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Der Israelit · 1901-03-04 · Heft 18 (4.3.1901) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 18 (4.3.1901)
Date
1901-03-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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414 andacht für die im Laufe des Jahres verstorbenen Gemeindemitglieder, statt. In einer Ansprache des Herrn Rabb. Dr. Cohn wurde auch der im Laufe des Jahres verstorbenen bedeutenden Männer israelitischen Glaubens gedacht. Abends fand im Stadthaussaale ein Festessen statt und war die Betheiligung eine recht zahlreiche, wie es in Folge der großen Beliebtheit des Vereins und seines segensreichen Wirkens, der unter der bewährten Leitung seines Borsitzenden, Herrn Leopold A l t m a n n , auch Hervorragendes leistet, nicht anders zu erwarten war. Der Geist, der in unserer Gemeinde waltet, zeigt noch echt jüdisches Wesen, das sich in Einigkeit zu großem Wohlthun und tiefem, religiösem Sinne kundgibt. An der Festtafel begrüßte zuerst der Vorsitzende Herr Alimann die so zahlreich Erschienenen und brachte alsdann ein begeistert aufgenommenes Hoch auf den Kaiser aus. Es folgte nun die Festrede unseres allverehrten, ehrwürdigen Herrn Rabbiners Dr. Cohn, sinnig und anmuthsvoll wie immer, und die in einer Lobrede auf den Vereinsvorstand ausklang. Unter mehreren anderen Toasten ist noch derjenige auf den Gemeindevorstand und die Repräsentanten hervorzubeben, der die wirklich vornehme Art des Wirkens und Schaltens der Gemeinde-Vertreter schilderte. Sodann sprach im Namen der Gemeindevertreter der Vorsitzende des Gemeindevorstandes, Herr Stadtrath Wiener — einer jener Männer, die die Säule des Judenthums bilden und ein bedeutender ern —aS-i — seine große Anerkennung für den Vereinsvorstand und deffen Leistungen aus. Nach der Tafel vergnügte und erheiterte sich die Gesellschaft an vortrefflichen und humorvollen Vorträgen und theatralischen Aufführungen und es war lange nach Mitternacht, als das Fest, das einen wahrhaft schönen und gemüthlichen Verlauf nahm, sein Ende erreichte. Köln, 26. Febr. (Jüdische Anwälte und Notare.) Der Vorstand der hiesigen jüdischen Svnagogengemeinde hat folgenden Beschluß gefaßt: „In Erwägung, daß 1. die fast durch nichts zu rechtfertigende Ansammlung jüdischer Anwälte in Berlin und anderen Großstädten als Ausgangspunkt der Pcltasohn'schen Interpellation sehr ungeeignet war; 2. die Gegenwart mit ihrem unfreien Geiste und ihrem alle Gebiete überwuchernden Konfeffionalismus dieser Interpellation so ungünstig als möglich sein mußte, wie denn auch das Votum des zu neun Zehntel reaktionären Landtages bewiesen hat; 3. ein energisches Verlangen nack Auslegung der Verfassung in einem den Juden günstigeren Sinne keinenfalls eine Verbesserung, möglicherweise aber eine Verschlechterung des bisher herrschenden Zustandes bewirken könnte, beschließt der Vorstand der Shnagogengemeinde Köln, die im Entwurfvorliegende Eingabe an den Herrn Ministerpräsidenten nicht abzusenden und dem Komitee „zur Abwehr des Antisemitismus" in Berlin hiervon Kenntniß zu geben." Wir haben den Beschluß erst jetzt gebracht, weil wir uns vorher über dessen Autenticität vergewissern wollten. Nunmehr rufen wir der Gemeinde Köln ein herzliches Jejascher Koach zu. Auch wir haben die Peltasohn'sche Interpellation sofort bedauert und wir glauben, daß die Mehrzahl der deutschen Juden den Kölner Beschlüssen zustimmen, wenn auch einige Großaemeiudeu sich von Berlin aus ihre „Gefühle" blindlings vorschreiben ließen. Dortmund, 28. Febr. Wenn Sie, geehrter Herr Redaeteur, aus dem Lande der schwarzen Diamanten, dem heiligen Westfalenlande, einen Bericht über religiöse Dinge empfangen, so ist wohl die Annahme berechtigt, daß, er nicht viel Gutes enthält. Doch diesmal ist das gerade Gegentheil der Fall, es ist ein Lichtstrahl aus dem dunklen Lande des religiösen Jndifferentismus, der angezündet, nicht nur die Herzen, sondern auch die Mägen aller frommen Jehudim erfreut. Es ist Tbatsache, daß man hier am Platze streng koscher speisen kann! Als ich heute in Esten und der Umgegend zu thun hatte, da hatte ich unfreiwillig Fasttag, und freute mich schon im Voraus auf heute Abend, wo ich entschädigt würde. Und ich muß. sagen, meine Freunde und Bekannten, die mir ermblten, daß sie in jeder Hinsicht mit der neuen Einrichtung zufrieden seien, hatten recht. Meine Erwartungen wurden vollkommen erfüllt; in der Restauration des Herrn Wolf, Ludwigsstraße 14, konnte ich mich an einem Abendmable erquicken. Welch' ein Erfolg des „Verein zur Wahrung der religiösen Interessen in Westfalen!," den Dank einer ungezählten Menge glaubenstreuer Jehudim hat er sich erworben! Was mich ganz besonders gefreut hat, das ist die peinliche Sauberkeit in dem Restaurant, die einen wohlthuenden Eindruck macht. Hoffentlich wird es bald möglich sein, in Dortmund ein Minjan zu constituiren, zumal am Sabbat; es ist dies sehr leicht herbeizuführen, da stets viele Reisende über Samstag nunmehr hierbleiben, die sonst da? nahe Köln oder Elberfeld aufsuchten. Es fehlt nur noch die Sefer Thora, um deren Beschaffung sich Freunde des Verein? bemühen. Auch hier bethätigt sich wieder der alte Ausspruch unserer Weisen: nutz: mn: Die Pflicht, die der Verein erfüllt, das noch bestehend? Religiöse zu schützen, hat nunmehr die schönste Frucht schon gezeitigt, indem sie den Grundstein zum Ausbau neuer Stätten gelegt hat, die vom jüdischen Gesetz und jüdischen Sinn gestützt sind. Möge der Verein weiter blühen und gedeihen und das neue Unternehmen reichlich unterstützt werden. K. München, 28. Febr. Die Hinterbliebenen des am 4. d. Mts. verstorbenen früheren Fabrikanten Herrn Elkan Wassermann (Firma Max Wassermann) richteten an den Magistrat folgendes Schreiben:

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