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Der Israelit · 1901-02-28 · Heft 17 (28.2.1901) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 17 (28.2.1901)
Date
1901-02-28
Page
– (sequence 20)
Language
German
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398 Gottesdienstes, die großen Verdienste erwähnend, die er sich als Erzieher der Jugend erworben hat. Herr S. Simon rühmte die seltene Pflichttreue und den Eifer, mit welchem Herr Abraham in seinen freien Stunden die geschäftlichen Angelegenheiten seines Hauses besorgte, so daß Herr Simon selbst wie seine Familie und besten ganzes Personal, mit inniger Verehrung zu ihm aufschauten. In Alsbach durfte des e>-nv trxi wegen nicht am 12p gesprochen werden, ib rann imo cv -r>\ Du harrest sein bis zu seinem Sterbetage. Du riefst ihn zu Dir in die Gefilde der Seligkeit, wo sein Lohn seiner harrt. “rtoB -!2L> ~b chw -jrinxSo byz «n sLrr". Und zuverlässig ist der Arbeitsherr, daß er Dir den Lohn Deines Wirkens bezahle. München, 24. Febr. (Geheimrath Ritter Dr. Max von Pettenkofer.) Die gewaltige, weltumspannende Bedeutung dieses Geisteshelden, dessen Verdienste um die Menschheit unvergänglich sind, ist von den Tagesblättern der verschiedensten Richtungen anläßlich seines kürzlich erfolgten Ablebens in entsprechender Weise gewürdigt worden. Für das Judenthum besteht, von den universellen Gesichtspunkten abgesehen, noch besonderer Anlaß, den Verlust dieses herrlichen Namens mit Trauer zu empfinden und deßhalb dürften einige der Erinnerung an ihn gewidmeten Worte in diesen Blättern wohl am Platze sein. Wie alle im guten Sinne des Wortes Aufgeklärte war dieser hochberühmte Gelehrte dem Judenthum gegenüber von jeglichem Vorurtheil frei und pflog bis an's Ende seines Lebens zu verschiedenen jüdischen Männern freundschaftliche Beziehungen. Ihm verdanken wir — wie Ihren Lesern wohl ziemlich allgemein bekannt — eine für die Vethätigung unseres heiligsten Religionsgebotes hochwichtige Einführung. Als in den achtziger Jahren eine heftige Agitation gegen die Vornahme der Mezizah im Gange war und verschiedene Aerzte unter Hinweis auf die damit verbundene Ansteckungsgefahr die 7122 rarxe verboten wissen wollte, da wandte sich Herr Rabbiner Dr. Cahn—Fulda an Geheimrath von Pettenkofer und pflog mit ihm über diese Angelegenheit eingehende und gründliche Erörterungen; das Resultat derselben war Folgendes: von Pettenkofer empfahl die Anwendung eines von ihm für diesen Zweck selbst ausgedachten Glas-Cvlinders und gab hierzu am 10. Juni 1888 in überaus lichtvoller Weise eine Erläuterung über Beschaffenheit und Anwendung dieses Apparates, der von zwei Koryphäen der Chirurgie, Geheimrath Pros. Ritter von Nußbaum—München und Prof, von Bergmann—Berlin ebenfalls höchst beifällig begutachtet wurde und der seitdem bei Vornahme der Milah in vielen Gegenden Deutschlands in Gebrauch ist. So verdanken wir dem weltberühmten Hygieniker eine Einrichtung, die auch angesichts der von bestimmten Rich- * jungen geplanten Anfeindungen unseres Religionsgesetzes es gestattet, den Bestimmungen desselben, wie «uch den Anforderungen der medicinischen Wissenschaft gerecht zu werden. Als im Jahre 1894 ein von den Schächtgegnern entfachter Petitionssturm den Reichstag beschäftigte und deßhalb die jüdischen Behörden sich an die ersten Autoritäten der Wissenschaft um Abgabe von Gutachten wandten, da begab sich — der sel. Herr Rabbiner Dr. Perles war damals schwer krank — Herr Dr. Ehrentreu zu Geheimrath von Pettenkofer, der ihn in liebenswürdigster und entgegenkommendster Weise empfing. Aus der von Herrn Dr. Ehrentreu mit dem großen Manne gepflogenen Unterhaltung ging hervor, daß derselbe von jeglicher Voreingenommenheit gegen die jüdische Religion weit entfernt war und derselben vielmehr Wohlwollen und Werthschätzung entgegenbrachte. Das von Geheimrath von Pettenkofer abgegebene Gutachten zeichnet sich durch glänzende Argumentation aus und sein geistvoller, mit scharfsinniger Logik dargelegter Inhalt macht es zu einem der beweislräftigsten und schwerwiegendsten der ganzen umfangreichen Gutachten-Sammlung. Somit haben wir auch von unserem Standpunkt aus als Juden alle Ursache, dem edlen Manne, der eine Perle der Wissenschaft u. ein Wohlthäter der Menschheit gewesen, ein dauerndes und ehrenvolles Andenken zu bewahren. München, 24. Febr. Der Beerdigung der Frau Generalkonsul von Wilmersdörffer wohnten bei: Der kgl. sächs. Gesandte Freiherr von Friesen, mit dem Attache der Gesandschaft Herrn von Watzdorf, Staatsminister von Berr, General von Sauer, im Auftrag Sr. Kgl. Hoh. des Prinzregenten Herr Geh. Hofrath von Klug. Ministerpräsident Dr. Freih. von Crailsheim, der durch Krankheit der Beerdigung nicht beiwohnen konnte, ließ sich bei Herrn Generalkonsul von Wilmersdörffer entschuldigen und gleichzeitig seinen Eondolenzbesuch für einen der folgenden Tage anmelden. vermischtes. Straßburg iE. Zum ersten Male wurde seitens eines hiesigen Regiments ein Glaubensgenosse zum ReservelieutenaiE befördert ES ist dies Herr Simon-Weil, Apotheker, Sohns unseres; achtbaren und sals streng sreligiös bekannten Mitbürgers Jules Weil, Metzgermeister. Prag, 24. Februar Seine Majestät der Kaiser hat geruht dem hiesigen Grob-Industriellen,;. Handelskammermitglied Josef, Sobotka, den Orden der eisernen Krone zu verleihen. Basel, 22., Febr. Die hiesige iSrael. Bevölkerung zählt nach der jüngsten Volkszählung^» >3 Seelen. Vor kurzer i^eit hielt der hiesigeFrauen Verein, san dessen Spitze Frau G. Wolf und Frau Drepfus-Strauß steht, seine zahlreich besuchte General-Versammlung > ab, die von Herrn Rabbiner Dr. Cohn geleitet wurde. ES wurde die Gründung eines jüdischen S v ita l s beschlossen, für welches bereits 16,00«> Francs gezeichnet worden sind.

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