Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 32 (25.4.1901)
- Date
- 1901-04-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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723 ist Herr Dr. Mar Jsserlin aus Königsberg zum Assistenzarzt berufen worden. Unserem hochverdienten Ehrenmitgliede Herrn M. A. Wolfs, unseren Ehrendamen Frau Bertha Baruch und Frau Rosa Bonn, den Herren Delegierten in Berlin, sowie unseren Herren Aerzten sei an dieser Stelle für ihre unermüdliche Thätigkeii ebenfalls der wärmste Dank ausgedrückt. Die Verwaltung besteht aus den Herren Dr. med. E. Rosenbaum, Mich. Mos. Mainz, Lismann Fürth. Daniel August Worms, Bernhard Frenkel, Manfred S. Goldschmidt und Heinrich Wiesloch. Die Ausgaben für Aerzte, Arzneien, Bäder, Haushaltung etc. betrugen Mk. 48,000, das Anstaltsvermögen beträgt Mk. 192,000. E i n Kurasyl für Lehrerinnen ohne Unterschied der Konfession und Ration wird am 1. Mai hier eröffnet. Wenig bemittelte Lehrerinnen, denen ärztlicherseits der Gebrauch der Emser Quellen anemvfohlen ist, erhalten Wohnung, ärztliche Behandlung, Bäder und Inhalationen gratis; auch von der Kurtaxe werden sie befreit, und sie reisen auf den deutschen Bahnen zu ermäßigten Preisen. Kost wird nur auf Wunsch, für drei Mark täglich, zum Selbstkostenpreis, im Hause gewährt. Lehrerinnen indischen Glaubens können also, gleich den andern, ihre Mahlzeiten in beliebigen Restaurants einnehmen, und werden iibrigens auch in Allem, z. B. in Bezug auf Aufnabme, genau wie die Andern berücksichtigt. Anmeldungen sind zu richten an den dirigirenden Arzt und Vorsitzenden des Vorstandes Herrn Dr. Ed. Aronsohn in Ems. An» Württemberg, 23. April. „Zur Neuregelung des israelitischen.Kirchenwesens in Württemberg" erschien dieser Tage, allerdings etwas spät, eine weitere an die Kgl. Israelitische Oberkirchenbehörde gerichtete Eingabe, die ausgeht von dem sog. „Kulturverein" in Stuttgart. Dieselbe würde an und für sich wohl kaum eingebendere Beachtung für würdig zu halten sein, wäre nicht ibr Verfasser ein Mann, der sich in der israelit. Gemeinde zu Stuttgart weitgehenden Einflusses erfreut und aus anderen als religiösen und jüdisch-wissenschaftlichen Gebieten nicht unrühmlich sich auszeichnet. Da aber da? Komitee, von dem jene Eingabe versendet wird, nun auch an die Oeffentlichkeit sich wendet und sogar eine von Hans zu Haus gehende Sammlung von Unterschriften in die Wege leitet, so ist es unabweisbare Vslicht jedes unvarteiischen, für das Wohl seiner Glaubensgenossen besorgten Israeliten, seine Stimme zu erheben und dringend abzuraihen, jener Eingabe durch llnterschrift beizutreten. Denn sie besteht in einem Theile aus Abhandlungen, die in gar keinem oder sehr losem Zusammenhang mit der Beantwortung der von der Kgl. Ober-Kirchenbehörden gestellten Fragen stehen, dostE aber ziemlich viel Irribümer und falsche Beobachtungen enthält. Im anderen Tbeile werden Vorschläge ausgesprochen und Wünsche geäußert, „die nicht nur der Religion nichts nützen, sondern direkt Schaden zu bringen geeignet sind." Des weiteren werden im Tone selbstbewußter Gewichtigkeit Anordnungen und Einrichtungen als neu gefunden anempfohlen, die theils von jeder bestehen und in Gebrauch sind, theils an Selbstverständlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen. Dagegen vermißt man eine klare strikte Beantwortung der von der Kgl. Behörde vorgelegten Fragen, die so präcile und unzweideutig aufgestellt sind. Uebrigcns erfahren wir auch, daß die Mitglieder des obengenannten Vereins selbst zu einem großen Theile nichts weniger als einverstanden mit den Ausführungen ihres Wortführers sind. Trotzdem aber ist es heilige Pflicht jedes Israeliten, ohne Unterschied der religiösen Richtung, der Unterzeichnung jener Eingabe, die auch außer der Hauptstadt verbreitet wird, entgegenzuwirken. Wir werden nicht ermangeln, diese unsere Haltung in den nächsten Nummern zu rechtfertigen und begnügen uns für heute mit diesen wenigen Worten, denen der Erfolg nickt fehlen wird bei demjenigen, der jene Druckschrift nur halbwegs aufmerksam lesen wird, denn sie selbst spricht schon gegen sich. Haivri. Lennfeld (Baden). Am Sabbat Saßrija Mezorah veranstaltete die hiesige Gemeinde zu Ehren der stsijährigen Thätigkeit des Herrn Lehrer N. W o l f in Sennfeld eine Feier, die sich zu einer imposanten Kundgebung für den Jubilar gestaltete. Die Gemeinde überreichte Herrn Wolf als Zeichen der Hochschätzung und feiner treu geleisteten Dienste einen prächtigen Po lal mit entsprechender Inschrift. Herr Bezirksrabbiner Dr. L ö w c n st e i n aus Mosbach hob bei der Festpredigt, vaelche ein wahres Meisterwerk der Rhetorik loar, die besonderen Verdienste des Jubilars hervor, die er sich schon um das Wohl der Gemeinde erworben habe. Rührend war der Augenblick, als Herr Bezirksrabbiner Dr. Löwenstein bemerkte, daß er zwar keine Orven verleihen könne — Herr Lehrer Wolf besitzt nämlich die goldene Verdienstmedaille — aber das, was er vergeben könne, bringe er ihm heute mit, nämlich den „Ebower"-Titel. Am Nachmittag fand ein Bankeit statt, woran sich nickst nur die Gemeindemitglieder von Sennfeld und Adelsheim stetheiligten, sondern auch der Ortsgeistliche, die Lehrer, die gesummte Gemeindeverwaltung und sehr viele Ortsbürger von Sennfeld waren anwesend, welche in schönen Morien ihren Freundschaftsgefühlen für den Jubilar Ausdruck verlieben. Möge es Herrn Wolf noch lange vergönnt sein, den ' erhaltenen Ehrentitel in steter Gesundheit führen zu lönnen. O e st e r r. -1! n g a r. Monarchie. Wien, im Nissan. Am 14 April fand eine von 129 Personen besuchte Versammlung in Sachen der geplanten Vereinigung der orthodoxen Juden Wiens statt.