Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 23 (21.3.1901)
- Date
- 1901-03-21
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
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13 -ibk R. Elasar, Sohn Asarjah's sagte: Siehe, ich komme mir wie ein Siebziger vor, doch gelang es mir nie eine Andeutung zu finden, daß man auch des Nachts verpflichtet sei, den Auszug aus Ägypten zu erwähnen, bis es Ben Soma gedeutet hat! Es heißt nämlich in der Schrift: Damit du dich des Tages deines Auszugs aus dem Lande Ägypten erinnerst alle deine Lebenstage. Deine Lebenstage hingegen deutet zugleich auch auf die Nächte. Die Weisen aber sagen: Deine Lebenstage hieße blos das gegenwärtige Leben; alle deine Lebenstage aber deutet auf die Zeiten des Messias.! 13? pk nn .rrnj/j? -njp$ ’3i ipx I r-'NT -igxng ’irbr *o'l irus? nyyff; ♦^x'D'ir:|3 rnEh^Tj;. onjfp! hkp -nsa arn# -Din;yp> igKip; 72 'd’pti ,?i”n ’p’ ’p; h orixb j ’p’ onpis b’psb] .nibbb .^n ’P’ 15^?’3nb ’p; 73 .nrn n^iyn ,?pjri tiTEflSri mp’7 Wiederum anders waren die Lebensumstände Rabbi Elasar's ben Asarjah. Er entstammte einer der vornehmsten und reichsten Familien Israels; er war ein directer Nachkomme Esra's, des zweiten Moscheh, des Neubegründers des jüdischen Volkes, des ersten Hohenpriesters nach der Wiedererbauung des heiligen Tempels. Von seinem Reichthum kann man sich eine Vorstellung machen durch die eine Thatsache, daß in seinen Heerden jährlich 12,000 Kälber als Zehnten abgesondert wurden. Früh verwaist, widmete er sich, trotz seines ungeheuren Reichthums, trotz des Mangels der väterlichen Anleitung, mit solchem Eifer und Fleiße dem Thorastudium, daß er schon mit achtzehn Jahren zum Lehrer unsrer Lehrer, zum Fürsten von Israel erwählt wurde. Den geraden Gegensatz zur Lebensgeschichte Rabbi Eleasar's bietet die Geschichte Rabbi Akiba's dar. Dieser war der Sohn eines zum Judentbum übergetret nen Heiden. In Unwissenheit ausgewachsen, begann er erst mit dem v erzigsten Lebensjahre dem Studium sich zu widmen. Schon hatte ec Frau und Kinder, die er in Folge seiner fleißigen und eifrigen Studien nur kümmerlich versorgen konnte. Sechszehn Jahre hindurch wohnte er den Lehrvorirägen Rabbi Eliesers und Rabbi Josua's bei, ohne >,ch an der Diskussion betheiligen zu können. Dann aber begann sein Acht zu leuchten und entwickelte sich allmählich zu einer die Welt erhellenden Sonne. Er wurde der Lehrer und Führer von ganz Israel in wissenschaftlicher, in religiöser, in politischer Beziehung. Aber auch der Mann eines nicht ganz ungewöhnlichen Lebensganges sollte in dieserZerlauchten Gesellschaft nicht fehlen. Rabbi Tarphon entstammte einer geachteten P iesterfamilie; er selbst verrichtete noch in seiner frühen Jugend den heiligen Dienst im Hause Gottes, er war nicht arm, besaß auch nicht übermäßigen Reichthum. Von Jugend auf widmete e*: sich der Thora, und bei seinen glänzenden Anlagen wurde er einer der hervorragendsten Lehrer in Israel. In seinen Studien und seiner Lehrthätigkeit konnte ihn der Verlust seiner Söhne, die nacheinander starben, nicht stören; er hinterließ nur eine Tochter. Das waren die Männer, denen kein Geheimniß verborgen war, weder im heiligen, noch im pro’anen Wissen. Wir errinnern nur an die großen, astronomischen und naturwissenschaftlichen Kenntnisse des Rabbi Josua ben Chananja. Rabbi Josua war allen seinen Zeitgenossen an astronomischen Kenntnissen voraus und berechnete die Erscheinung eines Kometen, von dem die andern nichts wußten; auch beantwortete er sämmtliche Fragen, welche die Weisen von Athen an ihn richteten. Was konnte man düsen Männern erzählen, was sie nicht bereits wußten? Dennoch erzählten sie einander vom Auszüge aus Mizrajim die ganze Nacht hindurch, weil es Gott so geboten, und es uns demnach heilige Pflicht ist. Wie müssen erst wir uns bemühen, unseren Kindern und Hausgenoffen recht viel und anregend zu erzählen von all den Wundern, mit welchen der allgürige Gott unsre Befreiung aus dem Sktavenjoche verherrlicht hat! Die Diskussion eröffnete Rabbi Elasar ben Asarjah; ihm, dem Fürsten Israels, gebührte das erste Wort. „Bin ich doch," sagte er, „wie ein Siebenzigjähriger, und habe es nicht durchsetzen können, daß gesagt werde der Auszug aus Mizrajim in den Nächten, bis es erklärt hat ben Soma; Venn es heißt: damit du gedenkest des Tages deines Auszuges aus Mizrajim alle Tage deines Lebens. Die.Tage^oeines.Lebens— das sind die Tage; alle Tage deines Lebens — die Rächte. Uno die Weisen sagen: die Tage deines Lebens — einzuschließen: auch zu den Zeiten des Mesiias."