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Der Israelit · 1901-02-25 · Heft 16 (25.2.1901) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 16 (25.2.1901)
Date
1901-02-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
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4L. Jahrgang. Erste Aeikage zu M16 des „Israelit". Leitender Artikel. Dev 7. At»Äv. der Todestag unseres großen Lehrers Mosche n"y um, der Beerdigungstag seines großen Jüngers, Rabbi Schimeon Hnrwitz d"L> in Leipzig, von Rabbiner Dr. Seekel Bamverger—Schrim m. (Schluß.) Rabbi Sckimenn Hurwitz Halewi s. A. entstammte der weitverzweigten Gelehrtenfamilie des rrne» weßhalb er wohl auch stets pinin p'n ’iSn pyctr zeichnete. In Mitau um das Jahr 6680 geboren, wuchs er auf rwvro mim '212 auf, den Grundvesten der Thora und Gottesfurcht und zählte als Knabe schon zu den besten und hervorragendsten Talmudjüngern. r:ic» p im Alter von 18 Jahren, erwählte er sich eine echte wn ro zur Gattin, die ihm 60 Jahre hindurch treu zur Seite stand und Freude wie Leid mit ihm theilte. Damals schon galt Rabbi Schimeon als ein hervorragender, scharfsinniger und wissensreicher Gelehrter, und zwar selbst in Rußland, dem Lande, das damals nun rPv!var und Männer besaß, die es zu beurtheilen verstanden. Seine msnn in pvnn -nob war geradezu staunenerregend. Nicht nur, daß er wörtlich onw dw nib'v gewesen, daß er von früh morgens bis spät in die Nacht mit seltener Ausdauer dem heil. Studium oblag; nicht selten erhob er stch, nachdem er endlich sein Lager ausgesucht, alsbald wieder, um irgend etwas nachzuschlagen und ging dann wieder in's Bett zurück. Die damals junge Gattin besorgte, daß die große Anstrengung nachtheilig auf die Gesundheit ihres Gatten wirken könnte und wollte deßhalb durch den Rabbi darauf Hinweisen lasten, daß der junge Mann auf seine (Gesundheit Rücksicht nehme. Die Liebe zur Thora ließ aber alles unberücksichtigt und stand auch dem großen Mann schützend bei. Diese mm nana verließ ihn nie, auch nicht, als er den kaufmännischen Berus erwählt hatte. Der große Mann sollte jedoch dem großen Berufe erhalten bleiben. Die geschäftlichen Unternehmungen waren nicht immer günstig. Zu seiner Zeit hatte stch in Leipzig eine Vereinigung von d*»*v gebildet, welche ihr Augenmerk aus den großen Gelehrten richtete. R. Schimeon wurde als Rabbiner der a'x-p nach Leipzig berufen. Der Einfluß, den er nun trotz seines bescheidenen Auftretens sich zu verschaffen wußte, war bewunderswerth. Gr erlangte diesen Einfluß nicht nur durch sein imenses Wissen, sondern auch durch seine vorzüglichen Eigenschaften und Tugenden. Wie als Gatte und Familienvater, so war er auch im Verkehr mit seinen Nebenmenschen ein echter Jünger Aharnns. Mit einer unbeschreiblichen Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit, einer persönlichen Lieben- Würdigkeit und seltener Friedfertigkeit, verband er unerschütterliche Charakterfestigkeit, gepaart mit seltener Milde. Jeder Fremde, geschweige denn jeder Bekannte, fand bei ihm freundliche Aufnahme und in ihm einen freundlichen, gütigen Berather und Helfer. Einem Manne von solcher Charaktergröße und Gelehrsamkeit kam daher jeder, Jude wie Nichtjude, mit größter Ehrerbietung entgegen. Die Synagogen- Gemcinde Leipzig verstand es ebenfalls, den großen Mann zu würdigen; sämmtliche rituelle Institutionen unterstellte sie seiner Aufsicht, welche der Verblichene selbstverständlich mit seltener Gewistenhaftigkeit ausführte. Welches große Ansehen der große Gelehrte in der christlichen Gelehrtenwelt genoß, bekundete der verstorbene Pros. Franz Delitzsch, der die vor vielen Jahren R. Schimeon drohende AuSweisungSgesahr beseitigte mit dem Hinweis, daß es ein unersetzlicher Schaden für die Wistenschaft Deutschlands wäre, wenn dieser hochbedeutende Gelehrte ihr entrissen würde. Dem Schreiber dieser Zeilen erzählte der Verblichene, daß genannter Professor mündlich und schriftlich an ihn mit der Bitte um Unterweisung über schwierige Schriftstellen herangetreten war. Was er, der große R. Schimeon, GesammtiSrael, insbesondere der jüdischen Gelehrtenwelt gewesen, läßt sich in die wenigen Worte zuammenfassen: er war pi nbun us ^2 bv Wo immer eine Frage von weitgehender Bedeutung erledigt und entschieden werden sollte, wandte man sich an ihn um Rath, That und Belehrung. Täglich liefen Anfragen bei ihm ein, nicht nur aus Deutschland, sondern aus aller Herren Länder. Die größten Männer unserer Zeit standen mit ihm in Briefwechsel, die aus der Quelle seine» außergewöhnlichen scharfsinnigen Wissens schöpfen, an seiner aufrichtigen Frömmigkeit sich begeistern und erwärmen wollten. Ja, er war der Die» zeigen hervorragende Arbeiten aus allen Gebieten jüdischen Wissens, seine Zusätze pairw ru-chrn v seine Edition de» 'nai seine zu Trakt. Berachoth de» Talmud Jeruschalmi und seine Edition des nv'i mino, wodurch er stch unzerstörbare Denkmäler für alle Zeiten gesetzt. Ja, welche Schätze reichen Wissens enthalten die zahlreichen binterlassenen Manuskripte unsere» großen Lehrers, seine vielen rraurn, sowie a*^nn auf nafww. 'bzz dt* die er so gerne schon zu Lebzeiten veröffentlicht hätte. A»r ea. 2^2 Jahrsn klagte er dem

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