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Der Israelit · 1901-04-15 · Heft 28-29 (15.4.1901) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 28-29 (15.4.1901)
Date
1901-04-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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WWW?MWWW-?WMM»DW»W?WWffMA«Wff?WN MMWM nachdem solch ein himmelhoher Unterschied in unserer Beider Lebensstellung waltete. Sie, die reiche Frau, j ich, die verschuldete Bettlerin. Doch damals früh an! meinem Hochzeitstage fiel mir dieser gewaltige Unter-! schied nicht so in's Auge. Ich wurde von allen An-! wesenden beglückwünscht und mit den sinnreichsten und > kostbarsten Hochzeitsgeschenken bedacht, gerade so, als! wäre ich Eine aus ihrem Kreise. Hedwig legte mir mit j kunstgellbter Hand meinen Brautschmuck an, und fröhlich blickte ich in die Zukunft, die ich mir und; meinem künftigen Gatten so behaglich gestalten wollte,! wie ich es bei den Leuten, unter denen ich viele Jahre j gelebt, vor mir gesehen. Doch noch geschmückt mit dem Schleier — ritz mein schöner Wahn entzwei. Alles war versammelt, doch kein Bräutigam ließ sich blicken. Mit tödtlicher Langsamkeit schlichen die Stunden hin; Mittag war längst vorüber. Wilhelm, am Arme seine Hedwig führend, trat zu mir, winkte mich in eine Fensternische hinter einen langherabwallenden Vorhang, so daß wir drei allen Anwesenden verborgen, ganz allein blieben. Da machte er mich, die mit dem Schleier geschmückte Braut, auf die Möglichkeit aufmerksam, der Bräutigam werde aus einem bis jetzt noch unbekannten Grunde es vorgezogen haben, noch in zwölfter Stunde zurückzutreten: er, Wilhelm, sähe in diesem schon öfter vorgekommenen Falle gerade kein Unglück für mich, nachdem ihm gar oft die Befürchtung gekommen, daß ich für solch' einen einfachen Mann, noch dazu in solcher Lebensstellung, keine paffende Frau sei, mit einem Worte, daß ich für Fischer j viel zu gut sei, zum mindesten sähe er in dieser Verbindung kein Glück für mich. Das junge Ehepaar sprach I 654 sich dabin aus: Sie mutheten mir die Rückkehr in meine früheren Verhältnisse nicht zu, sondern machten mir folgenden Vorschlag: Ich sei jetzt mit Kleidern, Wüsche. Schuhwerk und allem Rothwendigen auf Jahre hinaus versehen; die mir zugedachte Mitgift werde mir selbst übergeben werden. Ich solle mit diesem Allen nach Wien fahren, bei einem von ihnen empfohlenen Lehrer wohnen, dort fleißig studiren, um dann mein Lebrerinnen Examen zu machen. Dann, wenn meine eigenen Mittel dazu nicht ganz ausreichten, werde man mir von anderer Seite behilflich sein, ein Mädcheninstitut einzurichten, was immerhin eine bessere Lebensstellung sei, als die Frau eines ehrsamen, aber einfachen Handwerkers in einem kleinen, böhmischen Neste Zu iverden." Hier wollte die Freundin Frau Rösl unterbrechen, doch diese winkte abwehrend mit der Hand. (Fortsetzung folgt.) Wochen Kalender Freitag, '9. April, 30 Nissan, n""fi 'n dv. Sabbat-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 7 Uhr — Min. Samstag, 2o. April, 1. Jjar n"-n '2 nv wsö jnin. Sabbat Ausgang in Mainz und Franlturt a. M. 8 Uhr 15 Min. — Berlin 7 Uhr 58 Min. -- München 7 Uhr 53 Min. — Hannover 8 Uhr 11 Min. — Stuttgart 8 Uhr 10 Min. — Prag 7 Uhr 50 Min. — Straßburg 8 Uhr 10 Min. — Posen 7 Uhr 40 Min Der „JSraelit" erscheint vöchnitiicli zweimal, Montag» nnd Donnerstags, jede»«al te rnindestezÄ zwei Bogen. P.eis pro Bierlelsahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend hbher. Man abonnilt ganzjährlim. halbjährlich od r vieneljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehr l durch V Steinackrr, Leipzig, Notzplsh sb. — Inserate 25 Pfennig die Viergespann»« PetiUeile «der deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig — Directe Francozrttenduna unter Streißband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich >4 Reichs-Mark oder >6 Kronen österr., für'- Anslano 1< Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3702. Telephon 31b. Eine Rücksendung der an die Redaction eingesandteu Manuskripte findet nicht statt, «an bittet deShnlb, fich von allen Einsendungen eine Copie zurückzubehallte«. Etellensnchende erhalten aus Wunsch die Juseraten-Beilage vier Wochen lang gratis nnd franea »ngefandt. Ebenso stunden wir auf Wunsch die Zahlung des JnsertionsbetragS an anher Stelle Befindliche -ist nach Erlangung einer solchen. Inhalt: (Hauptblatt): Leitender Artikel: Die Jsraelilische Religionsgesellschast zu Mainz. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Frankfurt a. M. Köln. Oesterr.Ung. Monarchie: Budapest. Frankreich: Nizza. — Feuilleton: Eine gebildete Frau. (Fortsetzung.) Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Tie Israelitische Religionsgesellschaft zu Mainz. (Schluß.) — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Hamburg. Könitz. Papenburg. Oeüerr.- Ungar. Monarchie: Budapest. Amerika: Newyork. Serbien: Belgrad. — Vermischtes. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Berliner Brief. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Könitz Graudenz. Stettin. Pädagog. Beilage: Soll die systemalische Religionslehre in der Volks- und Religionsschnle als besonderer Unterrtchtsgegenfiand behandelt werden? (Schluß). Verantwortliche Redactton Oscar Lehmann in Mainz. — Expeditton des „Israelit*, Schottstraße Nr. 2. Mainz. Druck und Verlag der Job. Wirth'schen Hofbuchdruckerei Actien-Kesellschait in Mainz. Hierzu drei Beilagen.

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