische Schulen, 5) Privatschulen, innehalten, folgende Zahlen:!j ©CnmintsafU : ohne Unterricht i Prozentsatz. :?t 2 8 71 i - 7?§ '=! Für 1» Knaben . 1 3043 2972 133 60 4,37 2,02 Für 2 Mädchen . . 704 156') 380 : 2c '24,30 1,28 .. Knaben . 1739 1901 196 88 11,27 4,63 >v»r 3) Mädchen . . 1847 1823 143 99 7 78 3.78 Knaben . . 612 598 Für 4) Mädch n . .! 47 s 424 — Knaben . . 344 369 73 .33 •1,22 114,36 Für 5) Mädchen . . 201 I 1931 32« > 227 15,91 41,76 also insgesammt: i an Knaben . . 5738 5840 4- «2 | 201 7,CO: 3,44 Mädchen . . .3930 5738: 843 316 14,21 5.51 Herr Professor Blaschke hat sich auch in diesem Jahre der danlenswerthen Mühe unterzogen, zu den erstgenannten Tabellen eine Ergänzungstabelle anszu arbeiten, welche in übersichtlicher Weise die Zahl der Knaben und Mädchen an den öffentlichen höheren Töchterschulen, an den Gemeinde- und Privatschulen enthält, welche am christlichen Religionsunterrichte theilnebmen. Wir erhalten hier folgende Ziffern über die Vetheilignng: Prozrntsae 5 Z (V> — 3 ■ (Vn’nuitm: §■=2 ' I ' j: •■1 TZ %iH%\. ff 68 12(31,58%)!26( 68.42«/..) 2,43 1,22 4,51 .viir d. städtischen Ge f , i nu’iiiivn'lmU'ii: ||!; .Umitu-n . Jl05:12(il.43%V93(88 57%)%>,52 1,52 8.38 Mädchen. . || 0511(16,92% ,54(83,0S°/o); 3,56 1,31 5,48 Fürd. Pnva<sc>>»!,'ii 8! j 1 Knaben . . jj 34j 1 (2,94%)|33(97,00°/o) 9,21 ',4820 62 Mädchen . . ’;115j25(21,740/o);9U(78,26°/o): 5,96 4,8914,85 Ans der Ergäuzungstabelle wird ersichtlich, daß zum größten Theil die drei jüngsten Jahrgänge unter den Knaben, wie unter den Mädchen, am evangelischen Religionsunterricht sich betheiligen, während die Anzahl aus den älteren Jahrgängen demgegenüber nur als eine geringe bezeichnet werden darf. Die größere Betheili gung der jüngeren Kinder resultirt leider aus dem sehr bedauerlichen Jrrthum der Eltern, lvelche ihre Kinder am christlichen Unterrichte Theil nehmen lassen. >veil nach ihrer Meinung in den untersten Klassen nur das alte Testament gelehrt wird. Au den städtischen Gemeindeschulen ist die Zahl der Knaben mit christlichem Unterricht von 62 im Vorjahre auf 105 gestiegen: diese Zahl übersteigt sogar noch bedeutend die 'Anzahl — 88 — derer, die gar keinen Unterricht genießen. Bei den Mädchen ist die Zunahme nicht ganz so bedeutend. Im Vorjahre betheiligten sich