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Der Israelit · 1901-03-11 · Heft 20 (11.3.1901) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 20 (11.3.1901)
Date
1901-03-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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46* die Fahne, zu der wir am Sinai geschworen. Das Judenthum in unseren Tagen gleicht einem auf dem Abhänge eines Berges stehenden Wagen, der nur von wenigen kräftigen Männern gehalten wird. Wenn diese Mäner ihre Hände wegziehen, dann rollt der Wagen hinunter und wird zerschmettert. Gezählt sind die kräftigen Hände, die das Judenthum Hochhalten. Erlahme unsere Kraft nicht, laffen wir unsere Fahne nicht sinken. Werden wir Träger der Thora, und sie wird uns tragen, wie sie das jüdische Volk während der Jahrtausende getragen hat. Sie wird uns kräftigen und stählen, unsere Hände werden immer kräftiger werden. — und wir werden gesunden. Wir Haffen im Allgemeinen jede Halbheit, seien wir daher auch keine halben Juden. Wandeln wir vor Gott und seien wir ganze Menschen, bis wieder Gott vor uns herziehen wird, der Gott der Liebe, und uns sammeln wird der gerechte Gott Jißroels. mbidxbi n D3*:b^ -pm ton*'! Zeitungsnachrichten und Corresponderrzcrr. Deutschland. Berlin, im März. Die zweite Besprechung über den „Judeniag" ist ausgegangen wie die erste. Die Vorschläge des einberufenen Komitees haben ein anständiges Begräbniß gefunden. Dabei hat sich gezeigt, daß die Sache immer weniger Interesse findet, je länger sie in der Öffentlichkeit kritisirt werden kann. Diesmal waren noch ca. 16 Herren gekommen, das erste Mal waren es etwa 60, ein drittes Mal kommt kaum noch Jemand. Erfreulicherweise hat nicht nur Süddeutschland entschieden Stellung gegen den Judentag in jeglicher Form genommen, sondern auch die großen Gemeinden Norddeutschlands haben ihre Betheiligung verweigert. Damit dürste dieses Projekt definitiv begraben sein. Uns kann dies unrühmliche Ende des bedenklichen Projektes nur recht sein, denn wir sehen in demselben eine nicht unerhebliche Gefahr für die geseyestreue Minderheit der deutschen Juden, die durch die Uniformitätsgelüste der Berliner Radikalen ä tu Rechtsanwalt Breslauer bedroht war. Berlin, 7. März. Am 24. Februar fand die Generalversammlung des Vereins „Schomer laboker und Mischan Abelim" zur Unterstützung armer Leidtragender statt. Der Vorsitzende, Herr Weinberg, gab an der Hand des Jahresberichtes näheren Aufschluß über die Thätigkeit des Vereins im Berichtsjahre und hob besonders hervor, daß in Folge des im Oktober v. Jahres den hiesigen Gemeindemitgliedern zugegangenen Aufrufes, derselbe 160 neue Mitglieder erworben habe, so daß dieser jetzt ca. 400 Mitglieder, einschließlich 20 immerwährende, zählt. Die Beiträge ergaben Mk. 3308, die Einnahmen aus den Büchsen Mk. 6224, die Unterstützungen an Leidtragende sind von Mk. 6431 in 1899 im letzten Jahre auf Mk. 6467 gestiegen, so daß wir uns einer allseitigen Vergrößerung unseres Vereins zu erfreuen haben. Auch der Versand der Büchsen ist von 262 im Jahre 1899 auf 604 im Jahre 1901 gestiegen. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren Weinberg, Mar Lichtenstein und Emil Pincus, wurden per Acclamation wiedergewählt. Zu Revisoren wurde Herr (5 arl Eahn wieder- und Herr H. Moriz Rosenow neugewählt. Frankfurt a. M., 8. März. Im Alter von 81 Jahren starb vor vierzehn Tagen Herr Heimann Metzler, der noch bis vor ca. zwei Jahren als Synagogendiener der Jsr. Religionsgesellschaft rüstig seines Amtes waltete. Vor fast sechszig Jahren kam Herr Metzler als einfacher Handwerker nach Frankfurt und war neben seinem Beruf eine lange Reihe von Jahren als pflichttreuer Beamter an der Chewra Kaddischa thätig. Erst im vorgerückten Alter wurde er von der Israelitischen Religionsgesellschaft angestellt und versah hier während eines Vierteljahrhunderts mit seltener Pünktlichkeit und Treue sein arbeitsreiches Amt. Seine Gesundbeit an Körver und Geist bewahrte er sich auch nach seiner Pensionirung. Noch am Vorabend seines Todestages ioar er zu Mincha in der Synagoge. Eine überaus große Anzahl von Personen gaben dem populären Manne das Geleite, und in Vertretung des durch Unwohlsein zurückgehaltenen Herrn Rabbiners, drückte im Namen der Gemeinde deren Vorstandsmitglied, Herr M. H a ck e n b r o ch , dem Entschlafenen warme Worte des Dankes und der Anerkennung aus. Die ganze Gemeinde wird für alle Zeit dem Heimgegangenen ein ehrendes Andenken bewahren. Hamburg. „Die jüdischen Gemeinden von Hamburg-Ältona und Wandsbeck um die Mitte des 18. Jahrhunderts zur Zeit Jonathan Eibenschütz'," so lautete das Thema eines Vortrages, den Herr Dr. Rosenthal, Pr. Stargard, im „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" hielt. In früherer Zeit hatten diese drei Gemeinden nur ein geistliches Oberhaupt, mit dem auch das Privilegium der jüdischen Gerichtsbarkeit verknüpft war. Der Sitz des Rabbinats war Altona; das geistliche Oberhaupt mußte sowohl vom König von Dänemark, als auch vom Hamburger Senat bestätigt werden. Im Jahre 1760 wurde Jonathan Eibenschütz zum Oberrabbiner der drei Gemeinden gewählt; er brachte eine große Anzahl von Schülern aus seinem früheren Wirkungskreise mit nach Hamburg. Leider entspann sich während der Amtsthätigkeit

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