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Der Israelit · 1901-08-01 · Heft 60 (1.8.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 60 (1.8.1901)
Date
1901-08-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1319 Aus Baden. Sie brachten das Verzeichniß der weltlichen Abgeordneten zur Synode, die wir als gut und ziemlich gut im orthodoxen Sinne bezeichnen können. Von den geistlichen Abgeordneten gehört keiner der streng-orthodoxen Richtung an, sie amtiren alle in Orgel-Synagogen. Es sind dies die Herren Rabbinen Dr. Pinkus in Heidelberg, Dr. Oppenheim in Mannheim, Dr. Hannes in Konstanz, Dr. Posner in Karlsruhe, Dr. Ravicz in Offenburg. Nach dem Berichte im Verordnungsblatt des Großh. Oberrathes der Israeliten war die Betheiligung bei der Wahl der weltlichen Abgeordneten eine sehr laue. Es wählten im 1. Wahlbezirke von 176 Stimmberechtigten 42 2. „ 176 38 3. „ 176 71 4. „ „ 200 31 6. .. 291 44 6. „ 409 162 7. ., 310 81 8. „ 636 36 9. „ 170 32 10. „ 210 84 11. „ 144 22 12. „ 292 134 13. ., 1108 36 14. „ 212 96 15. „ 291 191 16. „ „ 341 „ 184 Oesterr. -Ung. Monarchie. Wien, 29. Juli. In der Angelegenheit der Palästina-Ethrogim schreibt Herr Benjamin Fein, Inhaber einer Ethroqim-Pflanzung in Rischon-le-Zion u. a. der „Welt" Folgendes: Die gegenwärtige kritische Lage der Kolonien in Palästina hat manchen Nathgebern Anlaß gegeben, in der Ersinnung verschiedenartiger Mittel zur Hebung der Kolonien viel Scharfsinn zu entwickeln. Allein, Ihr Herren Rathgeber, wozu in die Ferne schweifen? Der Weg, der zu unserer Rettung führt, liegt ja so nahe. Kauft uns unsere Produkte ab! Wir Kolonisten sind heuer in der Lage, den Bedarf vieler tausender von Juden an Ethrogim zu decken. In vielen Kolonien wurden dieses Jahr Ethrogim in großer Anzahl gepflanzt, so in Rischon-le-Zion, Ekron, Pethach-Tikwah, Wadi-Chanin und anderwärts. Meine Pflanzung allein wird Heuer ungefähr 60,000 Stück Ethrogim liefern. Wir wollen gewiß nicht, daß man uns höhere Preise als die üblichen bezahle; im Gegentheil, wir wollen möglichst mäßige Preise stellen und bitten Euch nur um das eine: Anstatt Euer Geld an Fremde zu vergeuden, bedenket uns damit. Dadurch werdet Ihr nicht nur den alten Kolonisten mit einem Schlage aufhelfen, sondern auch eine ergiebige Erwerbsquelle für die landwirthschaftlichen Arbeiter und für neu anzusiedelnde Kolonisten schaffen. Man hat berechnet, daß die Ethrogim-Händler jährlich für fünf Millionen Francs Ethrogim kaufen. Du lieber Himmel! Was könnte man in Palästina nicht alles mit einer so hohen Summe ansangen, die jetzt von unseren Brüdern gedankenlos den judenfeindlichen Griechen in den Rachen geworfen wird! Wenn dieser Betrag den Kolonisten zuflöste, wie rasch und wie leicht würde da die Krisis überwunden sein!- Freilich hat die Sache einen Haken. Den Ethrogimhändlern fehlt es in der Regel an gutem Willen. Sie haben eine — wahrscheinlich in ihrem Geschäftsintereffe begründete — Vorliebe für griechische Produkte und lehnen den Vertrieb von palästinensischen Ethrogim ab. Man hat Beispiele, daß einzelne Händler ihren Kunden, die Palästina-Ethrogim verlangten, griechische Frucht unter der Vorspiegelung lieferten, sie hätten dieselbe aus Palästina bezogen. Es muß ein Mittel ersonnen werden, die palästinensischen Ethrogim marktgängig zu machen. Vor allem aber sollte in zionistischen Kreisen die Parole ausgegeben werden: Kauft nur Palästina-Ethrogim! Es handelt sich, wie gesagt, um die Sanierung und Sicherstellung der jüdischen Siedelungen in Palästina. Insbesondere an die zionistischen Schriftsteller richte ich den Ruf: Unterstützt uns in unserem redlichen Streben durch die Macht des geschriebenen Wortes. Bringet die Palästina-Ethrogim in Mode! Machet Vorschläge, wie unsere Frucht am zweckmäßigsten abzusetzen, wie ihr ein Markt zu schaffen wäre. — In derselben Angelegenheit schreibt ein Herr Josef Babitsch in „Hazefirah": Um das Monopol unserer philhellenischen Händler zu brechen und die palästinensischen Ethrogim dem Volke zugänglich zu machen, wäre es nöthig, mit behördlicher Genehmigung eine Aktiengesellschaft nach dem Muster der Gesellschaft „Carmel" zu gründen, die den Kolonien alle ihre Ethrogim abnehmen würde, so daß dieser wichtige Erwerbszweig unserer Kolonisten ausschließlich dieser Gesellschaft zur Verwerthung überlassen bliebe. Wenn nun eine derartige Gesellschaft alljährlich ein genügendes Quantum an Ethrogim auf dem Lager haben >vird, so ist die Hoffnung wohl begründet, die griechischen Ethrogim nach und nach mit Hülfe der Zionisten (die der Sache zuliebe den Vertrieb der Ethrogim an ihren Wohnorten unentgeltlich übernehmen würden) vom Markte zu verdrängen und an ihrer Stelle die palästinensischen Ethrogim einzubürgern. Denn da es nunmehr fast in jeder Stadt Palästina-Ethrogim geben wird und diese nicht mehr wie bisher in Folge der Tries der Händler eine Seltenheit sein werden, kann man als sicher annehmen, daß die indischen Massen der palästinensischen Frucht den Vorzug geben werden. Selbstverständlich werden auch die Rabbiner mithelfen müssen. Ich glaube, auch die-

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