Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 21 (14.3.1901)
- Date
- 1901-03-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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480 heim statt. Nun hat es eine weitere Verfügung getrnffen, die auch für Juden von Bedeutung ist. Als im Jahre 1876 das neue Schulgesetz eingeführt wurde, hat man die Rabbinen an Orten mit Simultanschulen sofort zu Mitgliedern des Schulvorstandes ernannt; ein Kreisschulinspektor, der früher Pfarrer gewesen, suchte in einem Schreiben an das Ministerium die Anstellung des Rabbiners zu Hintertreiben, indem er erklärte, daß Rabbiner von „Ras" stamme und „Lehrer" bedeute; seine philologische Deduction wurde ablehnend beschieden. Im vorigen Jahre erst wurde Dr. S a l s e l d - Mainz in den Schulvorstand berufen, mit ihm auch der freireligiöse Prediger. Die tath. Lehrerzeitung hatte nichts gegen den Rabbiner, wohl aber gegen das andere Mitglied und so kam's zur Entscheidung der höchsten Behörde, die nun dahin entschied, daß für die Folge auch jüdische Lehrer als Vertreter der Rabbiner in den Schulvorstand eintreten können und das ist mit großer Freude zu begrüßen. Karlsruhe, 12. März. Auch hier hat der unerbittliche Tod ein theures Opfer gefordert. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich Donnerstag, den 7. dss. Mts., die traurige Nachricht vom Hinscheiden der Frau Bankier Bella Hamburger, Wittwe des Begründers der hiesigen Bankfirma Veit L. Hamburger. Bermöge ihrer seltenen Tugenden, besonders wegen ihrer Gottesfurcht und Wohlthätigkeit, war sie eine der hervorragenden Zierden nicht allein der jüdischen Gemeinde, sondern der ganzen Stadt. Von der Verblichenen kann man mit Recht sagen vn ^x 'rztrc ntrx Heil dem, der sich, seinem edlen Herzenstriebe folgend, des Armen annimmt; denn ohne Rücksicht auf ihr großes Ansehen und hohes Alter suchte sie Arme und Kranke in ihren Wohnungen aus, um deren Schmerzen durch reichliche Gaben und Trostesworte zu lindern, wodurch sie sich als langjähriges Vorstandsmitglied des „Jsr. Frauenvereins" besonders würdig zeigte. Die ungewöhnlich zahlreiche Trauerversammlung, die zu Ehren der verewigten Frau Bella Homburger in der Leichenhalle des alten israelitischen Friedhofes anwesend war. ist der untrüglichste Beweis, welche aufrichtige Verehrung dieselbe in allen Kreisen genoffen hat. Die Leichenrede hielt Herr Stadt- und Konferenzrabbiner Dr. Appel. Mannheim, im März. Es ist immer erfreulich, wenn man aus unserer Gemeinde von einem Zeichen des wiedererwachenden jüdischen Lebens berichten kann. Als ein solches Zeichen dürfen wir auch die Purimfeier betrachten, welche die Schule des „Vereins zur Förderung des israelitischen Religionsunterrichts" dahier veranstaltet hat. Ein äußerst zahlreiches Publikum, vor allem nakllrlich die Eltern und Angehörigen der Kinder, hatten sich im kleinen Saale des Saalbau eingefunden und folgten mit sichtlichem Vergnügen den Produktionen der Kleinen. Tie Einleitung bildete ein „Festspiel nach antikem Neuster mit Chor," in welchem die Bedeutung des Purimfestes siir die Gegenwart dargestellt wurde. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Herrn Lehrers Jonas Simon, dessen unermüdlicher Thätiqkeit das Zustandekommen der Feier zu danken ist, wurde von drei Knaben ein. hebräisches Lied gesungen. Es folgten noch w-eitere Vorführungen, unter welchen besonders ein „melodramatisches Potpourri mit Pantomimen" zu erwähnen ist. Die Purimgeschichte ist darin in der Form eines Potpourri, zusammengesetzt aus verschiedenen Operntexten. Couplets und Volksliedern, in humoristischer Weise dargestellt. Den Schluß bildete wiederuin ein hebräisches Lied für dreistimmigen Knabenchor. Dip Anwesenden verließen sehr befriedigt die Veranstaltung und die Feier wird sicher nicht verfehlen, der Schule, die mit Eifer den Bestrebungen des gesetzestreuen Judenthums dient, in allen Kreisen neue Freunde zu ge>vinnen. Palästina. Jerusalem, 7. Adar. Außer dem bei Eintreffen der erschüternden Trauertunde in der p’i* cni” und Blumenthalschule abgehaltenen Hesped für Baron Wilhelm von Rothschild s. A., fand heute bei Ende der was gerade mit rvv iran ntpo mvwD cv zusammenfällt, eine zweite Trauerfeier in dieser Anstalt statt, welcher außer den Schülern und dem Lehrpersonale, auch eine größere Anzahl c’ezr h\Pbetwohnten. Nach Ablernen eines nrtr für den Verklärten >'*7 hielt der Direktor der Schule, Herr Rabbiner Jos. Chaim Oplatka-Prager, unter Zugrundelegung des Textes chxip' 'D2 twri rx xe>r rr einen ergreifenden Hesped, in welchem er in wohldurchdachter Rede ein Lebensbild dieses dm: iu>i p’-i* cm.-P entwarf und auf die Größe des unermeßlichen Verlustes besonders für ntsripn px hinwies. Kein Auge blieb bei den von Herzen kommenden Worten, thränenleer. Es wurde sodann das Gebet rcx recitirt und ein “piC' für Fr. Baronin Hanna Mathilde von Rothschild und Töchter nebst Schwiegersöhne gesprochen, und indem der Vorstand gleichzeitig die dürftigsten Schüler neu bekleidete, wurde auch der Armen gedacht und 100 Frcs. Rn pnin “um rotr: an würdige Armen als npw vertheilt. Leider gebietet die dieses Jahr in der heiligen Stadt doppelt fühlbare Noth, daß eine Bekleidung sämmtlicher Schüler veranstaltet wird, wozu aber Frcs. 1000 erforderlich sind, welche die Anstalt leider bei deren ohnehin nur spärlichen Einnahmen nicht aufzubringen im Stande ist. Edle Wohlthäter und Zionsfreunde werden gebeten, ihr Möglichstes zu dieser großen Mizwah beizutragen trnp sipcn mim Dp1? und der Vater der Waisen und Beschützer der Armen vergelte es allen Wohlthätern. nxi ,12^2:2 mtpi -11p tij? pr:«" xS* mm win’ nsasn :n,