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Der Israelit · 1901-02-28 · Heft 17 (28.2.1901) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 17 (28.2.1901)
Date
1901-02-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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384 Kinder. Auch der Friedhaf, dessen Anfänge in das Jahr 1.660 zurückreichen, erinnert noch an die entschwundene Größe unserer jüdischen Gemeinde. O e st e r r. - U n g . Monarchie. Stampfen (Ungarn). Dem zweiten Jahresausweis des „Talmud-Thora-Schulvereins" der israelit. Cultusgemeinde zu Stampfen (v. Jahre xDiri — rnn gleich 1900) entnehmen wir: Wir haben auch in diesem Jahre unser Hauptaugenmerk darauf gerichtet, daß die unserer Talmud- Thoraschule anvertrauten Kinder in jüdisch-religiösen Wissenschaften und hebräischen Fächern durch bewährte Lehrkräfte einen solchen mit Aneiferung zum praktischreligiösen Leben gepaarten Unterricht erhalten, der — hoffentlich — aus ihre ganze Lebensweise nicht ohne wohlthuenden Erfolg bleiben dürfte. Weiters waren wir auch in diesem Jahre der humanen Aufgabe unseres Vereines bedacht, indem wir auch Heuer unsere armen, verschämten Schulkinder mit den nöthigen jüdischen Lehrbüchern und guter Winterbekleidung versehen haben. Indem wir noch bemerken, daß wir auch das Honorar unserer Lehrkräfte nach Verhältnis aufzubessern in der Lage waren, danken wir zum Schlüsse allen unsern geehrten Mitgliedern, Spendern, Freunden und unseren in Wien lebenden Stampfener Gönnern insbesondere für ihre wirksame Unterstützung und bitten, uns diese Theilnahme auch in Zukunft zu bewahren, damit dieses Werk jüdischer Lehre, jüdischer Wohlthätigkeit und Liebe — dessen Förderung unser eifrigstes Bestreben ist — immer mehr erstarke, sich weiter segensreich entwickle. Schweiz. Baden, 27. Febr. In einem ausgezeichneten Vortrage vor dem Verein „Erholung" dahier schilderte Herr Bezirksrabbiner Dr. Ehrmann am letzten Samstag Abend das Wesen und Wirken des jüngst verstorbenen Chefs des Hauses Rothschild in Frankfurt. Die an geistvollen Apercus und scharfsinnigen Nutzanwendungen reiche Darstellung verstand es trefflich, Pros. Hilths Aphorismen über „Geschästsmoral" in Parallele mit der mackellosen Geschäftsgebahrung des Welthauses Rothschild zu setzen. Von speziellem Lokalinteresse und sehr kennzeichnend für den schlichten Sinn des verstorbenen Geldfürsten ist unter vielen vom Vortragenden erzählten Charaktereigenschaften folgende: Dr. Ehrmann hat als persönlicher Bekannter des Barons diesen zu Beiträgen für Wohlthätigkeitszwecke der israelitischen Diaspora veranlaßt. Sobald von Gaben des Baron von Rothschild in einem Rechenschaftsberichte unter Nennung des Namens die Rede war, sistirte derselbe seine Beiträge, weil er jeder öffentlichen Erwähnung abhold war. Rußland. Cherson. (Jüdische Produktionsgenossenschaften.) Als einen erfreulichen Fortschritt auf dem Gebiete der sozialen Entwickelung, dessen Bedeutung gar nicht hoch genug veranschlagt werden kann, ist die Entstehung und das rasche Umsichgreifen des Genossenschaftswesens unter den Juden Südrußlands zu begrüßen. Es ist das ein wichtiger Schritt auf dem Wege zur Selbsthilfe, den vor zehn Jahren noch Niemand den russischen Juden zugetraut hätte. Die erste Anregung zur Errichung derartiger Genossenschaften unter den Juden hat ein Nichtjude, der bekannte russische Organisator des Genossenschaftswesens Lewitsli gegeben. Diesem wahren Volksfreund welcher in seiner edlen Menschenliebe keine religiösen Unterschiede kennt, erschien das russische Judenthum mit seinen zahlreichen Handwerkern und sonstigen physischen Arbeitern als ein zur Organisation von Produktivgenossenschaften vorzüglich geeigneter Boden. Er begann daher vor etwa fünf Jahren diesen Boden sehr energisch zu bearbeiten, mit dem Resultat, daß gegenwärtig in Südrußland zahlreiche jüdische Schneider, Schuhmacher und Tischler sich zu Genossenschaften vereinigt haben, welche allen pessimistischen Voraussagungen entgegen, vortrefflich gedeihen. Neuerdings wurde auch der Versuch gemacht, selbst die jüdischen Ackerbauer in landwirthschaftlichen Genossenschaften zu organisiren. Die erste derartige Genossenschaft wurde in der jüdischen Ackerbau-Kolonie Jnguletz, im Gouvernement Cherson, gegründet. Auf Veranlassung des Kolonisten Ascher Kukui traten zunächst fünf Familien mit 25 Seelen, welche im Ganzen 75 Ha. Land besaßen, zu einer Genossenschaft zusammen. Die kleine Gruppe legte ihren Boden zusammen und führte in ihrer Wirtschaft das Fünffeldersystem ein. Das Ergebniß war überaus glänzend. Die Genossenschaftler erzielten eine viermal so gute Ernte, als die übrigen jüdischen Bauern von Jnguletz. Das glänzende Resultat veranlaßte weitere achtzig Familien in Jnguletz, sich der Genossenschaft anzuschließen, so daß gegenwärtig die erste jüdische Landwirthschaftliche Genossenschaft 83 zählt, die zusammen 1386 Ha. Land bearbeiten. Die Kolonie zählt im Ganzen 3693 Seelen mit 380 Häuser. Der Bodenbesitz derselben beträgt 1420 Ha. > Personalien. Vkcwyork, 14. Febr. Am Donnerstag, den 24. v. Mts., verschied hier Herr Sal. B e r n h e i m nach kurzem Krankenlager im 76. Lebensjahre. Derselbe war ein treuer Anhänger unseres Glaubens, ein echter Jehudi, der sich streng nach den Grundsätzen unserer Religion hielt. Sein offener, ehrlicher Charakter bewog die Mitglieder der Cultusgemeinde Sichron-

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