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Der Israelit · 1901-03-21 · Heft 23 (21.3.1901) · page 44

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 23 (21.3.1901)
Date
1901-03-21
Page
– (sequence 44)
Language
German
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12 nvwd Man erzählt von Rabbi Elieser, R. Jehoschua, R. Elasar, Sohn Asarjah's, R. Akiba, und R. Tarphon, daß sie einst zusammen speisen in Bene-Berak. Sie unterhielten sich vom Auszuge aus Ägypten die ganze Nacht hindurch, bis ihre Schüler kamen und sie anredeten: Lehrer! es ist bereits die Zeit gekommen, wo man das pLL' nx’*!p des Morgens zu verrichten hat. pti yisflrr pn n&yo nsie ’il* «3'PL. ’Snn ”rnr^’ ia pkt? bne«? vrn »pna 633 rgppVn# nn'Tppn ‘«aä*’ in« ^2 bnsb yü& ntnp ipr irniai an? np$i :nnW'^ fahrene ist Derjenige, welcher seine Kenntnisse im Leben praktisch zu verwerthen versteht mim nx dviv nbs, ja, mehr als das, wenn wir alle die geoffenbarte Gorteslehre, die höchste Weisheit, vollständig in uns ausgenommen hätten, selbst dann wäre es uns Pflicht, vom Auszüge aus Mizrajim zu erzählen; denn, wer recht viel davon erzählt, beweist dadurch erst, daß er die großen Schätze zu würdigen versteht, die Gott uns durch die Erlösung aus Mizrajim gnädiglich verliehen hat. Durch eine Tbatsache erbringt der Verfasser der Hagadah einen Beweis, daß selbst die Weisen, die Scharfsinnigen, die Erfahrenen, die Kenner der Thora nicht allein einander erzählt, sondern auch recht viel erzählt haben vom Auszuge aus Mizrajim, die ganze Nacht hindurch, bis der Morgen angebrochen war. Es ist eine erlauchte Gesellschaft, in die wir hier geführt werden. Die größten Männer Israels haben stch in dem Orte Bne Berak zusammengefunden am Seder-Tische. Da ist vor Allen Rabbi Elieser. Zum 'Unterschiede von andern Gelehrten desselben Namens nannte man ihn „den Großen". Nicht minder groß und bedeutend war sein Freund und Genosse, Rabbi Josua (ben Chananjah), und der Fürst Israels, Rabbi Elasar ben Asarjah, und der berühmteste Rabbi aller Zeiten, Rabbi Akrba und dessen Freund und ehemaliger Lehrer Rabbi Tarphon. Diesen fünf Männern war das gemeinsam, daß sie eine weli umfassende Gelehrsamkeit besaßen, daß sie edle, fromme, heilige Männer waren, und daß ihre gottgesegnete Thätigkeit für ihr Volk von der größten Bedeutung wurde; sie und roch einige ihrer Genossen waren die Erhalter der isr. Nation nach der Zerstörung des heiligen Tempels, nach der Auflösung des jüdischen Staates. Aber verschieden waren diese Männer, sowohl in Bezug auf ihre Charaktere als auch namentlich in Anbetraät ihrer äußeren Lebensstellung, ihrer Erziehung und ihrer Schicksale. Rabbi Elieser hatte, um der große und bedeutende Mann zu werden, die größten Schwierigkeiten zu überwinden. Sein Vater HorkinaS war den Wissenschaften abgeneigt und wollte seinen Sohn zum Landmanne erziehen, auch die Brüder des künftigen Lehrers von ganz Israel hielten zum Valor. Heimlich mußte der Jüngling dem Vaterhause entfliehen, um zu den Füßen des großen Rabbon Jochanan ben Sackai in den Geist der Gotteslehre einzudringen. Bei Tag arbeitete er für den Lebensunterhalt bei einem Schmiede, bei Nacht studirte er; oft verdiente er nicht genug, um seinen Hunger zu stillen; niemals versäumte er den Vortrag seines Lehrers. Dieser, voll Bewunderung für den Fleiß und das Genie seines Schülers, söhnle ihn mit dem Vat^r aus. Nun gestalteten sich die äußeren Verhältnisse Rabbi Eliesers sehr günstig; er wurde nicht allein wohlhabend, er trat auch durch seine Heirath in die Familie der Fürsten ein. Seine Gelehrsamkeit war allumfassend. Als einst Rabbi Josua das Lehrhaus Rabbi Eliesers in Lud besuchte, da küßte er den Stein, auf dem der gefeierte Lehrer zu sitzen pflegte und sprach: „Dieser Stein gleicht dem Berge Sinai; von ihm aus wird die ganze Thora gelehrt." Ganz anders gestaltete sich das Leben Rabbi Josua's. Seine Eltern liebten das Thora-Studium sehr und weiheten ihr Kind schon in zartester Jugend demselben. Die Mutter brachte den noch in der Wiege liegenden Knaben in das Lelrhaus, sammt der Wiege, damit die ersten Eindrücke, die das Kind empfangen, Tbora und nichts als Thora seien. Nach der modernen Psychologie und Pädagogik (Beneke; Fortlage) sind diese ersten Eindrücke vielfach maßgebend für das ganze künftige Leben. Der junge Josua wuchs heran und wurde einer der vorzüglichsten Schüler des großen Rabbon Jochanan ben Sackai. An äußern Glücksgütern blieb er arm bis an sein Lebensende. Er mußte sich sein Brod als svns erwerben. Das Wort wird verschieden erklärt; die Einen übersetzen es mit „Kohlenbrenner," die Andern mit „Nadelmacher." Jedenfalls war es ein schweres Handwerk, daß nur kärglichen Gewinn brachte. Diese Beschäftigung hinderte jedoch Rabbi Josua nicht, der Lehrer von ganz Israel zu werden, für sein Volk bei Kaisern und Fürsten einzutreten, es aus großen Gefahren zu retten und vor Verzweiflung zu schützen.

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