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Der Israelit · 1901-08-01 · Heft 60 (1.8.1901) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 60 (1.8.1901)
Date
1901-08-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1317 auf einer Gedenktafel im Hospital ist der Betrag von Mt. 2000 zu erlegen. Zu jeder weiteren Auskunft ist der Schriftführer des Centralkomitees. Herr Dr. Jsr. R o o s , Frankfurt a. M., Schöne Aussicht 6, bereit. Hamburg, 28. Juli. Dem Bericht des Krankenhauses der Deutsch-Israelitischen Gemeinde für das Jahr 1900 entnehmen wir: Im verflossenen Jahre konnte die Verwaltung des Krankenhauses eine gründliche Renovirung des Souterrains vornehmen. Die Küchen wurden mit Kacheln und Fliesen versehen, die Fenster wurden erheblich vergrößert und Kasematten neu angelegt. Anstatt des früheren Dampfkessels wurde ein großer Boiler errichtet, welcher das ganze Haus durch neue kupferne Rohre mit warmem Wasser versorgt; zur Herstellung von destillivtem Wasser wurde ein kleiner Dampfkessel aufgestellt. Ferner wurden die Korridore, die Badezimmer und der Operationssaal renovirt. Die Kosten dieser gesammten Arbeiten beliefen sich auf Mk. 22,000 und absorbirten den angesammelten Dispositionsfonds. Für Krankenhäuser aber gibt es, wenn sie auf der Höhe der Zeit bleiben sollen, auf higienischem Gebiete stets Neuerungen. Um solche Verbesserungen, im Interesse der Leidenden, auch ferner beschaffen zu können, ist die Verwaltung aus die Wohlthätigkeit ihrer Mitbürger jetzt mehr als je angewiesen. Cin spezieller, seit vielen Jahren gehegter Wunsch, wird sich in der nächsten Zeit erfüllen lassen, nämlich: die Errichtung neuer Krankenpavillons. Durch eine hochherzige Schenkung der Herren Julius Lewisohn in London, Leonard Lewisohn und Adolph Lewisohn Newyork im Betrage von Mk. 136,000 wird die Verwaltung in den Stand gesetzt, zwei Pavillons auf ihrem Terrain aufzuführen. Die Errichtung dieser Pavillons geschieht zum Andenken der in Hamburg verstorbenen Eltern dieser Herren, nämlich des Herrn Samuel Lewisohn und seiner Ehefrau Julie Lewissohn geb. Nathan. Durch solche Neubauten wird das Stammhaus entlastet, für Reconvalescenten werden die erforderlichen Tagesräume gewonnen und Privatzimmer in größerer Anzahl hergestellt. Im Jahre 1900 wurden verpflegt: 815 Kranke mit 22,628 Pflegetagen. In der ersten Klasse wurden 16 Kranke verpflegt, in der zweiten 82, in der dritten 621, unentgeltlich 96. Den höchsten Bestand erreichte die Anstalt am 6. Februar mit 80 Kranken, den niedrigsten hatte dieselbe am 11. November mit 47 Kranken, der Durchschnittsbestand betrug 64 Kranke. Die Ausgaben im Ordinarium beliefen sich auf Mk. 84,552.06; die Einnahmen an Kostgeld betrugen Mk. 50,426.70. Am 24. Januar starb Herr Marco Salomon, der viele Jahre der Verwaltung des Krankenhauses angehörte und in den letzten Jahren zum Ehrenm'?e ernannt war. Am 11. Mai starb Herr Louis Levy, wecher der Verwaltung 26 Jahre angehörte, hiervon eine Reihe von Jahren als Vorsitzender. Beide haben für die Anstalt in aufopfernder Liebe gewirkt und waren immer bestrebt, das Interesse des Institutes in jeder Weise auf's Beste zu fördern. Die Verwaltung wird ihr Andenken stets in Ehren halten. Für Herrn Louis Levy wurde Herr Paul M. Marburg in den Vorstand gewählt. Die Verwaltung des Krankenhauses bilden jetzt folgende Herren: M. Beith, Vorsitzender, Dr. Blumenfeld, Schriftführer, Julius Lewandowsky, Hausinspektor, Martin M. Heilbut, Krankenaufnahme, Paul M. Marburg, Kassirer, Dr. A. Alsberg, Oberarzt der chirurg. Abtheilung, Dr. S. Korach, Oberarzt der med. Abtheilung. München, 30. Juli. Der „Deutsch-Nationale Handlungsgehülfen-Verband" in Hamburg, eine bekannte antisemitische Vereinigung, hat in den letzten Jahren an verschiedenen Orten Zweigniederlassungen etabliert und Mitglieder geworben. Diese Mitglieder sind nicht etwa nur in christlichen Geschäften in Stellung, sondern es gibt auch Mitglieder des obigen Vereins, die in jüdischen Geschäften, natürlich ohne daß der betreffende Chef Kenntniß von der Angehörigkeit seines Angestellten zu der besagten Vereinigung hatte, Anstellung gefunden haben. Kein anständiger Christ wird uns verargen, wenn wir derartige Elemente ausschließen und beim Engagement ausdrücklich die Bedingung stellen, daß der Angestellte bei Strafe der sofortigen Entlastung, nicht diesem Verein als Mitglied angehören darf. Die Antisemiten lassen oft den Schlachtruf ertönen: „Kauft nicht bei den Juden!" Darauf wollen wir mit der Aufforderung antworten: „Engagirt keinen Angestellten, der Mitglied des Deutsch-nationalen (antisemitischen) Handlungsgehilfen-Verbandes ist." Hierzu wird in der Zeitschrift „Im Deutschen Reich" bemerkt: Wir haben fortlaufend in unserer Zeitschrift vor dem „Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verband" gewarnt und unter Anführung von Thatsachen den geleugneten antisemitischen Charakter desselben hervorgehoben. Es erscheint keine einzige Nummer des offiziellen Organes dieses Verbandes, der „Deutschen Handelswacht," in welcher nicht gegen die Juden gehetzt wird. So wurde in der Nummer 22 des gedachten Organs vom 2. Juni in einem Bericht über eine Berliner Versammlung einem deutsch-nationalen Handlungsgehilfen nachgerühmt, Herrn Rosenow mit den Worten abgefertigt zu haben: „Dann gehen Sie erst mit Ihren Juden nach Palästina!" In derselben Nummer wurde über eine in Kattowitz stattgehabte Wander-Versammlung der oberschlesischen Kreisvereine des Verbandes deutscher Handlungsgehilfen wie folgt höhnisch berichtet: „Bemerkenswerth war eine zur Feier des Tages herausgegebene An-

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