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Der Israelit · 1901-03-28 · Heft 25 (28.3.1901) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 25 (28.3.1901)
Date
1901-03-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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576 Geschlechte vor ihm die geordnete Mesachta Kelim vorlag. Vorzügliche Gelehrte der Gegenwart haben, ausgehend von den Worten N. Scherira Gaon's und R. Simson von Ehinon gewisse Theile der Mischna namhaft gemacht, die nach Ordnung und Wortlaut der Zeit vor Rabbi angeboren, zum Theil sogar schon vor der Temvelzerstörung ihre jetzige Jwrm hatten. Herr Halevv stellt im vorliegenden Theile seines Dorot Harischonim zu diesen fragen Behauptungen auf, die durch zahlreiche Beweise gesichert, uns das Verhältnis; Rabbi's in ganz neuem Lichte zeigen und zugleich mit der einer wiedergesundenen Wahrheit inne wohnenden Kraft eine ganze Reihe von Schwierigkeiten lösen. Wir wollen diese wichtigen Sätze möglichst wortgetreu aus dem Hebräisch des Dorot Horischonim übertragen: „Das letzte Geschlecht der Empfänger der Mischna ist nicht das Geschlecht Rabbi's, wie wir gewöhnlich annehmen, sondern das Geschlecht R. Meir's, R. Jebuda, R. Jose, R. Simon, R. Elasar b. Scha- >uua, R. Simon b. Gamliel, R. Josa b. Korcha, R. Rechemia, R. Jochanan Hasandlor, R. Jsmael, Sohn des R. Jochanan b. V'roka und ihre vielen Genossen. Rur diejenigen, die als Schüler mit den Groszen des letzten Geschlechtes der Empfänger der Mischna Umgang hatten, sie nur rechnen noch zu den Geschlechtern der Tanaim. sie sind in Wahrheit das letzte Tanaimgeschlecht. Rach der Ordnung ihrer Tradition wurde in den Tagen Rabbi's und seiner Genossen in feststehender Prägung die Mischna abgeschlossen, am Ende der letzten Redaktion." (Kap. 19 d Dor. Ha risch. Bl. 99 a.) 2) Und so ist das Berhältniß bezüglich der eigentlichen Ordnung der Mischna. Die ganze Mischna in ihrer Ordnung war schon vor der Tempelzerstörung genau geordnet. In den Tagen Rabbi's wurden nur Die Worte der ihm vorangehenden beiden Geschlechter geordnet. Das ist das Geschlecht R. Gamliel's, R. Joi'ua. R. Elasar, R. Akiba, R. Tarphon, R. Jsmael und alle ihre Zeitgenossen, ebenso wie das auf sie folaende Geschlecht ihrer Schiller R. Meir, R. Jehuda, R. Jose, R. Simson, R. Elasar b. Schamua und ihre grasten Genossen. Auch Vieles, was diesen Geschlechtern gehört, wurde schon von Vorgängern Rabbi's der Mischna zugefllgt. Rur brachten sie getreu die Meinungsverschiedenheiten in Aorm und Lehrweise zum Ausdruck. Rabbi und seine Genossen führten dann dieses an manchen Stellen, ohne den Tradenten zu nennen, in der Weise der ursprünglichen Mischna an: wenn erforderlich, wählten sie für die eine Ansicht die anonvme Jwrm. während sie bei der andern den Ramen ihres Trägers nannten, oder sie nannten auch zuerst einenRamen u. führten dasEntgegenstehende im Ramen der Majorität an, Alles nach ihrer letzten Entscheidung. Sie wählten die feste Prägung nach der Lebrmeinung. zu der sie sich zuletzt entschieden hatten, gemäst dem, wie es sich ihnen klar herausgestellt hatte." (Kap. 21, Bl. 41 a.) Die Beweisführung unseres Meisters zu diesen Sätzen ist reich, glänzend und, wie wir glauben, unwiderleglich. Daß nicht Rabbi und seine Zeitgenosse^, sondern die beiden vorhergehenden Tanaimgeschlechter die eigentlichen Träger der Mischna sind, wird durch den Hinweis darauf erhärtet, daß diese außerordentlich häufig, wie bekannt, in der Mischna genannt werden, wahrend Rabbi und die Größten nach ihm, so oft ihr Rame uns auch in Boraita und Gemara begegnet, in der Mischna äußerst selten mit Namen erwähnt werden. Die merkwürdige Belesenheit Halevy's macht uns hier, wie an vielen Stellen seiner Schriften, auf überraschende Thatsachen aufmerksam. Rabbi selbst wird in der Mischna von Seder Moed nur an einer Stelle genannt und zwar Sabbat 6,5. In Baba Kama, Mezia und Bathra zusammen findet sich sein Name nur in einer Mischna, Baba Kama 3. In der Gen Ordnung Taharot findet sich kein Ausspruch von ihm und nur von einer seiner Einrichtungen wird Aholot 18, 2 erzählt. Von Rabbi's großem Zeitgenossen R. Elasar b. R. Simon, bezüglich dessen im Jeruschalmi Doulai 2,1 besonders betont werden muß, daß selbst ihm gegenüber, wenn er allein gegen Rabbi steht, die Halacha dem Rabbi folgt, finden sich in allen sechs Sedarim der Mischna nur drei Aussprüche. Auch von dein in der Gemara so oft genannten R. Simon b. Elasar hat die Mischna nur sieben Aussprüche, deren Mehrzahl agadischen Inhalts ist. Diese in der Mischna genannten Zeitgenossen Rabbi's sind die letzten eigentlichen Tanaim. Selbst ältere Genossen R. Juda des Heiligen, wie R. Chija, gehören schon zu den Amoraim, sie sind höchstens als Halbtanaim zu bezeichnen. Die letzten Tanaim der Mischna sind nämlich diejenigen, welche im persönlichen Verkehr init R. Simon ben Gamliel, R. Meir, R. Jehuda b. Jlna. R. Jose, R. Simon b. Jochai und ihren Genoven standen. R. Ehija dagegen, obgleich er gleichaltrig mH Rabbi, vielleicht sogar älter als dieser ist, kam erst im späten Alter mit seinen Söhnen und anderen Genossen von Babylon nach Palästina, zu einer Zeit, als Keiner von den Genosien R. Simon b. Gamliel's, des Vaters Rabbi's, mehr lebte. Gewöhnlich bezeichnen wir auch die Tosefta mit dem allgemeinen Namen Boraita. Halevy unterscheidet hier scharf. Die Tosefta ist so alt wie die Mischna und der bei Weitem größere Theil derselben entstand parallel mit der Mischna, als eine Erweiterung oerselben, nur daß die Tosefta weiter hinabreicht als die Mischna und in ihr auch Lehrmeinungen und Traditionen im Namen der ersten Amoraim oder Halbtanaim angeführt werden. In der Mischna selbst sinder sich nur eine Einrichtung aus der Zeit nach Rabbi erwähnt und zwar die wichtige Tha.tsache s.L'7! U’"! rr-i daß Rabbi, mit welchem an dieser Stelle nach der Gemara Aboda Sara 37, der Enkel R. Juda des Heiligen, Rabbi Juda Nesia, gemeint ist,

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