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Der Israelit · 1901-03-14 · Heft 21 (14.3.1901) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 21 (14.3.1901)
Date
1901-03-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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485 nassen nicht zählt und die Mittel nicht wägt, zur Erhaltung ihres Judenthums zusammentreten und die Sorge für die Zukunft dem Gotte Israels anheimstellen, in dessen Dienst sie sich begeben, für den sie den Spott und den Hohn, und wenn es sein muß, auch den Haß der eigenen irregeleiteten Brüder hinnehmen. Unsere treuen französischen Gesinnungsgenossen werden auch an sich die Wahrheit des Wortes unserer Weisen erfahren: -£•= c-cs* xtisp r:z:z *z „Jede Gemeinschaft, die um Gottes Willen gegründet ist, wird am Ende Bestand haben." In diesem Sinne rufen wir denen, die sich in der Hochfluth des Pariser Lebens den Sinn für Gott und seinen Thron erhalten haben und ihn durch die Gründung einer Religions-Gesellschaft bethätigen wollen, aus bewegtem Herzen ein: zu! .'71 bx cb-'zn bz zzzzb ipin Zeitungsnachrichten unv Corrcfporrdenzerr. Deutschland. Berlin, 9. März. (Das Königliche Museum und der Antisemitismus.) Folgende kleine Geschichte, welche augenblicklich in den betheiligten Kreisen stark besprochen wird, rechtfertigt die oben gebrauchte Spitzmarke. In einem Wohlthätigkeitsverein, dem Juden und Christen angehören, wurde der Plan erwogen, bedeutende Privatsammlungen von Gemälden dem großen Publikum gegen ein Entree zugänglich zu machen, dessen Ertrag dem wohlthätigen Werke zu Gute kommen sollte. Der königliche Museumsdirektor Dr. B. schrieb in dieser Angelegenheit an einen Herrn v. D., den Inhaber einer solchen Gallerie, welcher erwiederte, „daß er nicht gesonnen sei, sich von den platifüßigen Juden seine Teppiche beschmutzen zu lassen." Herr Dr. B., Königlicher Museumsvirektor, schrieb darauf an Herrn v. D. einen Brief, worin er aus vollem Herzen dem Antisemitismus des Herrn v. D. zustimmte und noch einige Bemerkungen daran knüpfte. Zugleich richtete er an das jüdische Vorstandsmitglied des Wohlthätigkeitsvereins, Frau Direktor W., ein Schreiben, durch welches er lediglich die Ablehnung Seitens des Herrn v. D. kundgab. Zerstreut, wie alle großen Männer, verwechselte Herr Direktor Dr. B. die beiden Briefe und so erhielt Frau Direktor W. das ihr nicht zugedachte antisemitische Antwortschreiben des Direktors Dr. B. an Herrn v. D. Wie man hört, hat die Angelegenheit bereits ein Rachsviel in der Form gehabt, daß der liberale Maler Professor L. eine Erklärung von Herrn Dr. B. gefordert und eine solche von dem tapferen Königl. Direktor und Antisemiten auch erhalten hat. Berlin, 13. März. Eine Statistik der jüdischen Beamten im vreußischen Staatsdienst ist von nichtamtlicher Seite anläßlich der jüngsten Judendebatten im Landtage in Aussicht genommen. Es soll festgestellt werden, wie viel Juden in der Justizverwaltung, wie viel in den anderen Ressorts thätig sind, welchen Rang sie bekleiden, wie lange sie im Dienste sind u. s. w. Es kommen neben der Justizverwaltung die Schul-, Eisenbahn-, Bau- und Postverwaltung in Betracht. Frankreich. Paris. (Eine ofsicielle Kundgebung d e r „I. K. A.") Das Verhalten der „I. K. A." den jüdischen Kolonisten in Palästina gegenüber hat in weiten jüdischen Kreisen Rußland's Befremden und Mißtrauen hervorgerufen. Das Mißtrauen wurde von den Kolonisten, welche die „I. K. A." hart anfassen zu müssen geglaubt hat, noch geflissentlich angefacht, ohne daß die Verwaltung der jüdischen Kolonisationsgesellschaft es bisher für nöthig gefunden hätte, durch eine offene und offizielle Erklärung die in den besten jüdischen Kreisen herrschende Beunruhigung über die Zukunft der jüdischen Kolonien in Palästina zu bannen. Am 16. v. Mts. fand nun in Paris eine von dem Kolonisationsverein „Dorsche-Zion" einberufene zahlreich besuchte Versammlung statt, welcher auch Grand-Rabbin Zadoe Kahn beiwohnte. Nachdem Rabbiner Ljubetzkp das Benehmen der „I. K. A." heftig kritisirt hatte, ergriff Dr. Max Nordau als Referent das Wort, um in scharfen Worten das feindselige Verhalten der „I. K. A." gegenüber den ihr vom edlen Baron Rothschild anvertrauten Kolonisten zu tadeln. „Wir wollen," führte Nordau aus, „unsere Zeit nicht verschwenden, um gegen eine Gesellschaft von Männern, welche auf die Stimme der jüdischen öffentlichen Meinung nicht den geringsten Werth legen, zu protestiren. Mögen die Juden sich doch selber helfen. Mögen sie denken, der Baron Hirsch habe nicht seinen einzigen Sohn verloren und das Judenthum nicht zu seinem Universalerben gemacht. Die jüdischen Kolonisten Palästinas haben der ganzen Welt gezeigt, was ein Jude in der Landwirthschaft leisten kann. Mögen daher die Juden sich ohne das Geld des Baron Hirsch behelfen. Wenden wir uns an das gesammte jüdische Volk, rufen wir sämmtliche Eowaweh-Zion in der ganzen Welt an. Von dem hier anwesenden Grand-Rabbin erbitten wir Unterstützung, als wie von einem gewöhnlichen Juden, nicht mehr, und ich bin überzeugt, daß es uns gelingen wird, die jüdischen Kolonisten in Palästina zu retten, welche nichts mehr als ibr tägliches Brod haben wollen. Ob die „I. K. A." auf unsern Apell reagiren wird oder nicht, ist gleichgiltig. Das Judenthum hat bisher ohne die „I. K. A." bestanden, es wird ohne sie weiter bestehen." Stürmischer Beifall folgte auf diese Rede, welcher sich aber sofort legte und einer ehrerbietigen Ruhe

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