Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1901-03-18 · Heft 22 (18.3.1901) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 22 (18.3.1901)
Date
1901-03-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2449146-2449169--52925-2503489
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

614 Unterschrift Hassenpflugs versehene Schreiben aus dem Ministerium befand. Für diejenigen, welche sich noch für das Schicksal der vereitelten hessischen Synagogen-Ordnung interessiren, möge hier noch kurz bemerkt werden, daß dieselbe Rabbiner Hirsch in Frankfurt zur Begutachtung vorgelegt wurde und in Folge dessen die ministerielle Genehmigung nicht erhielt. — Darob große Verblüffung beim Landrabbinat, das von diesen Vorgängen keine Ahnung hatte, sondern seiner Sache ganz sicher zu sein glaubte. Als die Herren aber erfuhren, daß es ein einfacher Dorsjude, daß es der Malsfelder Gemeindeälteste Bensew war, welcher einen so dicken Strich durch die landrabbinatliche Rechnung gemacht hatte, kannte ihr Unmuth keine Grenzen mehr. Herr Dr. Pinhas ließ den Attentäter zu sich kommen, und fuhr, als er erschienen war,, mit einer ganz ungewöhnlichen Wuth auf ihn los, wie er, der ungebildete Landmann, die Dreistigkeit haben könne, auf solche Weise die Cirkel des hohen Vorsteheramtes und Landrabbinats zu stören. Er drohte, ihn seiner Stellung als Gemeindeältester zu entheben, er gab füglich gute, süße Worte, damit der „ungebildete Landmann" seine Opposition aufgebe; alles scheiderte an dem geraden, unbestechlichen Charakter des „ungebildeten Landmannes." Absetzen konnte man freilich einen Mann nicht, weil er rückhaltlos seiner Pflicht gerecht geworden war, aber man verleidete ihm sein Amt derart, daß er später um seine Enthebung nachsuchte. Inzwischen wurde im Jahre 1857 das Ministerium Hassenpflug entlassen und Scheffer wurde Hassenpflug's Nachfolger. Sofort wurde dem neuen Minister die inzwischen alt gewordene Synagogen-Ordnung zur Genehmigung Der „Israelit" erscheint vSclienilich iwelmul, Montag» and Donnorgfng«, frbtluf tat mindeste»- zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bet der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Ma» abonnirl ganzjährlich, halbjährlich »der vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehrt durch $. Jf. -lriuarkrr, Lripxrg, Notzplatz )v. — Inserate 25 Pfennig die »te^espaltene Peüueile »der deren Raum. Preis der Zeile im Reelametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für's Ausland i« Mark, an die Expedition franeo einsenden. Postzeitungsliste 3702. Telephon 315. Eine Rückfenhnng der an die Redaktion eingesandten Manuskripte findet nicht statt, «an bittet de«halb, sich von allen Einsendungen eine Eopie znrückzubehatten. Etellensnchende erhalten auf Wunsch die Juseraten-Beilage vier Wochen lang gratis und franko tznaesandt. Ebenso stunde« wir auf Wunsch die Zahlung des JnsertionsbetragS an anher Stelle Befindliche bis _nach Erlangung einer solche». Inhalt: (Hauptblatt): Leitender Artikel: Koheleth und die vessimistische Weltanschauung. (Schluß.) — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Breslau. Wreschen Bonn. München. Mannheim. Holland: Amsterdam. Rußland: Petersburg. Amerika: Newyork. — Feuilleton: Beim Minister. (Schluß.) Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Vorbereitung für das Peßachfest. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Inhalt der zweiten Beilage: Literarisches. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Köln. Oesterr.-Ung. Monarchie: Mezo Csath. Amerika: Kanada. Extra-Beilage: SpendenVerzeichnisse. Verantwortliche Redaktion Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Zf oh. Wirth'scheu Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschast in Mainz. Hierzu drei Beilagen. unterbreitet. Die Erinnerung an das drei Jahre vorher erlebte Fiasko hatte das Landrabbinat vorsichtig gemacht. „Wenn Bedenken gegen die vorliegende Synagogen-Ordnung auftauchen sollten," baute das ehrwürdige Landrabbint vor, „so könne man ja ein auswärtiges Landrabbinat darüber zu Rathe ziehen." Vermuthlich versprach sich das hohe Landrabbinat von einem ebenbürtigen auswärtigen Kollegium ein mehr svmpathisches Votum.- Aber es irrte auch diesmal. Das Ministerium sandte die unter einem so unglücklichen Sterne geborene Synagogen-Ordnung an das von Herrn Oberlandesrabbiner Lippschütz verwaltete Mecklenburgische Landrabbinat, welches ebenfalls sein Verdikt über sie aussprach. Seitdem hat das Landrabbinat keinen Schritt mehr gethan, um seine reformatorischen Tendenzen mit staatlicher Sanktion zu bekleiden. Daß auf diese Weise den kurhessischen Israeliten alle jene Widerwärtigkeiten erspart geblieben sind, die anderwärts in so gehässiger Weise zu Tage getreten, verdanken sie nächst Gott dem wackeren Viedermanne, dessen Gedächtniß diese Erzählung auffrischen und ihm so eine dankbare Erinnerung sichern möchte. >ochen-Galkndev. Donnerstag, 21. März. 1. Nissan, tcnn twn. Freitag, 22. März, 2. Nissan. Sabbat-Anfang in Mainz 6 Uhr 15 Min. Samstag, 23. März. 3. Nissan topn. Sabbat-AuSgang in Mainz 7 Uhr 39 Min. — Berlin 7 Uhr 06 Min. — München 7 Uhr 09 Min. — Hannover 7 Uhr 20 Min. - Stuttgart 7 Uhr 25 Min. - Prag 7 Uhr — Min. — Straßburg 7 Uhr 30 Min. — Posen 6 Uhr 53 Min.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.