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Der Israelit · 1901-08-01 · Heft 60 (1.8.1901) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 60 (1.8.1901)
Date
1901-08-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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MM8WWWDWWWWWWVWMWNWW WWWWWWWWW WWWWWWM» 1818 sichtSkarte „mit den drei Synagogen" und der gedruckten Aufschrift: „Gruß aus Kattowitz von der Wanderversammlung oberschlesischer Kreisvereine im V. D. H. zu Leipzig am 28. April 1901." Die freundnachbarlichen Beziehungen zwischen den oberschlesischen Leipzigern und den dortselbst auf dem Zuge von Galizien nach Berlin Station machenden Juden kommen durch dieselbe zum richtigen Ausdruck." Auf dem Braunschweiger deutsch-sozialen Parteitage sagte Liebermann von Sonnenberg am Pfingsten wörtlich: „Ich sehe in dem Verbände Deutsch-nationaler Handelsgehilfen, der, ohne seine Mitglieder auf eine politische Partei einzuschwören, doch klar und sicher erkannt hat, daß Juden nicht in seine Reihen gehören, den Anfang zu einer Berufsorganisation der Zukunft für den gesummten deutschen Kaufmannsstand. Durch die vom D. H. V. erzogenen, allmählich in die Prinzipalität einrückenden jungen Kaufleute soll der deutsche Kaufmannsstand wieder mit deutschem Geiste erfüllt und der jüdische Geist, der dort eingedrungen ist, verdrängt werden." Die mit der geistigen Speise der „Deutschen Handelswacht" genährten und zu Rekruten Liebermanns von Sonnenberg gemachten deutsch-nationalen Handlungsgehilfen eignen sich danach sicher nicht zu Angestellten jüdischer Geschäftshäuser! Aber auch anständige christliche Prinzipale, die dem wilden Parteileben fern stehen, haben schon ein Haar darin gefunden, Leute anzustellen, die im deutsch-nationalen Lager dazu angehalten werden, sich mehr um Antisemiten-Politik, als um das Geschäft zu kümmern. Die „Leipziger Kolonialw.-Zeitung" berichtet: „Die deutsch-nationalen Handelsgehilfen bilden immer mehr eine stehende Rubrik unter den Klagen in Prinzipalskreisen. So wird aus Dresden geschrieben: „Im nahen Deuben hat ein Kollege — der Wiegelei müde — seinem Kommis anheimgegeben, den deutsch-nationalen Gehilfenverband zu meiden oder nach Ablauf der Kündigungsfrist das Haus zu verlassen. Andere Kollegen sehen sich zu gleicher Maßregel gegen die Uebergriffe dieser jungen Herren gezwungen. Gegen geselligen Verkehr wird Niemand etwas einwenden und soliden Umgang jeder Kaufmann gern sehen; wenn aber aus Vereinen Kampfverbände und schließlich Gehilfen-Kammern entstehen, um geschlossen und mit Hochdruck gegen die Prinzipale vorzugehen, dann muffen diese aus der Hut sein, um sich von feindseligen Hausgenossen freizumachen." Wie dem „Manufakturisten" mitgetheilt wird, hat der „Verein zur Wahrung kaufmännischer Interessen" in Trachenberg aus Anlaß der Gründung eines Zweigvereins des Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen- Verbandes." einstimmig beschlossen: „Die Mitglieder unseres Vereins nehmen keinen Handlungsgehilfen an, der dem Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verband angehört. Den bereits bei Mitgliedern unseres Vereines beschäftigten Gehilfen, die dem „D.-N. H.-V." beigetreten sind, wird anheimgestcllt, auszutreten, oder sich nach gesetzmäßiger Kündigung nach anderen Stellen umzusehen." Es ist deßhalb die Beherzigung des Mahnrufes nur dringend zu empfehlen. Furth, 29. Juli. Noch standen wir unter dem Eindrücke tiefempfundener Trauer um der beiden der Sünden halber in Trümmer gegangenen Heiligthümer, als eine andere Trauer den IO. Aw gegen Mittag unseren Herzen Schmerzenstöne auspreßte. In dieser Stunde hat der Tod einen der besten Mitbrüder unserer Gemeinde entrissen; die Seele des edlen Herrn Henoch Zimmer s. A. hat sich ihrer körperlichen Hülle entwunden und ist in ihr ewiges Heimathland zurückgekehrt. Obwohl der Allgütige den Verblichenen der Welt bis zu seinem 73. Lebensjahre erhalten, so ist dieser doch, ein Vater der Wittwen und Waisen, als Stütze der Dürftigen, als Muster und Leuchte der peinlichst genauen Erfüllung unserer heil. Thoralehre, noch zu früh uns entrissen worden, D’mn ns ron rat ntro. Wenn Moses, der Lehrer Israels, auch kein Volksredner sein konnte, wie wir ja aus seinem eigenen Munde hören, so war aber sein ganzes Leben eine ununterbrochene fortgesetzte Reihe gottgefälliger Handlungen, die es vermochten, Israels Herz himmelwärts zu richten. Auch der nun verewigte Herr Henoch Zimmer s. A. dachte nie daran, durch Reden zu imponiren, aber sein unermüdliches Thun und freudiges Schaffen bewegte doch öfters manches nicht ganz erkaltete Herz zu einer edlen That. Wer den Verblichenen, gebeugt von des Alters Last, geschwächt von derLebensmühe, die sein geschäftlicher Beruf durch häufige Reisetouren ihm mannigfach erzeugte, mühsam von Straße zu Straße, von Haus zu Haus sich schleppen sah, um den Dürftigen die nöthigsten Lebensbedürfnisse zu vermitteln, der mußte unwillkürlich in den Ruf unserer Weisen einstimmen: niwr; p nu>j?an b'n:. Der selig Entschlafene, von der Wiege bis zur Bahre den Thorahauch athmend, war von der Ueberzeugung durchdrungen, daß das Sinaigesetz mit seiner mündlichen Tradition der Lebensnerv des jüdischen Volkes ist, und war darum auch eifrigst bemüht, dürftigen Talmudgelehrten in der Nähe und Ferne, so weit es ihm möglich war, hilfreich zur Seite zu stehen! Unaufhaltsam drängt es uns zu des Talmud's Worten: w-2 :jrriT “ prS xzw -s ntrx. „ Heil dir Frommer, der du nun in die heiligen Hallen der Ewigkeit die süßen Früchte mitbringst, die an dem nie alternden Lebensbaume der Thora gereift sind." Du Edler, bist nun körperlich von uns getrennt, doch die Klagetöne, die Dich zum Grabe geleiten, sollen uns ein ewiger Gedenkstein sein für die Worte unserer Weisen: inLvna 2-h n'ctpö xd'p -c Sxiat” 'in rr-c rmrr 'i icx o":p rW) :xb cx xm xan nS-iy p cx -o’; mx bv L. U.

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