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Der Israelit · 1901-07-29 · Heft 59 (29.7.1901) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 59 (29.7.1901)
Date
1901-07-29
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1306 „Wie meisterhaft ist doch sein Gesang!" sprach Jsak, der neue Cantor, zu seiner Frau Vögele. „Und wie gewinnend sein Aeußeres!" erwiederie diese. Josef und Lea kamen von nun an fast jeden Nachmittag im Garten des Synagogenhofes zusammen, wo sie zu singen, zu spielen und sich zu unterhalten pflegten. Eines Tages, als Josef hier wieder einmal seiner Sehnsucht Ausdruck gab, nur ein einziges Mal, wenn auch nur für einige Momente, sehen zu können, ries ihm Lea plötzlich zu: „Dir könnte eigentlich vielleicht geholfen werden!" „Wie denn, Lea?" „Höre, lieber Josef! Es ist ja nicht mehr lange zu Schabuoth. Du wirst wohl ebenfalls davon erzählen gehört haben, daß in der Nacht auf den ersten Tag des Wochenfestes, wo alle frommen Juden betend und lernend bis nach Mitternacht im Gotteshause verweilen, daß da gerade zu mitternächtlicher Stunde sich der Himmel spaltet." „Ja," erwiederte der Blinde, „ich habe mehr als einmal die Schüler meines Vaters und auch ältere Leute davon sprechen gehört. Man schreibt dieses Ereigniß, welches alljährlich sich wiederholen soll, dem Umstande zu, daß am Schabuoth einst Mathan Thora (Offenbarung der heiligen Lehre) am Berge Sinai stattgefunden habe, wo alle unsere Ahnen, die am Fuße des Berges unter der Führung unseres großen Lehrers Moscheh Rabenu standen, während es fürchterlich donnerte und blitzte, die himmlischen Stimmen, die da gewaltig ertönten, nicht nur gehört, sondern auch gesehen haben, wie es in unserer heiligen Schrift ausdrücklich heißt: „Wechol hoom roim es hakolos" (Exodus 20, 18), d. h. „Und das ganze Volk sah die Stimmen." „Ja, ja," stimmte Lea lebhaft bei, „so habe auch ich es gehört. Ferner erzählen sie: Wer den Augenblick zu erhaschen versteht, da sich der Himmel spaltet, und dabei rasch in einem einzigen Worte seinen Wunsch auszudrücken weiß, der habe bestimmte Hoffnung darauf, daß dieser sein Wunsch dereinst in Erfüllung gehe." „Ganz genau so habe auch ich es gehört," bestätigte Josef. „Und gerade zur mitternächtlichen Stunde, in der Nacht auf den ersten Tag des Schabuothfestes, bin ich, wie meine Eltern es wiederholt erzählt haben, geboren worden. Vielleicht ist auch dies eine günstige Vorbedeutung. Daß ich aber bisher noch niemals aus diesen Einfall gekommen war! Du bist ein kluges Mädchen, Lea! Aber wie stelle ich es nur an?" „Du mußt es vorerst Deinen Eltern mittheilen. — Höre, was sie dazu sagen." „O, sie werden mir ganz bestimmt dazu behilflich sein. Aber auch Du, Lea, mußt dabei sein. Du bist die Urheberin dieses Gedankens und darfst dabei nicht fehlen. Vielleicht erhört der Allmächtige sofort mein Flehen, da will ich Dich gleich bei der Hand haben, um Dir in Dein liebes Gesichtchen schauen zu können." (Schluß folgt.) Wochen-Knlenöer. Mittwoch, 31. Juli, 15. Aw, ntPDn. Freitag, 2. August, 17. Aw, Sabbar-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 7 Uhr 30 Min. Samstag, 3. August, 18. Aw, upy, Sabbat-Ausgang in Mainz u. Frankfurt a. M. 0 Uhr — Min. — Berlin s Uhr 45 Min — München 8 Uhr 3i Min. — Hannover 8 Uhr 57 Min. — Stuttgart 8 Uhr 52 Min. — Prag 8 Uhr 30 Min. — Straßburg 8 Uhr 50 Min. — Posen 8 Uhr 33 Min. Der „J-raelit" erscheint wöchentlich zweimal, Afontaes *»n«I Donnerstags, jebetaurf in mindestens zwei Bogen. Pieis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirr ganzjährlich, halbjährlich od-r vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Orr Buchhandel verkehrt durch V. Zs. Sleiuackr r, Leipzig, Notzplgtz jb. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Pctitzeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozufenduna unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für's Ausland 18 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3702. Telephon 315. Sine Rücksendung der an die Redaction eingesandten Manuskripte findet nicht statt, «*» bittet deshalb, sich von allen Einsendungen eine Copie zurückzubehalten. Stellensuchende erhalten aus Wunsch die Jnseraten-Beilage vier Wochen laug grattS und franco ingefandt. <N»e«fo stunden wir auf Wunsch die Zahlung deck Insertionckbetrags an anher Stelle Befindliche H#1 nach Erlangung einer solche«. Inhalt: sHauvtblatt): Leitender Artikel: Ein Gedenktag. — Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Aus Rorddeuschland. Rostock Oesier.-Uiignr. Monarchie: Waag-Neustadl. Persien: Smyrna. — Feuilleton: Licht. (Forlsetzung.- Jnhalt der Beilage: Leitender Artikel: Ein russiicher Geheimerlaß gegen die Juden. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Teutschland: Berlin. Koniß. Miltenberg Rußland: Tiflis. Palästina: Jerusalem. — Literarisches. Extra-Beilage: Spenden Verzeichnisse. Verantwortliche Redaction Oscar Lehmann in Mainz. - Expedition des „Israelit", Schottstraße iUr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'scheu Hofbuchdruckerei Actien-Geseflschaft in Mainz. Hierzu zwei Beilage»

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