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Der Israelit · 1901-08-01 · Heft 60 (1.8.1901) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 60 (1.8.1901)
Date
1901-08-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1332 klaren Darstellung bewundernswerthes Werk geschaffen. Ein jedes Kapitel des Schulchan Aruch wird uns so anschaulich dargestellt, daß wir fast jeden Nachschlagens enthoben sind, sobald wir nur früher einmal uns mit der betreffenden Materie beschäftigt haben. Unsere schnellebige Zeit, die vielfach das gründliche und sorgsame Lernen beeinträchtigt, fordert fast gebieterisch die Abfassung eines derartigen Werkes in möglichst vollendeter Form. Rabbiner Epstein hat auf Grund seiner emsigen und umfaffenden Studien auf heiligem Gebiete die große Aufgabe herrlich gelöst. Wir haben oben gesagt, daß Rabbiner Epstein das Werk zu den vier Theilen des Schulchan Aruch vollendet habe. Dieses Werk aber, das nicht früh genug das Licht der Oeffentlichkeit erblicken kann, ist heute noch zum großen Theile Manuskript, weil bis jetzt der Abgang der bisher erschienenen Theile den Verfaffer nicht ermuthigen konnte, die großen Höften des Druckes des ganzen Werkes sich aufzuladen. Der Aruch Haschulchan liegt bis jetzt ganz vor zum vierten Theile des Schulchan Aruch, zum Choschen Mischpot, in zwei stattlichen Quartbänden mit ungefähr 1000 Seiten. Warschau 1893. Außerdem erschienen in Warschau in den neunziger Jahren die ersten 122 Kapitel des Schulchan Aruch Jore Dea. Jetzt hat es der Verfasser ermöglicht, die wichtigen Kapitel 183—202 des Jore Dea herauszugeben. Es ist hier nicht der Ort, ausführlicher auf die Vorzüge des Werkes einzugehen, das auch viele sehr einleuchtende praktische Entscheidungen des Autors selbst enthält. Jeder jüdische Gesetzesgelehrte und jeder Freund der Thora wird uns, sobald er das Werk gesehen, dankbar sein, daß wir auf diese hervorragende Erscheinung auf dem Gebiete unserer heiligen Litteratur aufmerksam gemacht haben. Wir selbst haben den eigennützigen Wunsch, daß die schon erschienenen Theile des Aruch Haschulchan viel und schnell gekauft werden, damit der Verfasser Muth gewinnt, die bis jetzt nur handschriftlich vorhandenen Parthien seines Werkes möglichst bald der Oeffentlichkeit zu übergeben. Wir freuen uns auf den Augenblick, wo m. G. H. der Aruch Haschulchan zu allen vier Theilen des Schulchan Aruch gedruckt vor uns liegt. Veth IiSroel, II. Theil zu tr. Von Braun I s - r a e l, Rabbiner in Halle a. S. (Paks 6661. Zu beziehen beim Verfasser srco. Mk. 1.20.) Es ist dies der zweite Theil eines Merkchens, dessen Anfang zu nwc erschienen u. s. Z. günstig ausgenommen wurde. Der Verfasser, ein Schüler der Preßburger Schule, versteht es, die schönsten und anziehendsten Gedanken an das Bibelwort zu lehnen. Es sind dies kleine Erklärungen zu den einzelnen Versen, in denen tiefes Empfinden und Wärme für das heilige Wort und für die ältere Bibelerklärung walten. Die flüssige, leichtfaßliche Sprache und klare Darstellung machen die Lektüre höchst angenehm und führen in die Gedankengänge der lieblichen Agada ein. Der Verfasser bildet sich an den Werten S. R. Hirsch's s. A. und benutzt dessen Anregungen mit Geschick. (So die Erkl. von Genesis 3 und Exodus 6 . .) Es bedeutet für diese Litteraturgattung einen entschiedenen Gewinn und gedankliche Regeneration, wenn Hirsch verwerthet wird. Nicht zu unterschätzen sind die halachischen Beiträge, die Verfasser seinen Werken als Anhang mitgibt. Aus dem frischen Leben des Tages und der Zeitfragen in halachischer Beleuchtung greift Verfasser einige werthvolle Aeußerungen zeitgenössischer Rabbiner aus seiner reichen Korrespondenz heraus. Neun Nesponsen sind's von hervorragenden Halachisten über die halachischen Konsequenzen der Feuerbestattung. Die Frage wurde gerade in letzter Zeit auf's Neue beleuchtet. (In diesen Blättern die höchst gründliche Abhandlung des von mir hochverehrten Rabb. Dr. Daniel Fink, Wien). Der Verfasser ventilirt alle Fragen. Es folgt dann eine Zusammenstellung der Litteratur über die Civilehe und die halachischen Konsequenzen für die Kinder solcher Ehen. Die Litteratur über diesen Gegenstand hat besonders durch meinen Lehrer rpxc rir) Winkler s. A. eine tiefere Durchbildung erfahren. Im r\'-z wird die neueste Litteratur auf's Eingehendste berücksichtigt. Da dieses m von hervorragenden Männern des In- und Ausländern approbirt ist, können wir nur unser llrtheil in die Worte zusammenfassen: .fwn p frnxn ~nzz rrrr P“:. Zeitungsnachrichten rrnd <5orrcspondenzen. Deutschland. Breslau, 29. Juli. Dem Verwaltungsbericht des „Verbands-Ausschusses des Bezirks-Gemeindeverbandes Breslau-Liegnitz" für das vierte Geschäftsjahr 1900—1901 entnehmen wir: Wenn wir uns zunächst dem gleichsam wichtigsten Punkte unserer Thätigkeit, der Subventionirung der kleineren Verbandsgemeinden, zulvenden, so dürfen wir hierbei mit Befriedigung konstatiren, daß es dem Eingreifen und der Unterstützung durch den Verband zu danken ist, daß eine Anzahl Gemeinden, deren Existenz ohne die Hülfe des Verbandes geradezu in Frage gestellt iväre, in ihrem Fortbestände erhalten worden ist. Bei einem anderen Theil tvar die geleistete Unterstützung, wenn auch nicht zur Aufrechterhaltung der Existenz, so doch zur Bewahrung resp. Ermöglichung der kultuellen Einrichtungen erforderlich. Wir haben im vergangenen Jahre für diesen Zweck 1700 Mk. verausgabt. Fast alle diese Gemeinden sind in dem Maße auf die Beihülfe des Verbandes angewie-

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