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Der Israelit · 1901-08-01 · Heft 60 (1.8.1901) · page 28

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 60 (1.8.1901)
Date
1901-08-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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WMWW WW 1342 pädagogische Literatur. rvoy snpb zr\2 -m bsvV' '-b' ns naSS nee r;on 'b*? ♦nsnpn nsm*? njpman n’yim ntttrni ptr^n wtc’ ’e^ ,2 .D’p^n ’JB» ,HXnp.T) 7!2'712N nSTH1? ''Ta^nn,. VEB 'S nny ’Sa n^ay ie“6 ds^v" ns nvrnb "mm, iee .Win nsrn .c^triTE pb' -m nsa .D’p^n w .amm ♦S''DV) C'm DB’Tl (Hebräisches Elementarbuch für den Unterricht im Sprechen, Schreiben und Lesen nach den Grundgesetzen der Sprache und dem natürlichen System des Unterrichts im Lesen. 1. Das Buch für den Schüler zum Unterricht im Schreiben und Lesen. Zwei Theile. II. Das Buch für den Lehrer zum Unterricht im Sprechen ohne Zuhilfenahme von Uebersetzungen. Zwei Theile. Von David I e l l in Jerusalem. Verlag T u s ch i a h. Warschau 1900—1901.) Es würde zu keiner Täuschung führen, wenn man von dem Umschläge des vorliegenden Werkes den Hauptzweck des Verfassers entnehmen möchte. Man würde glauben, annehmen zu dürfen, das Buch sei hauptsächlich dazu bestimmt, die bis jetzt verwahrloste und nur von Wenigen gevslegte hebräische Konversation in einen befferen Zustand zu bringen, indem der Heranwachsenden Jugend die Möglichkeit geboten wird, die hebräische Sprache schon vom Elementarbuche als lebendige zu behandeln und sich die Konversation in derselben aus natürlichem Wege durch frühzeitige Uebungen anzueignen. (Und man hält diesen Schluß für umso berechtigter, wenn man in Betracht zieht, daß Herr Jelin zu den eifrigsten Förderern und Propagatoren der russischen und palästinensischen Saphe-Berurah-Bereine zählt, welche namentlich in letzterem Lande eine sehr intensive Thätigkeit entsalten.) Dem aber ist nicht so. Aus den längeren Ausführungen des Verfassers in der Vorrede des Buches geht unzweideutig hervor, daß er die Förderung und Erleichterung der hebräischen Konversation in den weiteren Volksschichten nur als Nebenzweck im Auge hat. Vielmehr soll ihm die Heranbildung der hebräischen Sprache zu einer Umgangssprache unter den Schülern nicht als Zweck, sondern als Mittel zur gründlicheren Erlernung ebenderselben Sprache dienen. Nach der Ansicht des Herrn Jelin liegt der Grund für die verhältnißmäßig geringen Erfolge des Studiums der hebräischen Sprache darin, daß man die Sprache nicht als begehrenswerthen Gegenstand der Erkenntniß an und für sich pflegt. Bei den einen handelt es sich um religiöse Pflichterfüllung, die Thora in der Ursprache und die hebräischen Gebete zu verstehen, die andern verfolgen auch den Zweck, sich mit der geisti-! gen Produktion unserer Vergangenheit, wie sie sich in! ihren litterarischen Denkmälern äußert, vertraut zu j machen. Aber auch diejenigen Wenigen, — deren Zahl : übrigens in der letzten Zeit in überraschender Weise zunimmt — die sich mit dem Hebräischen, als einem für das praktische Leben dienlichen und erforderlichen Gegenstände befassen, müssen nach Ansicht des Herrn Jelin auf große Schwierigkeiten stoßen, die eine diskrete Folge des herkömmlichen mechanischen Systems sind, welches darin besteht, den Schüler zuerst etwas lesen und schreiben zu lassen, von dem er kein Wort versteht. Um sich daher für die Zukunft bessere Erfolge im hebräischen Unterrichte zu sichern, bedarf es einer gründlichen Reform des Unterrichtswesens, die daraus ausgehen soll, das veraltete mechanische Unterrichtssystem mit einem natürlichen zu ersetzen. Dieses neue System soll darin bestehen, den Anfang mit Uebungen im Sprechen zu machen, so daß das Material für die folgenden Uebungen im Schreiben und Lesen von dem Vorrath der aus den vorangegangenen Uebungen im Sprechen dem Schüler schon bekannten Wörter geschöpft wird. — Das ist im Wesentlichen das Ziel, dem der Verfasser vorliegenden Werkes zustrebt. Nun wird gar mancher Leser dieser Zeilen verwundert fragen: „Ist das denn möglich? Kann man Hebräisch als lebendige Umgangssprache pflegen?" Diese Frage können wir bejahen. Das untrüglichste Zeichen für die Lebensfähigkeit einer Sprache ist der Gebrauch derselben im alltäglichen Leben der breiten Volksmassen (mit Absicht sage ich der „breiten Volksmassen, denn der Umstand, daß eine Minorität von Gebildeten oder gar Gelehrten sich der Sprache mit Gewandtheit bedienen, beweist noch nichts), und es ist in diesem Falle gleichgiltig, ob dieser Volkshause quantitativ groß ist oder nicht. Und dieses Zeichen der Lebensfähigkeit bietet uns unsere alte herrliche Sprache, indem sie die alltägliche Ilmgangssprache der sephardischen und eines Theiles der aschkenasischen Juden Palästinas bildet. Und wenn auch die Zahl der hebräisch sprechenden Juden nicht besonders bedeutend ist, so ist es doch in hohem Maße die Zahl der hebräisch Schreibenden und hebräisch verstehenden Juden. Das jüdische Volk in seiner überwiegenden Mehrheit in Osteuropa bedient sich seiner antiken Sprache nicht nur im religiösen, sondern auch im praktischen und sozialen Leben. Sie bildet die Sprache des schriftlichen Verkehrs für die Kaufleute, der Geselligkeit und der freundschaftlichen Korrespondenz für die Jugend, endlich auch die litterarische Sprache für die jüdischen Schriftsteller und für das große jüdische Leserpublikum. Die neuhebräische Litteratur hat bekanntlich in der letzten Zeit einen großartigen Aufschwung angenommen und entspricht allen Forderungen, die immer an irgend eine Litteratur gestellt werden können. Die Zukunft wird zeigen, inwiefern diese Frage berechtigt ist; vorläufig läßt sich natürlich noch nichts Bestimmtes darüber sagen. Die Versuche, die in Palästina gemacht wurden, Hebräisch im Hebräischen zu unterrichten und die sich auch bewährt haben, entschei-

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