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Der Israelit · 1901-02-28 · Heft 17 (28.2.1901) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 17 (28.2.1901)
Date
1901-02-28
Page
– (sequence 19)
Language
German
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397 vorstehen, und ihnen zur Seite gestellt allseitig anerkannte geistig und sittlich hochstehende Männer, welche jedes an sie herantretende Bittgesuch auf seine Würdigteit hin gründlich prüfen, nach deren Ermessen die Vertheilung in größeren oder geringeren Beträgen zu erfolgen hat. Man mag mir einwenden, daß eine solche Unterstützungsbank der allgemeineren Wohlthätigkeit Abbruch thun könnte, daß gar Mancher als Mitglied einer solchen Bank die Ansicht hegen würde, nunmehr jeder anderen Unterstützung überhoben zu sein. Ich glaube, daß gerade angesichts der gegründeten Zionsbank ein solches Bedenken absolut hinfällig ist. Mir sind Männer bekannt, die jene Bank namhaft unterstiitzen und doch eine offene Hand sich erhalten haben, wie denn überhaupt das jüdische Herz keine Grenzen kennt in dem Bestreben, Gutes zu stiften und Anderer Leid zu mildern. Mögen diese Andeutungen genügen; sollte in ihnen auch nur ein einziges brauchbares Körnchen enthalten sein, dem aus fleißiger Säerhand aus Nord und Süd und Ost und West frische Saat in reichlicher Menge zuströmen würde, geeignet unter der Wartung und Pflege berufener Männer zu einer ersprießlichen Frucht für das Gesammtjudenthum heranzureifen, so würde ich die Anregung reichlich belohnt finden. hjjd uh» wbv 'x 'x oyu rrn. Dr. A. . . . (Das Central-Comitee für das große jüdische Krankenhaus für Jerusalem in Frankfurt a. M. würde sich zur Verwaltung einer derartigen Stiftung wohl gut eignen. Dasselbe besteht aus den ersten Rabbinern Deutschlands und einer Reihe hochangesehener Frankfurter Kauf- und Finanzleute. Dasselbe erfreute sich auch stets der besonderen Gunst des Barons Red. d. „Isr.") Zeitungsnachrichten und Correfpondenze«. Deutschland. Stuttgart, 26. Febr. Eine Krone ist von unserem Haupte gefallen, so klagen wir an der Bahre des im besten Mannesalter dahingeschiedenen Lehrers und Erziehers der Jugend. Am a,c?ptr 's pT? »s» w hauchte Herr Salomon Abraham, im Alter von 43 Jahren, nach nur zweitägiger Krankheit, seine reine Seele aus zum Schmerze seiner Familie und der ganzen Gemeinde. Als Sohn streng-religiöser Eltern in Kleinhausen a. d. Bergstraße geboren, wurde der befähigte Knabe mit dem 12. Jahre nach Biblis in die unter Leitung des Herrn Dr. Wolf stehende Bürgerschule gegeben, wo der Keim der religiösen Erziehung wuchs und gedieh. Zur vollständigen Ausbildung für den Lehrerberuf ging der junge Mann nach Hannover an das Seminar, das damals unter der Leitung des berühmten Pädagogen und Massoreten, Herrn Dr. Frensdorfs, stand. Rach Ablegung des Examens wurde Herr Abraham in Mainz an der Scharvogel'schen Lehr- und Erziehungsanstalt für Knaben angestellt. Dort erwarb er sich durch sein liebevolles Wesen, seine seltene Pflichttreue, nicht nur die Liebe seiner Schüler, sondern auch die Achtung der Eltern verschiedener Confesfionen. Da fand er auch die liebende Gattin, die ihm in gesunden und kranken Tagen treu zur Seite stand und nun mit dem verwaisten Kinde sich in unnennbarem Weh verzehrt. Im Jahre 1881 folgte er einem Rufe der isr. Religionsgesellschaft hierher, woselbst er zwanzig Jahre unermüdlich seines Amtes als Prediger, Cantor und Lehrer waltete. Mit seltener Meisterschaft übte er diese Funktionen, den Gottesdienst gestaltete er zu weihevollen Stunden, seine weiche, melodieenreiche Stimme, gepaart mit verständnißvollem Vortrage, wirkten fesselnd und erhebend auf die Andächtigen; sein Jugendunterricht und seine homiletischen Vorträge wirkten umso eindrucksvoller auf das Gemüth der Kinder, sowie der Erwachsenen, weil sein Thun und Lassen in jeder Weise seinen Lehren entsprach und als Vorbild dienen konnte. Wie er gewirkt und geschafft, das beweisen die Thränen, die um ihn geweint, die Klagen, die um ihn erschallen. Nach seinem Namen eite also liebte er den den Frieden, alte spn alte amx, so lebte er im Kreise seiner Familie und Gemeinde. Buchstäblich befolgte er die Worte des Schamai nax ,snp firnn nw .dib» aus *aan anxn bv ax tepa am mm ntw vva Der Dahingeschiedene sprach wenig und that viel. Trotz aller Arbeit hatte er für Jeden ein freundliches Wort. Sein leutseliges Wesen sicherte ihm die Zuneigung aller, die mit ihm verkehrten. Auf seinen Wunsch wurde die irdische Hülle des Dahingeschiedenen nach Alsbach a. d. Bergstr. verbracht. Vor der Ueberführung gab Herr Kirchenrath Dr. K r o n e r in herrlichen, tief zu Herzen gehenden Worten dem Schmerze Ausdruck, mit dem Alle um den früh Verlorenen trauern.*) Den zweiten Nachruf widmete sein treuer Freund und Kollege, Herr Lehrer Meyer, im Namen seiner Amtsgenossen, unter Zugrundelegung des Wortes, daß der ans fa»e sie as» ihm ein bleibendes Denkmal sichere. Die Gottessaat, die er in die reinen Kinderherzen gepflanzt, werde herrliche Früchte tragen. Namens der isr. Religionsgesellschaft sprach Herr Bankier H. Gutmann mit schmerzdurchbebten Worten seinen Dank und Abschiedsgruß seinem geliebten Freunde und dem begabten Leiter des *) Den Wortlaut der Rede des Herrn Kirchenrath werden wir bei genügendem Raum in einer der nächsten Nummern bringen.

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