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Der Israelit · 1901-02-21 · Heft 15 (21.2.1901) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 15 (21.2.1901)
Date
1901-02-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Erste Anlage z« 15 des „Israelit". Leitender Artttel. Dev V. AdÄv. der Todestag unseres großen Lehrers Mosche n"y um, der BeerdigungStag seines großen Jüngerö, Rabbi Lchimeon Hurwiy >"Li in Leipzig, von Rabbiner Dr. Seckel Bamberger—S ch r i mm. Der Todestag unseres großen Lehrers n"i? ruft iiiiv eine wundervolle Midraschstelle in's Gedächtniß, welcl'e folgenden Wortlaut hat: dxx n7en gxde e""x nrn crz p^nco nnstr -^irx ’:nt'B>grr,rpn b"X' ne>o. An dem Tage, an welchem Mosche von seiner irdischen, segensreichen Thätigkeit abgerufen werden sollte, kam der Todesengel zu ihm mit den Worten: Gott schickt mich zu Dir, denn heute sollst Du Dein Leben beschließen. ''NN w D7öX Hb 7I"2pnb cSpo UStT |X3ö l'? ,t wjre "eex\ Geh hinweg, erwiderte ihm der große Lehrer, denn ich lobe Gott, ich will nicht sterben, sondern leben und erzählen das Werk Gottes rn^x xz 7M.-L' ei?b Da kam der Todesengel zum zweiten Mal. ■r:» m:i »nssn cts» vby mein ntro ntry ne mpx 'n er. Mosche nannte nun den heil. Gottes - namen und der Todesengel mußte entfliehen, denn es heißt: ..wenn ich den Namen des Ewigen anrufe, so gebet Preis unserem Gotte." iss ’J w?b ^jtx rtz& p'z ’W p“i 'bi? p“rac^ ux *pit x*n een poi Ax'n een Tjn. Doch als der Todesengel zu dritten Male erschien, rief Mosche: „jetzt muß ich Gottes Gericht und Gottes Bestimmung als unabänderlich und gerecht anerkennen," dem Ausspruch entsprechend, „der Fels, vollkommen ist sein Thun." nun ncx7 wx pe^po nn ennnnn pS-iwe? p'3 pex n x rrapm nw np-isc ^cx‘ 7wx poSpo a'ji'bym ntpc ub rrs ."tu? x'i; ep xb', inix e^pe ^lls NUN Mosche von dannen gegangen war, verkündeten Menschen und Engel das Lob des großen Meisters, die irdischen Wesen mit den Worten: „die Thora, die uns Mosche befohlen," die höheren Wesen mit dem Ausritte: „die Gerechtigkeit Israels hat er betbätigt." lind Gott, der himmlische Allvater, bestätigte diese Lobpreisung mit der Verkündigung: „Kein Prophet entstand mehr dem Moscheh gleich." Dieser Midrasch legt uns den Gedanken nahe, daß der Heimgang der Frommen in dreierlei Weise erfolgen kann. Er bezeichnet dreierlei Stufen, in welchen der Heimgang der Gerechten einzutreten bestimmt ist. Der Gerechte wird vom irdischen Leben abgerufen, nachdem er sein Werk aus Erden vollendet. Wie der Diener nach gethaner Arbeit, nach vollbrachtem Tagewerk, Erholung, Ruhe und Erquickung in dem Schatten, der Abendkühle sucht und findet, so tritt der Gerechte nach Erledigung seiner Lebensaufgabe in den Schatten des Allmächtigen, um an der Quelle der herrlichsten überirdischen Genüsse sich zu laben. Diese hohe Stufe hatte Mosche in seltener Volllomenbeit erreicht. Der Todesengel kam daher mit dein Aufträge, unte rrspn, Gott schickt mich mit der Verkündigung, nn cra pbnvv nnxtr, daß Du Deine Aufgabe erreicht hast und nun wohl selbst wünschest, von dannen genommen zu werden, um das. Glück des himmlischen Lebens voll genießen zu können. Doch Moscheh rief ihm zu: „Geh hinweg, denn meine Wünsche richten sich nicht auf das Genießen und die Genüsse des jenseitigen Lebens. Ich möchte.in den irdischen Höhen Gottes weilen, um des Allmächtigen Lob zu verkünden, irex xb Ich möchte nicht sterben, obwohl hoher Lohn und wahre Glückseligkeit meiner warten, m nmm ibdw weil ich Gottes Werke auf Erden verkünden und hierdurch auch ferner für Gott und die Tbora wirken möchte. Die Hoffnung auf reichlichen jenseitigen Lohn konnte darum Moscheh nicht veranlassen, dem Todesengel zu folgen. Er wollte hienieden fortwirken, für Gott und Israel, für Thora und gute Werk'. Doch auch ein zweiter Grund vermag dem Leben des frommen Sterblichen eine Grenze zu setzen. Der Mensch besteht aus der Vereinigung von Seele und Körper. Die Seele, von Gott selbst stammend, ist unterblich, sie ist ewig dauernd. Nicht also der Körper: Er ist sterblich und vergänglich. Gott hat es in die Natur des menschlichen Körpers gelegt, daß er nicht ewig bestebe. daß vielmehr nach und nach -eine Abnahme der körperlichen Kräfte eintrete und hierdurch zu der von Gott festgesetzten Zeit das Leben aufhöre. Dies ist jedoch nur bei den gewöhnlichen Sterblichen'der Fall. Nicht also bei Moscheh! Selbst nicht bei seinem Körper, der eine Vollkommenbeit erlangte, daß unmöglich eine Abnahme oder Schwächung der Lebenskräfte ein treten konnte. Als daher der Todesengel diesen Gesichtspunkt Mosche entgegenhieli, db> i'bp V3tn enieen, nannte Letzterer den Gottesnamen, hiermit ausdrückend, daß ihm nichtsKörperliches im eigentlichen Sinne änbafte und er daher aus diesem Grunde nicht dem Rufe des Todesengels folgen könne. : Doch der Todesengel kam zum dritten Male, geltend machend -7B»:s xin b;k*3, daß auch Moscheh ein Mensch sei, daß durch sein längeres Leben eine irrige Vorstellung bei den übrigen Menschen entstehen, daß ihm schließlich göitliche Verebrung entgegengebracht werden könnte. Die Welt müsse erkennen b'Xv ■*t»ppxi, baß kein

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