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Der Israelit · 1901-03-28 · Heft 25 (28.3.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 25 (28.3.1901)
Date
1901-03-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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579 worben. Von diesen jüdischen Besitzthümern liegen 12 — und zwar die Kolonien Kastinjeh, Gadrah, Richonle-Zion, Rochowoth, Ekron, Waad-el-Chanin, Peßach- Tikwah, Cbederah, Artus, Kafar-Sabah, die kleineren Kolonien Mozah und Jehudieh — in Judäa, elf Kolonien befinden sich in Galiläa. Es sind das die großen Dörfer Sichron Jakob, Rosch-Pinah, Jessud-Hamaaloh, Mischmar-Hajardon, Machnajim und Metuleh, die kleineren Kolonien Tanturah, Em-el-Gamal, Schwejah, Ajun-Situn und die jüngst von der „I. K. A." errichtete große Bujare Sejerah. Sechs Besitzthümcr befinden sich endlich jenseits des Jordans. Es sind das Sachem, Djolan, Nofo, Betimo und Bustom, sowie die Kolonie Bneb-Jehudah. Von diesen ca. 28,660 Ha. Land im jüdischen Besitz gehen ca. 23 pCt. resy. 6660 Ha. als unbebaut ab und zwar 280 Ha. für Baulichkeiten, Höfe und kleine (Gemüsegärten, und 210 Ha. für Wege und Straßen, 630 Ha. sind Sumpsland, welches erst trocken gelegt werden muß, 3880 Ha. sind Berge, steiniger Boden und Weideland, und weitere 1760 Ha. liegen noch brach, lieber die Verwendung von 6390 Ha. gibt der Verfasser keine nähere Auskunft. Der größte Theil dieses Landes wird wohl jenseits des Jordans liegen, ivo die türkische Regierung einstweilen jeden Kolonisationsversuch leider inhibirt. Die einstweilen bereits unter Kultur genommenen Ländereien im Umfange von 16,600 Ha. werden von den Juden in geradezu musterhafter Weise gepflegt. Das Hauvtprodukt der jüdischen Kolonisten ist, wie wir aus der Schrift des Herrn Manasse Meierowitsch zu unserer Genugthuung erfahren, und im Gegensatz zu der bisherigen allgemeinen Annahme, nicht Wein und Baumsrüchte, sondern „Getreide," deffen Anbau jedem größeren Kolonisationsunternehmen als Basis dienen muß. Nicht weniger als 12,643 Ha., d. i. 76 pCt. allen in Eultur genommenen Landes, werden mit Getreide bebaut, während für Baumkulturen und Plantagen im Ganzen nur 3866 Ha. reservirt werden. Unter diesen nimmt der Weinbau mit 2630 Ha. die erste Stelle ein. ihm folgt in weiter Entfernung die Anpflanzung von Oliven mit 4°4, die von Mandelbäumen mit 239 und die von Apfelsinen (in Bujarenl mit 207 Ha.: 303 Ha. sind mit Maulbeerbäumen bevflanzt, ein Beweis dafür, daß die jüdischen Kolonisten in Palästina eine bedeutende „Seidenzucht" betreiben. Auch wohlriechende „Essenzen" bverden von ihnen hergestellt, wie die 67 Ha., welche unter „Rosenbau" genommen sind, beweisen. Zur Sanirung des fieberschwangern Klimas wurden von den Juden maffenhaft Eucalhptusbäume, darunter allein in Chedereh 200,000 Stück, angepflanzt. Die Eucalyptusbäume werden auch als „Nutzholz" gepflegt, wie ein 48 Ha. umfaffender Eucalyptushain beweist. Endlich erwähnt die Schrift des Herrn Meierowitsch einiger ansehnlichen „Gemiisegärten" mit künstlicher Bewässerung im Umfange von 67 Ha. Zur Bearbeitung ihrer Felder besitzen die Kolonisten 764 Pflüge, 426 Wagen, 1112 Pferde und Maulthiere, sowie 466 Ochsen. Ferner 1336 Milchkühe und 2142 Schafe und Ziegen, die alle in 612 Ställen untergebracht sind. An sonstigen Baulichkeiten wurden 696 Gebäuden aufgeführt, darunter 2 umfangreiche „Weinkellereien", eine Böttcherei, 6 Mühlen, eine Glasfabrik, eine „Seidenspinnerei" und ein Laboratorium. Als den bedeutendsten Erfolg der jüdischen Kolonisation in Palästina wird jedoch stets und immer die Thatsache angesehen werden müffen, daß nicht weniger als 6692 Juden, welche bis dahin in Städten gelebt und allerhand Kleinhandel getrieben haben, zu echten und rechten Bauern gemacht worden sind und dadurch der Beweis erbracht worden ist, daß der Jude überall, ivo sich nur eine günstige Gelegenheit dazu bietet, ebenso!oie in Handel und Industrie, auch in der Landwirthschaft ebensogut und unter Umständen noch besser als der Arier seinen Platz auszufüllen vermag. Die christliche Welt, soweit sie gerecht und vorurtheilslos ist, hat durch die Kolonisation Palästina's eine Lehre erhalten. die, ivenn sie erst genügend bekannt geworden sein wird, günstige Früchte tragen wird. Aber auch die türkische Regierung könnte aus den vorliegenden Erfolgen der Juden in Palästina etwas lernen. Die Juden haben 18 neue Traubensorten und 7 neue Obstarten in Palästina acclimatisirt. Ferner haben sie neue Weizen- und Gerstenarten eingeführt, den Anbau von Kartoffeln cultivirt, türkischen Tabak angepflanzt und die Seidenzucht eingeleitet. Im Gegensatz zum Araber, der in Palästina „Raubbau" treibt, geben die Juden dem Boden Dung, arbeiten mit eisernen Pflügen, mähen und dreschen mit Dampfmaschinen und „säen Futter" für das Vieh. Die Juden fabriziren Wein, Eognac, Seide und wohlriechende Essenzen. Endlich vslanzen sie ganze „Eucalyptuswälder" und saniren an zahlreichen Stellen das hie und da ungesunde Klima. Solche „wahre" Kulturträger, welche im besten Sinne des Wortes „Kultur nach dem Osten tragen," sollte die türkische Negierung nicht in ihrer Kulturarbeit hindern, sondern nach Kräften zu fördern suchen. Wie bedeutend die iüdische Kolonisation jetzt schon die „Steuerlraft Palästina's" hebt, beweist das Beispiel von Rischon-le-Zion. Vor 18 Jahren brachte das elende Arabernest Ajun.Karah, auf dessen Boden sich jetzt die jüdisch- Kolonie Rischon-le-Zion sich erhebt, der türkischen Regierung 300 Frcs. jährlich Steuer ein. Jetzt bringt dieser Boden, den die Juden in eine reiche Weinplantage umgewandelt haben, „nicht weniger als Frcs. 30,000 ein. Die Juden haben schon einmal der Türkei großen Segen gebracht. Damals waren es die spanischen Juden, welche nach ihrer Vertreibung aus Spanien im 16. Jahrhundert nach der Türkei gingen und ihr einen gewaltigen Zuwachs an Kapitalien und Intelligenz

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