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Der Israelit · 1901-04-18 · Heft 30 (18.4.1901) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 30 (18.4.1901)
Date
1901-04-18
Page
– (sequence 18)
Language
German
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696 verzögere). Denn es heißt: Gebet Berauschendes dem Unglücklichen und Wein dem verbitterten Gemüthe. Es war auch der Brauch in Jerusalem, daß vornehme Frauen dem zum Tode Verurtheilten diesen letzten Trunk spendeten, oder er wurde auch aus öffentlichen Mitteln bewilligt. Das. 43 a.) '12 p' bv d'ü2 rua^ bw onp ppiw m1? xxnn '"o1? pi 12V» :;n (x*1? Pro "icxjs? toi spant? , prx mxaei *n:njra rn npi c't?j x’;m ,rs: la'S bvü xnsnco *xi xn V’O Pro nnp’ o*tw aunn xb .(X7 ,j’'2 et?) Das Ergebniß dieser Abhandlung ist, daß vom Standpunkte des jüdischen Schriftihums Alkohol in geringer Menge und vorzüglich Wein von zuträglicher Wirkung ist, während der Genuß größerer Mengen die schädlichsten und unheilvollsten Folgen haben kann. Es ist eines von den Dingen, von welchen das Wort des Talmud gilt: Viel ist ungesund, wenig oortheilhaft. (Gitin 70.) .(7 pvl) p- ETiC N* IS* i'C'rE' rtrp pn to Darum ist es für den Israeliten ein Gebot der Selbsterhaltung, ein Gebot der Moral und Sittlichkeit, des Anstandes und der Vernunft, stets bedacht zu sein auf die heilige Pflicht der Selbstheiligung und der Enthaltsamkeit, und bescheiden und anständig Maß zu halten im Gennffe geistiger Getränke; auf der Hut zu sein, daß er seine Selbstachtung, seinen sittlichen Werth nicht einbüße, strenge Wacht über sich u. über seine Mitbrüder zu halten, auf daß nicht durch ungeziemendes Benehmen und Betragen der jüdische Name und damit auch der heilige Name Gottes verunglimpft und geschändet werde. Es ist des Israeliten heilige Pflicht, seinen Nächsten mit sittlichem Ernst zu ermahnen und ihm die traurigen Folgen vorzuhalten, so er die Neigung zum Trünke bei ihm erblickt, wie einst der Priester Eli die betende Channa zurechtgewiesen, weil er sie für berauscht hielt. (Berachot 31.) p:n uxtr i2i nxrp [X2ü ,pi2t?n wo 17 P7 nPx icxi (X'b Sp m2“!2) :n'2!7p 2"Nt? TO'27!2 Jüdischer Mensch; „Halte Dich fern von allem Häßlichen und Unanständigen und von allem, was dem gleicht!" P norm joi 17*27! p pmn. Zeitungsnachrichten unv Korrespondenzen. Deutschland. Berlin, im April. (Die Schönstedt 'sche Saat r e i f t.) In der „Staatsbürgerztg." lesen wir: Wittenberge, 29. März. (Juden als Richter.) Unsere Stadt hat 16,000 Einwohner, davon 50 Juden. An dem hiesigen Amtsgericht sind zwei Amtsrichter und ein Asseffor thätig. Der aufsichtführende Richter ist ein Jude. Warum muß der erste Richter, der doch seiner Abstammung nach einem ganz geringen Bruchtheil der Einwohner angehört, gerade ein Jude sein? Dieser Zustand, der in unserer Bürgerschaft schon wiederholt Anlaß zu unliebsamen Erörterungen gegeben hat, besteht schon seit dem Jahre 1880. Die Ausführungen des Justizministers über die Juden in der Justiz haben hier mit Recht diese Frage in den Vordergrund gedrängt. Sollte dem denn nicht abzuhelien sein; unsere christlich-deutsche Stadt, in der Gott sei Dank die Juden nicht stark an Zahl sind, würde einen Wechsel in der Person des Richters mit Genugthuung begrüßen. Und die „Deutsche Tageszeitung" bringt folgende Notiz: P eine (Prov. Han.), 26. März. (Zum Kapitel: „Jüdische Richter.") Än Stelle des Assessors Heinicke, der eine achtwöchentliche Reserveleutnants-Uebung abzuleisien hat und dann an ein anderes Amtsbezw. Landgericht versetzt wird, ist Asseffor Benfey aus Hannover an das hiesige Amtsgericht berufen worden und wird demnächst sein Amt antreten. Gegen die Beru jung dieses Herrn, der israelitischer Religion sein soll, ist ein Protest-Cirkular zur Sammlung von Unterschritten in Umlauf gebracht, das bereits eine Reihe von Unterschriften gesunden hat. In dem Cirkular ist u. a. ausgeführt, daß es eineur großen Theil der Einwohnerschaft widerstrebe, vor einem jüdischen Richter einen Eid abzulegen. Das Protest-Cirkular soll an den Oberlandesgerichlspräsidenten in Celle gesandt werden. Das Kesseltreiben gegen die jüdischen Richter wird voraussichtlich seinen Fortgang nehmen, nachdem vom Ministernsche gewissermaßen das Signal dazu gegeben ist. Köln, im April. Die unmittelbar vor Peßach erschienene Sonntagsnummer der „Kölnischen Zeitung" enthielt wieder eine Abhandlung: „Das Peßachfest der Juden," welche das Peßachfest in der Weise schildert, die schon gelegentlich der Schilderung anderer jüdischer Feste in demselben Blatte an dieser Stelle gewürdigt wurde. Man muß den: Verfasser Gerechtigkeit widerfahren lassen und rückhaltlos anerkennen, daß diese Schilderung sowohl hinsichtlich der Darstellung der Thatsachen, als auch betreffs des Tones, in dem das Ganze gehalten ist, sich vortheilhaft von den früheren Berichten auszeichnet. Nur die Genauigkeit in der Aufzählung der Details verräth den Verfasser als einen Juden. Die kühle Objektivität dagegen, mit der er dem geschilderten Feste gegenüber steht, könnte von keinem Nichtjuden besser innegehalten werden, als sie hier zum Ausdruck lomnir. Man glaubt aus der Sprache und dem Tone des ganzen Ensembles das Urtheil eines Christen über unsere Feste herauszuhören und das verleiht der ganzen Darstellung einen eigenen Reiz, obwohl der jüdische Leser durch die Schilderung, nichts erfährt, was er nicht auch schon vorher gewußt hätte. Es ist nicht so sehr der Gegenstand der Behandlung, als die Behandlung des Gegenstandes, welche für jüdische

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