Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 17 (28.2.1901)
- Date
- 1901-02-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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WWWMWMWMM 386 Btm xho x Gebet schloß die für jeden Anwesenden unvergeßliche Feier. Höchberg, am Vorabend des Rosch-Chodesch.! Heute mittag fand in der hiesigen is'r. Präparanden-! schule eine erhebende Trauerfeier statt um ihren hoch- ' herzigsten, größten Wohlthäter, Freiherrn W. C. von! Rothschild.'! Ein Choral ''n "^nz tw:s, leitete dieselbe ein,; worauf der Vorstand und Leiter der Schule. Herr! Hauptlehrer Nathan E s ch w e g e, einen fast einstiindij gen Hesped hielt. In feuriger Rede wies er nach, daß j die Jeraijim nicht der Vergänglichteit anheimfallen.! daß der 5. Schewat wie diesmal, schon vor Tausenden! von Jahren ein Unglückstag für Israel gewesen sei,! yprp 'C'z n'jpin ins 12 '2. j In beredter Weise hob der Redner die großen - Verdienste dieses p'-ixpyct? um das orthodoxe Ju- > denthum hervor, um Frankfurts jüdische Gemeinde, die durch seine Munificenz wieder zur vx-v'- 2X- -ry j erblühte, schilderte die rcnx 'H jixt, die nuy, j das iTp-tf, das r:,i'cn dieses -ny;:: pnar, zog eine Parallele zwischen ihm und ppn erinnerte daj ran, wie Baron Rothschild durch sein Beispiel, wie : xrvn die Reichen zum Thorastudium verj pflichtete, verglich dessen gottbegnadetes Wirken mit dem von -p-" n’prn und erklärte die Stelle; ■naz itry b'n: im Sinne des Midrasch mit zünden- J den Worten die Schüler auffordernd, ein - 'zr , zu errichten, dazu als Bausteine die edlen Eigenschaften; dieses großen Juden, dieses jüdischen Großen zu ver-; wenden, aus ihn stets hinzublicken in allen Lebenslagen, j wodurch sie stets sagen können > | Ein Kuratoriumsmitglied, Herr Kassier Sam.; Eldod, sprach hierauf das trip, worauf durch p‘3T' rter, die eindrucksvolle Feier ihren Abschluß j fand. | Eichstetten (Baden). Durch Erlaß des Großh. Oberschulrathes vom 18. Februar wurde Hauptlehrer A. Weil dahier zum Oberlehrer der hiesigen, konfessionell gemischten Volksschule, an welcher vier Lehrer! wirken, ernannt. Ist diese Beförderung dem schon bald j 22 Jahre hier angestellten Lehrer wohl zu gönnen, so j liefert diese Ernennung wiederum einen klaren Beweis * von der toleranten Gesinnung unserer badischen Ober- I schulbehörde. Oe st er r. - Ungar. Monarchie. Pisenz. (Domherr und Rabbiner.) Anläßlich der Uebersiedelung des nach Olmütz zum j Ressdcntial-Eanonicus berufenen hiesigen Monsignore; P. Dr. Johann P o s p i s ch i l machte unser ver-! ehrter Herr Rabbiner Dr. Josef Hoff demselben! einen Abschiedsbesuch, dankte ihm in längerer Ansprache, daß er es stets als seine heilige Aufgabe betrachte, die Eintracht unter den hiesigen Bewohnern, trotz der Verschiedenheit des Glaubensbekenntnisses und der Nationalität, bei jeder Gelegenheit zu fördern, ' lind ivünschte ihm in seinem neuen Wirkungskreise jene Zufriedenheit, die zum glücklichen Leben führt. Zu Thränen gerührt erwiederte der hochwürdige Herr Eanonieus. daß wir alle „Kinder eines Vaters im Himmel sind", die sich gegenseitig lieben und achten sollen, damit ja nur der Friede unter den Menschen erhalten werde, und forderte wiederholt unfern Herrn Rabbiner auf, ihn in Olmütz in der Residenz zu besuchen, und nahm von ihm unter Segenswünschen rührenden Abschied. Möchten doch Alle, die den heiligen Berus haben, Nächstenliebe zu predigen, auch Nächstenliebe bethätigen! Rußland. Petersburg. (Jüdische Militär-Statistik in R u ß l a n d.) Der offizielle russische „Regierungsbote" veröffentlicht in seiner Nummer vom 5. Febr. den Bericht des russischen Ministers des Innern über die Ergebnisse der diesjährigen Rekrutirung. Danach gab es in Rußland im Jahre 1901 im Ganzen 1,03,?,290 21jährige Männer, welche stellungspflichtig waren. Davon waren 941,604 Christen, 34,460 Mohaniedaner, 1498 Heiden und 55,671 Juden. Schon diese Anzahl der militärpflichtigen Juden zeigt, daß in Rußland nicht alles richtig ist. In der That beträgt die Zahl der Juden in Rußland nur 4M vEt., während die Zahl der Juden, die im Jahre 1901 das militärpflichtige Alter erreicht haben, über 6 pCt. betragen soll. Von den Stellungspflichtigen 'wurden zum Militärdienst eingezogen: 266,272 Christen, 9943 Mohaniedaner, 402 Heiden und 16,493 Juden. Von je 1000 militärpflichtigen Nichtjuden wurden demnach je 284 zum Militärdienst herangezogen, während von der gleichen Zahl Juden 300 Soldaten werden mußten. Man sieht, Rußland ist ein antisemitischer Jdealstaat. Den Juden die wenigsten Rechte gewähren und ihnen dagegen die schwersten Pflichten auferlegen, wäre ein Zustand, wie er den Böckel's, den Liebermann's und allen sonstigen Antisemiten nur in ihren schönsten Träumen erscheint. Run, in Rußland ist, wie aus den angeführten Zahlen zu ersehen, dieser Traum nahezu verwirklicht. Erscheint schon die unverhältnißmäßige Zahl der jüdischen Militärpflichtigen zum Mindesten höchst verdächtig, so ist die übermäßige Zahl der in Rußland zum Militär herangezogenen Juden mehr als zufällig. Es ist das eine Schiebung der antisemitischen Herren Tschinowniks, welche die verhaßten Juden in erhöhtem Maße zu der schwersten Steuer, die der Bürger dem Staate zahlen muß, heranziehen. Obwohl durch diese offiziellen Zahlen der unwiderlegliche Beweis erbracht ist, daß die russischen Juden in weit höherem Grade als die Nichtjuden, zum Militärdienst herangezogen werden, so werden die russischen Antisemiten doch zweifellos aus eben denselben Zahlen, wie alljährlich, so auch diesmal, neue Waffen' — mS-SSSm