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Der Israelit · 1901-03-11 · Heft 20 (11.3.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 20 (11.3.1901)
Date
1901-03-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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463 Eibenschütz' ein verhängnißvoller Streit, der nicht nur die Mitglieder der Gemeinde, sondern fast die gesammte Judenschaft in zwei Lager theilie. Eibenschütz wurde von seinen Gegnern beschuldigt, daß er ein Ketzer sei, welcher im Geheimen der Lehre des später zum Islam übergegangenen Sabbatai Zewi, des falschen Messias, huldige. Der Streit in der Gemeinde nahm solche Dimensionen an, daß sich außer dem Senat auch der König Friedrich V. von Dänemark in denselben mischte. Eine Zeit lang wurde Eibenschütz von seinem Amte suspendirt, später jedoch durch Gutachten des Karl Anton Helmstedt, sowie des Professors Meyerlin, namentlich aber durch Befürwortung der Gemahlin Friedrichs V. wieder in sein Amt eingesetzt. Breslau, im März. (Die preußische Verfassung in der Praxis.) Zum Kapitel „Jüdische Oberlehrer" wird der Bresl. Zeit." folgender interessanter Beitrag aus der Provinz übersandt: „Nach dem Staatsexamen pro fac. Gm. machte ich das Probejahr an einem Breslauer Gymnasium. Nach Beendigung des Probejahres wurde mit von meinem mir sehr wohl gesinnten Direktor wörtlich gesagt: „Wenn Sie übertreten, bekommen Sie sofort die etatsmäßige Hilfslehrerstelle, die jetzt vakant ist. Ich habe schon mit dem Schulrathe gesprochen." slebergetreten bin ich nicht, erhielt natürlich auch die Stellung nicht, durfte aber mit besonderer Genehmigung des Provinzial-Schulkollegiums noch ein Jahr ohne Entschädigung unterrichten; dann bewarb ich mich, als der Inhaber einer Breslauer Privatschule diese verlaufen wollte und wir über die Bedingungen schnell einig geworden waren, um die Konzestion. Die städtischen Schulbehörden kamen mir in der liebenswürdigsten Weise entgegen, der Stadtschulrath erklärte, er würde alles thun, um die Genehmigung zu ermöglichen, die Bedürfnißfrage vor allem in bejahendem Sinne beantworten u. s. w. Die Entscheidung lag bei der Regierung. Ich machte dem betreffenden Dezernenten — einem schon verstorbenen Schulrathe — meinen Besuch und erhielt zur Antwort, die Regierung behalte sich vor, die Bedürfnißfrage zu prüfen. Auf meine bescheidene Andeutung, daß die städtischen Behörden diese Frage durchaus bejahten, wurde mir der Bescheid gegeben, „nichtsdestoweniger behalten wir uns vor, die Bedürfnißfrage unsererseits zu prüfen." Diele Prüfung nun bestand darin, daß, als der Verkäufer der Schule am folgenden Tage selbst bei der Regierung vorsprach, um bezüglich der Konzeffionsertheilung sich zu informiren, ihm gesagt wurde, ein Jude erhielte die Konzestion keinesfalls. Thatsächlich erhielt auch ein christlicher Philologe die Konzestion nach kurzer Zeit." Bereut, 7. Adar. Mit dem Beginn des Monats Adar herrsche Frohsinn und Heiterkeit in den jüdischen Häusern und Gemeinden. Ernst und wehmüthig war aber die Feier, zu der wir uns heute, am 1. Adar, am Todestage unseres Lehrers Moses, in unserer Synagoge versammelten. Anknüpfend an eine sinnige Talmudstelle, schilderte unser Rabb., Herr Dr. Münz, die Gnadenmittel, die uns über alle irdischen Leiden, über die Flucht und Vergänglichkeit der Zeiten erheben, -v-" c-:s -cT nc Was tfiue der Mensch, daß er nicht wie eine Schaumblase dahinschwinde, sondern eine Spur seiner irdischen Wirksamkeit hinterlaffe? -xb' stt n.'.-rs '»z: ncr* Er stelle sich an die Spitze wohlthätiger Vereine, er setze einen Theil seiner Kraft und seiner Habe in den Dienst der Menschheit, er fördere und unterstütze das Gute und Edle, dann werde sein Name zum Segen und zum Heile auch in den sväteren Geschlechtern genannt werden. Ein leuchtendes Musterbild werkthätiger Menschenliebe führte der Redner in dem jüngst verstorbenen Baron Wilhelm von Rothschild s. A. vor. Tiefe Ergriffenheit bemächtigte sich der Zuhörer, als Herr Dr. I. Münz die Gottesfurcht und Menschenliebe dieses herrlichen Mannes schilderte und wehmüthig in den Ruf einstimmtc: prcnzrc bv bzr, „Wehe uns, wenn Männer aus unserer Mitte schwinden, die nur schwer Ersatz finden." Der Gerechte, der Fromme, wird in der heil. Schrift kPs. 92) zu der Palme, zu der Eeder verglichen. Wenn ein anderer Baum umgehauen wird, so setzt man ein junges Reis ein und bald wächst ein anderer Baum empor. Doch wenn eine Eeder, eine Palme gefällt wird, da vergehen gar viele Jahre, bis an ihrer Stelle ein Baum von gleicher Schönheit und Pracht erblüht. Eine solche himmelanstrebende Palme ist nun von der Hand Gottes gefällt worden. Am Schluffe ermahnte der Redner, von dem Beispiele dieses edlen Mannes zu lernen. Höher als alle irdischen Schätze von Gold und Silber stehen die geistigen Ideale, siebt die Liebe zur Thora und zu ihrem heiligen Gesetze. Insterburg im März. Wiewohl eine Verfügung besteht, daß die Prüfungsarbeiten der Abiturienten der höheren Schulen in einer Woche geschrieben werden müsten, hat doch der hiesige Gymnasialdirektor in Rüelstcht aui einen jüdischen Schüler des hiesigen Realgymnasiums, der am Sabbat nicht schreibt, die auf einen Samstag festgesetzte Arbeit auf den darauffolgenden Montag verlegt. - Hier starb plötzlich am Herzschlage Herr Moritz A u - r b a ch aus Straßburg, Westpr., im 41. Lebensjahre. töerr Auerbach gehörte zu den leider immer seltener werdenden Jehudim, die selbst auf Geschäftsreisen alle rxc treu und gewissenhaft erfüllen und sich besonders vor rctr Vt und n*Tcs rri,=xa büten. Unser Herr Rabbiner Dr. B e e r m a n n hat ihn nsSrtr i'ccc gewesen. Redner knüpfte seine eindrucksvollen, ergreifenden Worte an folgende Midraschstelle an: "T ,rrrs rr TJ~ -"HP mtn nrx ■j'nus wsi ne* und zeichnete das Lebensbild

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