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Der Israelit · 1901-02-21 · Heft 15 (21.2.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 15 (21.2.1901)
Date
1901-02-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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336 tigen Schekalim-Predigt gedachte unser Rabbiner, Herr Dr. Finke!, der Verdienste, die stch der jüngst verstorbene Baron Willy von Rothschild urn die Gesammtjudenheit erworben hat und stellte ihn als leuchtendes Beispiel für alle Glaubensgenoffen bin. Max L e w i n. Köln, 18. Febr. Da es doch die Aufgabe einer jeden, das Interesse des Judenthums wahrnehmenden indischen Zeitung und besonders der Ihrigen ist, Jrrlhümer, falsche Behauptungen, die in der Oeffentlichtrit gegen die jüdische Religion und ihre Bekenner aufgestellt werden, auch öffentlich aufzuklären, und wenn dieselben böswilliger Weise in die Welt gesetzt werden, ne entsprechend zu beleuchten, so erlaube ich mir, Folgendes mitzutbeilen- Auf der Tribüne des Reichstages stellte der berüchtigte Antisemitenhäuptling L. v. Sonnenberg am 7. dss. Mts. die Behauptung auf, es stünde im Tal- >und, „daß der Jude das frechste Geschöpf sei. Es scheint mir nun, daß ihm bei seinen „Studien" des Talmud entweder eine durchaus falsche und grundver tehrte oder, ivas bei diesen Verfechtern so edler Prin chvien nickst zu verwundern ist, böswillig entstellte tlebersetzuna einer Talmudstelle Vorgelegen hat. Der Ausspruch, worauf seine Behauptung basirt, heißt: i\S~it;v ri'c’’jz nr-z z^z : rn c-ts? nz'bz’ Es würde also vermuthlich das Wort: z'v; mit frech, lvie 7:7^ übersetzt, während dies grundfalsch ist. da dieses Wort nur dann diese Bedeutung hat, wenn es mit a' e: verbunden ist. Alleinstehend hat es vielmehr den alleinigen Begriff von: st a r k sein, >viderjt and s fähig, wie dies häufig vorkommt, wie z. B. -icjr 7 3? stark loder widerstandsfähig) lvie ein Leopard und v. St. Der oben angeführte Satz Hai dcnino.ch die Bedeutung: Unter allen lebenden Wesen ünd folgende drei st a r k , d. h. die widerstandsfähigsten, und vies finW Der Hund unter den wilden Tbieren, ver Halm unter dem Geflügel, Israel unter gen Völkern. Bekanntlich ist der Hund im Stande, fast vierzehn Tage ohne Nahrung am Leben zu bleiben, der Hahn ist das zäheste Geflügel, sogar bei ernsten Verletzungen. und Israel ist das stärkste, d. h. widerstandsfähigste V'st? unter allen Völkern: denn achtzehnhuni'ert Jahre wird es getreten und unterdrückt, verfolgt und gemartert, und dennoch ist es am Leben und widersteht allen Leiden und Qualen mit Kraft und Muth. So und nur so ist der Sinn des talnrndischen Spruches, und gehört eniiveder eine große Dosis Unverstand oder Böswilligkeit dazu, ihn in der Weise, wie cs der •.imtfsnuHiebe Agitator gethan, in's Gegen!hei! :u verkehren. Es ist ja selbstverständlich, daß Leute vom Schlage dieses Mannes einer Belehrung über die Unwahrheit ihrer Behauptung nicht zugänglich sind, dagegen gibt es in unsernr Lager viele, die mit Aergerniß diese Beleidiger ihres Glaubens hören und darauf hoffen, daß man denselben mit den Waffen der Wahrleit lind Aufklärung entgegentretc. K. O e st e r r. - U n g . Monarchie. Wien, 18. Febr. (T r a u e r g o t t e s d ie n st.) Zu Ehren des allzufrüh dahingeschiedenen Baron Wilhelm von R o t h s ch i l d s. A. fand am 10. d. Mts. im orthodoxen Bethause „Marpe Lanefesch", II Glockengasse 4, ein Hesped statt. Die Trauerfeier wurde von Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Nehemias Friedm a n n abgehalten. Redner schilderte unter Hinzunahme paffender Midraschim die seltenen Vorzüge des edlen Nerklärten. Das Gotteshaus war von andächtigen Zuhörern überfüllt und wurden dieselben durch die geistvollen und zu Herzen gehenden Worte Sr. Ehrwürden mächtig erregt, so daß kein Auge trocken blieb. Gleichzeitig hielt Sr. Ehrwürden dem großen Gelehrten Rabbiner U l l m a n n s. A. aus Lackenbach, sowie dein allbekannten Philantropen Dr. Ludwig R. v. G u t m a n n einen ehrenden Nachruf. P a l ä st i n a. Laffcd. Schreiber dieser Zeilen ist tein Theilnehmer an der Chaluka, sondern ein Einwohner einer der Colonien in Galileo (Palästina), der gerade Gelegenheit hatte, die Lage der hiesigen rumänischen Gemeinde genau kennen zu lernen nnd beeilt er stch hier-!nit seine Erfahrungen seinen europäischen Volksgenossen mitzutheilen, in der Hoffnung, dadurch wenigstens einen kleinen Theil der in dieser Gemeinde herrschenden Noth lindern zu können. Lange bevor man an eine Colonisation Palästinas dachte, las man hi? und da Aufrufe, die von Memunim und Rabbinern von Erez Jisroel ausgingen. Aus Liebe zum Lande unserer Väter einerseits und aus Mitleid mit den da wohnenden Armen andererseits pflegte man etwas den Arinen Palästinas zutommen zu lassen. Seitdem aber die Eolonifationsidee und der Zionismus unsere Gemüther beschäftigt, scheinen unsere europäischen Brüder die hier in den Städten darbenden und nothleidenden Brüder beinahe ganz vergessen zu. haben. Es ist hier nicht meine Absicht die allgemeine Lage zu schildern, ich möchte vielmehr nur auf einen kleinen Tbeil der hiesigen Einwohner aufmerksam machen, i.nd zwar auf diejenigen, bei denen die Noth die höchste Stufe erreicht bat. Dies sind die hier uwbneuden rumänischen Juden. Die hier von Rumänien für arme Landsleute einsließenden Gelder »auren nie soviel, wie die für die anderen Kolelim (Gemeinden u Dazu kain noch die schlechte Verwaltung der Gelder in den Händen der von den rumänischen Ebassidäm-Rabbis ernannten Gabaim. die die Gelder saminelten und nach ihrem Gutachten vertheilten. Jestt überhauvt, seit die Lage unterer Brüder in Ruuränien so traurig geworden ist. fließen leider die Gelder von da so kärglich ein. daß sie nicht einmal für

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