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Der Israelit · 1901-04-18 · Heft 30 (18.4.1901) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 30 (18.4.1901)
Date
1901-04-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
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42. Jahrgang. Erste Anlage zu Jfs 30 des „Israelit". CitcrarifdK'5. ar;o irrnrn maar rrtrxi:: ieb bv 2V\2 b2V rtrtrxi oys nny xir (tö"i‘nn xn riiirr) b°i nete rn .raSa lyrxr na^tr aaa 'in a^y nxb Seche! Tob. Kommentar zum ersten und zweiten Buch Mösts, von Rabbi Menachem ben Salomo, verfasst im Jabre 11,89. Zum ersten Male herausgegeben von Salomon B u b e r. Berlin 1900. Ein neues Merk von Buber bedarf keiner Empfehlung, der Name des Herausgebers ist die beste Empfehlung. Diesmal ist es wieder ein midraschartiges Merk, in der Weise des na ^pS, den auch der Verfasser häufig benützt hat, mit welchem er uns bekannt macht. Das Werk ist im Jahre 11.89 verfaßt worden und liegt demnach seit 709 Jahren unbeachtet, ohne daß Jemand den Muth gehabt hätte, dasselbe zu veröffentlichen. Bereits im Jahre 1820 hat Rappoport den Wunsch ausgesprochen, es möchte sich doch Jemand finden, der dieses Werk dein Staube der Bibliotheken entreißen und der gelehrten Welt zugänglich machen möchte. Buber, der glückliche Schatzgräber auf dem Gebiete der Midraschlitteratur, hat auch diese Aufgabe gelöst und zwar in der Weise, wie es von ihm zu erwarten war. Man ist ja gewöhnt, daß eine Buber'sche Edition den höchsten Ansprüchen genügt. Bei dieser Arbeit hat Buber das einzige vorhandene Manuskript, welches in Oxford unter den Schätzen der Ovpenheim'schen Bibliothek sich befindet, benützt, aber auch dieses einzige Manuskript ist nur ein Bruchstück. Es beginnt 1. V. M., 15, 1, und schließt mit 2. B. M. 19. Es ist demnach nur ein ganz kleiner Theil des ursprünglich die ganze Thora umfassenden Werkes vorhanden. Der Verfasser hieß R. Menachem ben Salomo, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Gelehrten, dem berühmteren Meiri. Sein Heimathland war wahrscheinlich Italien, was sich aus den vielen italienischen Wörtern ergibt, die er bei Uebersetzungen gebraucht. Näheres über seine Lehrer, die er sehr häufig, aber ohne Namen zitirt, ist nicht bekannt, er muß aber ein Schüler von Menachem ben Saruk gewesen sein, denn er citirt häufig Stellen aus dessen Machbereth und sein grammatisches System steht in Nebereinstimmung mit dem dieses alten Meisters der hebräischen Sprachwissenschaft. Sein Werk ist eine Sammlung bekannter und unbekannter Midraschim, wo sich Gelegenheit dazu bietet, macht er längere, halachische Exkurse, er bemüht sich aber auch, den einfachen Wortstnn zu erklären und sprachliche Erläuterungen nach grammatischen Grundsätzen zu geben. Besonders eingehend behandelt er die maßorethischen Eigenthümliebkeiten des a\-in np und des *iem xba; auch die Accente bespricht er sehr häufig. Außer den Targumim, den talmudischen Werken und den uns bekannten Midraschim hat er noch die ninyxp 'bn, Responsen der aaixr, die Piutim des Kalir, die Werke des R. Ehananel und seines Schülers Alphasi, den Machberoth von Menachem ben Saruk und den Midrasch na npd benutzt. In alter Zeit muß das Werk in vielen Handschriften verbreitet gewesen sein, denn, wie Buber in seiner lichtvollen Einleitung, der wir auch die obigen Angaben entnommen haben, nachweist, wird es von vielen mittelalterlichen Autoren citirt. Wer sehen will, was Gelehrtenfleiß vermag, möge speziell dieses Kapitel Nachlesen und er wird mit Bewunderung erfüllt werden von der Belesenheit des Herausgebers. Bon dem Verfasser ist noch ein anderes Werk, ein hebräisches Wörterbuch ,'inir p*, bekannt, welches als handschriftliches Unikum zu den Schätzen der Münchener Staatsbibliothek zählt. Auch dieses Werk wird in der Einleitung von Buber eingehend besprochen. Ueberhaupt ist diese 60 Seiten Großoktav zählende Einleitung ein Kabinetsstück peinlich genauer und gewissenhafter Gelehrtenarbeit, eine Leistung, die jeder kritischen Ausgabe eines alten Werkes zun: Muster dienen kann. Ueber Buber's aaipm nryn zum eigentlichen Terl, die Seite für Seite das ganze Werl begleiten, ist's unnöthig, ein Wort zu verlieren; er bewegt sich da auf seinem eigensten Gebiete und hierin kommt ihm Keiner gleich. Auffallend war mir. daß der Verfasser auf Seite 58 und 166 zwischen my „Zeugin" und my „Gemeinde" einen Unterschied kennt. Ersteres, meint er, wird mit Zere, letzteres mit Segol punktirt. Einen solchen Unterschied sucht man vergebens in unseren Texten und auch die Kommentare wissen nichts davon. Der vorliegende erste Theil, der unter dem Patronat des Verein D'a-n: ^rpa erschienen ist, reicht bis Ende des ersten Buches der Thora, der zweite Theil über das zweite Buch, soweit es vorhanden ist, wird ebenfalls unter den Schriften des genannten Vereins im nächsten Jahrgang erscheinen. Dem greisen Herausgeber. der sein Vorwort mit dem Motto sn frv na das» schliefst, rufen wir zu G sn sn rrxirn! Möchten wir ihm noch häufig auf diesem Wege begegnen; wir hoffen, daß wir seiner rastlosen Jeder noch manche werthvolle Arbeit zu verdanken haben werden! -ix-

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