Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 24 (25.3.1901)
- Date
- 1901-03-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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■- -»?»>' j^iRMw. .^•»^üigPgl^fjWgpjPjgBPW WM 564 nicht viel weniger extremer Gesinnungsgenosse, führte ihn ein und gebrauchte bei dieser Gelegenheit die Worte: „Gehe vorwärts und trage die Ansichten über die Offenbarung und das Judenthum vor, sowie Du sie in der Vergangenheit vertreten hast, wir wünschen Dir Erfolg in solchem Unternehmen." Darüber wäre ja weiter nicht zu reden, aber Dr. K. ist zugleich Mitglied und, wenn ich nicht irre, im Präsidium des „Board of Jewish Ministers," hat also quasi im Aufträge und im Namen desselben diese Installation vorgenommen. 'Wenn nun diese Vereinigung nur auf neutralem Gebiete Zusammengehen sollte, wie es von einem orthodoxen Mitgliede hervorgehoben wurde, wo bleibt da die Neutralität? Können die orthodoxen Mitglieder dem Wunsche des Dr. K. beistimmen? Dies wäre doch .'er Orthodoxie ein Schlag in's Gesicht. Und wenn Dr. K., wie es dann hieß, nicht im Namen des Verbandes gesprochen, jedoch, wie von dem erwähnten orthodoxen (!) Rabbiner zu dessen Vertheidigung hervorgehoben wurde, die Orthodoxen die Minorität im Verbände bildeten und dem talmudischen (!) Grundsätze gemäß, in der Majorität verschwänden, Dr. K. sei also im Rechte gewesen, im Namen der Majorität zu sprechen, was bleibt dann consequentermaßen dieser Orthodoxie weiter übrig, als in der Neologie aufzugehen? — Ebensowenig wird im Zusammengehen der beiden Richtungen in Betreff des Sabbat etwas Ersprießliches herauskommen. Hat doch bereits einer der sog. orthodoxen Rabbiner, d. h. der sich selbst dafür hält, trotzdem in seiner Gemeindespnagoge Männer und Frauen zusammen sirzen, Orgel etc. eingeführt ist, erklärt, auf seiner Ansicht zu bestehen, durch, wenn ich mich recht erinnere, späteren Freitagsabend-Gottesdienst und andere derartige Mittelchen auf die durch :,:r Verhinderten zu wirken, selbst auf die Gefahr hin, als Reformer betrachtet zu werden, und möchten wir an den geehrten Herrn nur die Frage uns erlauben, wie viel rzv 'bbr.z er in seiner vieljährigen Wirksamkeit (!) als Rabbiner schon zz:zb -rrz hat. Gehen wir nun endlich auf den neutralen Boden über, auf dem ja die divergirenden Richtungen wirklich Ersprießliches leisten könnten, auf den der Wohlthätigkeit, so sehen wir hier in den „United Hebrew Charities," die jährlich Hunderttausende von Dollars verschlingen, daß wenn ein Arbeitssuchender kommt und wegen Befreiung von Arbeit am Sabbat spricht, mit ihm einfach weiter gar nicht verhandelt wird. Daß in jüdischen Krankenhäusern und Altersversorgungsansialten, die von diesem Verbände patronisirt werden, "s direkt zugeht, ist nicht nur eine Schmach und Schande für das Judenthum, sondern geradezu ein 2LM dch'n. Wie sollen Nichtjuden Achtung vor demselben haben, wenn sie sehen, daß die prominenten Juden selbst es so verachten, indem sie dem armen und tranken Bruder, sogar wenn sie ihm körperliche Hilfe zu Theil werden lassen, seelische Qualen bereiten? Man könnte hierbei das bekannte Bonmont: zn S'tprp selbst im Plaudern dawenen (beten) sie, umwenden und sagen: Selbst im Wohlthun verursachen sie Schmerz. Doch genug von diesen verdrießlichen Sachen, das Herz blutet Einem, wenn man von der größten jüdischen Khillo auf dem Erdenrunde solches berichten muß bv. H. H. Feuilleton. Mine gebildete Wrau. Von fabelt? Iried. 2s Der schrille Ton der Ladenglocke ertönte und noch bevor eines der Eheleute in den Laden gelangte, öffnete sich die zu diesem führende Stubenthüre und herein trat ein kleines Männchen in ärmlicher, aber reinlicher Kleidung, sich sorgfältig an der Thüre die tothigen Stiefel putzend. „Burach habu, reb Jajkew," rief ihm der Hausherr entgegen. „Buroch habu," tönte es ihm zurück. Rösl stand auf und bot ihren Stuhl dem Besucher an. „Ich danke, Madame Rösl, ich habe keine Zeit zum Sihm. ich komme eigentlich zu Ihnen. Krumm Jittel in gestorben!" — „Buroch dajen eures," flüsterten Eli und sein Weib. Nach einer Weile sagte Rösl: „Ich war ja heute früh dort, und der Doktor meinte, er wird sie durchbringen; heute Abend wollte ich wieder hingeben und die Nacht dort wachen." „Ich weiß ja, Sie sind eine Ische chaschuwe und gehen zu den Eholerakranken, sie zu pflegen, wie wenn es gar nicht ansteckend wäre. Aber heute hat ihnen der Malach hamowes die Mühe erspart. Sie soll es mir mochel sein, aber für sie war es ein Mizwetod, daß sie Gott erlöst hat. Der Dalles war bei ihr eingenistet und von Kirweh zu leben, davor soll Gott jeden ehrlichen Neschume bewahren. Ja, wenn alle Leute wären wie Neb Eli und Madame Rösl Fischer!" „Mir machen Sie keine Complimente, die ich nicht verdiene," warf Eli ein, „ich habe gar kein Verdienst dabei, das gebührt einzig und allein meiner Rösl." „Aber Sie haben ihr nie was gewehrt, Reb Eli, das ist auch schon eine Guthat," entgegnete Jajkew Schames, denn dies war der Angekommene. „Also Frau Rösl, was sotten wir jetzt thun? Im Hause darf das Mes nicht bleiben, der Doktor läßt dies nicht zu. In einer Stunde kömmt der Todtengräber mit dem Oraun und führt es auf das Beschajim. Wer soll das Mes metaher*) Hin?" *) Waschen und auf leiben.