Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 15 (21.2.1901)
- Date
- 1901-02-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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irdische» Wesen dem himmlischen Allvater entrissen werden kann. Sogleich erwiederte nun Moscheh: p~r: rx p“j6 :x 7-x xin cb*h pr v'xm. Wenn eL zur Verherrlichung Gottes erforderlich sei, dann müsse er sich fügen, dann muffe er durch seinen Tod dazu beitragen, daß Gottes Gericht als unabänderlich anerkannt werde. Und einstimmig erfolgte alsdann von irdischen und himmlischen Wesen die hohe Anerkennung unseres großen Lehrers ""st durch sein Wirken für Gerechtigkeit, und der himmlische Allvater selbst rief aus: -i:y x-s; zp xr. „ein solch' vollkommner Mann erstand nicht mehr." Diese Betrachtung, die an den Tod unseres großen Lehrers Moscheh anknüpft und uns aufforderte, in unserem irdischen Wirken möglichste Vervollkommnung anzustreben und jenem edlen Beispiele segensreicher Wirksamkeit zu folgen, fordert uns auch auf, des Heimganges desjenigen Großen in Israel zu gedenken, dessen enpn p-x am 7. Adar Scheni des verflossenen Jahres Israel trauernd umstand. Der große Lehrer und Meister in Israel, der Gaon Rabbi Schimeon Hurwitz s. A. , wie er, jener gefeierte Rabbiner der frommen Gemeinde in Leipzig, allgemein genannt wurde, hatte am 5. Adar Scheni seine fromme Seele ausgehaucht, und zwei Tage später, am 7. Adar, wurde die körperliche Hülle dieses " ■ - : :ihh der Erde anvertraut. Auch damals verkündeten einmüthig nnd einstimmig die Männer aller Richtungen rw '*7 rp-x nvz rrs n~r der Mund, der nur das Thorawort verkündete, ist verstummt, doch der mächtige strömende Quell ist darum nicht versiegt, sein Geist erhellet uns auch fürder und das Beispiel seiner Gerechtigkeit besteht für alle Zeiten. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten nnd Korrespondenzen. Deutschland. Berlin, 19. Febr. Die an anderer Stelle von uns wiedergegebene Aeußerung des Staatsanwaltes am Schluffe des Könitz - Prozesses (siehe zweite Beilage) erregt in liberalen Kreisen großes Befremden. Das „Berliner Tageblatt" schreibt: „Wie durfte der Staatsanwalt diese Verdächtigung Lewp's, die mit der vorliegenden Sache nichts zu schaffen hat, öffentlich aussvrechen, zumal inmitten einer erregten Bevölkerung, die darüber keinen Zweifel gelassen hat, daß sie sich vom Ritualmordwahn zu argen Thätlichkeiten Hinreißen läßt? Wie durfte, nachdem der Justizminister im Abgeordnetenhause ausdrücklich erklärt hat, die Familie Lewy treffe ebensowenig wie die Familie Hoffmann der geringste Verdacht der Betheiligung an der Mordthat — wie durfte der Staatsanwalt, ohne Beweise in der Hand zu haben, dem gefährlichen Verdacht neue Nahrung gebend" Könitz., 19. Febr. (Revision im Prozeß L e v v.) Gegen das Urtheil des Konitzer Schwurgerichts, wonach bekanntlich Fleischergeselle Moritz Levy wegen wissentlichen Meineides zu vier Jahren Zuchthaus, vier Jahren Ehrverlust und dauernder Eidesunsähigkeit verurtheilt wurde, hat die Vertheidigung bereits das Rechtsmittel der Revision eingelegt. Dic Vertheidignng wird gutem Vernehmen nach beantragen: die Sache zur nochmaligen Verhandlung an ein benachbartes Schwurgericht und zwar möglichst an ein solches zu verweisen, in dem der Antisemitismus nicht in so hohem Grade die öffentliche Meinung beherrscht!vie in Könitz. Nach Schluß der Verhandlung am Samstag spielte sich, wie berichtet wird, noch eine erregte Szene vor dein Gerichtsgebäude ab. Der Lehrer Weiche! überfiel den Zeugen Zimmer, den Korrespondenten der „Staatsbürgerzeitung" und des „Konitzer Tageblatt." nnd versetzte ihm mit einem Stock einen Schlag über den Kopf. Weiche! wurde zur Polizeiwache gebracht, um ihn vor weiteren Thätlichkeiten abzuhalten. Prov. Posen. Zweck dieser Zeilen ist d vzz -vor? Viele Gemeinden verwenden Ostermehl, welches außerhalb ihres Ortes hergestellt wurde. Seltsamer Weise begnügen sich die meisten mit einer Bescheinigung, daß dasselbe in der Mühle koscher hergestellt wurde. Das Mehl wird aber in bloßen Säcken zum Versandt gebracht, ist also, während es sich in der Hand der Bahnverwaliuna befindet, vor Nässe „nicht geschützt" und verliert damit seine österliche Qualität. Soll das Niehl seine Qualität als Ostermehl behalten, müssen die Säcke entweder in einem plombirten Waggon, oder in Kisien verpackt versandt werden. Oe st er r. - Ungar. Monarchie. Prekburg. Rabbi Akiba S 0 f e r , Sohn des Direktors unserer Anstalt (nicht wie wir jüngst irrthümlich berichteten Herr Groß), hat anläßlich des Dahinscheidens des Baron Wilhelm v. Rothschild s. A. in Frankfurt a. M., nachstehende Trauerrede in Gegenwart der Frequentanten gehalten: „Schmerzbewegt erfülle ich eine erschütternde Trauervflicht. wenn ich Euch die Worte zurufe: xdn dx-v'w 1d->. -c. >2 -i'-rr: So wisset doch, daß ein Fürst und dennoch hervorragend auf dem Gebiete der Religiosität heute für uns, für ganz Israel gestorben ist. Die Stimme des Ewigen erbrauste mit Kraft und zerschmetterte eine Ceder des Libanon. Eine Eeder, eine mächtige Stütze und Zierde war der uns Entrissene. Sie wurde entrissen dem — und von dem Leben, wo sie eingepflanzt, bis hinan zum höchsten Gipfel bleibt eine leere, öde Lücke — wer wird uns diese Lücke ausfüllen? Warum mußte gerade der schönste Stamm, die blühendste Krone gefällt werden?