Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 25 (28.3.1901)
- Date
- 1901-03-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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42. Jahrgang. M SS Der Zsraeltt. Kentrat-Hrgan für das orthodoxe Zudentßum. Begründet von Dr. ft^manu in IHainj. Donnerstag, den 2 8. März 566M1SY1). Da mit dem 1. April 1901 ein neues Quartal beginnt, ^erlauben wir uns, die ge- _ ehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namemlick bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1901 eingetragen unter Nr. 3702. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis. Unsere nächste Nummer, eine Doppelnnmmer, erscheint des heiligen Petzach- HSp®f festes wegen, Dienstag, den 2. April. Leitender Artikel. Wbi bis U f di iiiiü Üiabiiia von Rabbiner Dr. Bondi. 111. Mainz, 26. März. nx-nn sp xmi rx ri n:tyo syso fr: '"n 'n. „Rabbi und Rabbi Nathan sind das Ende der Mischna, Nab Aschi und Rabina das Ende der Entscheidung (des Talmud)." Aus diesen Worten der Gemara in Baba Mezia 86 geht hervor, daß das Verhältniß Rabbi's zur Mischna ein Aehnliches ist, wie das Rab Aschi's zur Gemara. Deffenungeachtet sieht man gewöhnlich, gestützt auf die Bemerkungen der hervorragendsten Erklärer desTalmud, in Rabbi den erstenOrdner der vor ihm nicht gesammelten Sätze der mündlichen Lehre, sowie denjenigen, der dem Wortlaut derselben erst die Prägung gab, die sie in der Mischna haben; während Rab Aschi in dem Volksbewußtsein nur der große Mann ist, welcher der vor ihm schon geordneten Gemara die letzte Form gab. Der Gaon Scherira in seinein berühmten Sendschreiben lehrt schon ein Anderes. Rach ihm hat der Wortlaut vieler Mischnajot schon lange vor Rabbi festgestanden. Als Beweis gilt ihm die Mischna in Svnhedrin, worin von Rabbi Jochanan b. Saccai erzählt wird, daß er die anklagenden Zeugen eines Mörders nach der Beschaffenheit von Feigenstylen fragte, und wo der große Lehrer noch ohne jeden Titel einfach Ben Saccai genannt wird. Es sagt uns dieses, nach der Gemara z. St., daß wir diese Mischna in der Form vor uns haben, die ihr zur Zeit, da R. Jochanan ben Saccai noch als Schüler zu Füßen Hillel's saß, gegeben wurde. Ferner zeigt Aehnliches die Gemara Erubin 63b, wo Rabbi selbst (nach der richtigen Lesart R. Scherira Gaon's) fragt, ob wir in der betreffenden Mischna onyn nx psyo nara das Wort paye mit Aleph oder mit Ajin zu schreiben haben. Daß Mesachtot schon vor Rabbi geordnet waren, geht aus der bekannten Erzählung in Horiot 13b hervor, wonach R. Meir und R. Nathan den Vater Rabbi's, R. Simon ben Gamliel, durch eine Aufforderung, die Mesachta Ilkzin vorzutragen, in Verlegenheit bringen wollten und R. Jakob b. Karschi durch das fortgesetzte Lernen dieser Mesachta den R. Simon aufmerksam machte. Auch die Mesachta Sabbat muß vor Rabbi bestanden haben, wie aus der 9. Mischna im 6. Kapitel hervorgeht. Der Traktat Ediot war zwei Generationen vor Rabbi festgesetzt, am Tage, da man dem R. Elasar b. Asarja das Patriarchat übertrug. Rabbi hat hier nur noch hinzugefügt, was in den Tagen seines Vaters gelehrt wurde. Auch der berühmte Tosaphist R. Simson v. Chinon weift in seinem Sefer Keritut darauf hin, daß der Ausspruch R. Jose's am Schluß des Traktats Kelim: „Heil Dir Kelim, daß Du mit Reinheit schließest", deutlich zeige, daß schon den Lehrern Rabbi's oder dem