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Der Israelit · 1901-02-21 · Heft 15 (21.2.1901) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 15 (21.2.1901)
Date
1901-02-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ist Nor einigen Jahren ist der Theil deS Werkes erschienen, welcher die Geschichte der letzten Amoraim, der Saboraim und Gaonen enthält. Damals wurde dem Verfasser viel Anerkennung zu Theil, obgleich er lange noch nicht die verdiente Werthschätzung gefunden hat. Der jetzt erschienene Band behandelt die jüdische Geschichte Palästinas und Babylons und im Besonderen die Litteraturgeschichte des Talmud, von dem Ende Rabbi's bis zum Wirken Rab Aschi's und Rabina's, die Zeit jener Geisteshelden, die das göttliche Gesetz im Jeruschalmi und Vabli niederlegten. Die Meisterhand Halevy's tbeilt die Nebel, die diesen hochwichtigen Abschnitt unsrer Geschichte verhüllten. Gar viele Lügengebäude werden zerstört, Jrrthümer und Fehler hinweggeräumt, und auf der nun freien Fläche erhebt sich, gestützt auf ein Fundament unabweisbarer geschichtlicher Thatsachen, von denen viele neu gefunden sind, viele in neuer Form erscheinen, ein bewunderungswürdiger Bau, welcher den unvergänglichen Ruhm verkündet, der treuen Wahrer des Gesetzes vom Abschluß der Mischnah bis zur Vollendung der Gemara von Babylon. Es ist möglich, daß einige der Resultate von Herrn Halevy's Forschung noch von ihm oder Andern eine Berichtigung erfahren; doch der bei weitem größte Theil seiner Behauptungen ruht auf so fester Grundlage und ist durch so zahlreiche Beweise gestützt, daß derselbe als unwiderleglich erscheinen darf. Das helle Licht der Wahrheit erstrahlt und die Schatten und Nebel fliehen. Wie in einem einzigen großen Lehrhaus vereint, erscheinen uns die einträchtig einem Ziele zustrebenden Fürsten unter den Gelehrten Paläsiina's und Babylon's, bewundernd horchen wir auf, wenn sie, treu dem Worte ihres Lehrers, das Gottesgesetz den Schülern übermitteln, mit ungestörter Aufmerksamkeit suchen wir ihre streng logischen, nur die Wahrheit suchenden Forschungen und Folgerungen uns zu eigen zu machen. Sie Alle erscheinen uns verehrungswürdig und nachahmenswerth in treuester Erfüllung des Gesetzes, im liebevollen Verkehr mit den Mitmenschen. Helles Licht fällt auf die Thoraschulen Babylons, in welchen in ununterbrochener Reihenfolge seit den Tagen Daniels und seiner Genoffen große Meister wirkten. Babylon hat von der Zeit der ersten Tempelzerstörung an nie aufgehört, das Land reicher Thorakenntniß zu sein. Wie verächtlich müffen uns Diejenigen erscheinen, die es wagten, unsere herrlichsten Männer zu verunglimpfen! Isaak Halevy's siegreiche Kritik der modernen jüdischen Historik gegenüber zeigt uns, daß deren lautesten Wortführer bezüglich der Geschichte der talmudischen Zeit, keine Männer der Wissenschaft, sondern im besten Falle Stümper sind. Jeder Urteilsfähige, der sich in die Lektiire des Riesenwerkes Halevy's vertieft, wird davon lautere Freude haben. vb xipir 'xp KBtnp Zittrmg-rrachrtchterr und «orrefpandeit-err. Deutschland. Hamburg, 18. Febr. Unter den von überall gemeldeten Trauerkundgebungen für den verewigten Baron Wilhelm Carl von Rothschild s. A., dürfte die gestern in der hiesigen großen Synagoge stattgefundene eine der bedeutendsten und bemerkenswerthesten sein; war doch auch mit seinem Chef, Herrn Moritz Marburg, der Enkel des Verstorbenen, Baron Armand von Rothschild, dazu erschienen. Die herrliche Synagoge Kohlhöfen, die in voller Beleuchtung, mit Trauerfloren drapirt, während vor dem Oraun ha-kaudesch ein kostbares weißes Porauches hing, machte auf die große Masse der Theilnehmer einen stimmungsvollen, überwältigenden Eindruck. Gleich nach dem Minchah-Gebete trug Oberchasan S ü ß k i n d Jauscheif be-seser mit gedämpfter Stimme vor, wonach der Oberrabbiner die Trauerrede mit der Wiedergabe einer Stelle aus Talmud Jeruschalmi einleitete: nno pax 12 sv'v n n: ns vn 'vbx Als der berühmte Rabbi Szimon bar Abin gestorben war, — begann Rabbi Ilai seine Trauerrede folgendermaßen: Bier Dinge sind es, die zur Förderung der Kultur vom Menschen aus der Erde Schoß genommen werden: Gold, Silber. Eisen und Kupfer. Die beiden ersteren, Edelmetalle genannt, vermitteln den Austausch der für die Menschheit und ihre Erhaltung nöthigen Produkte. Sie befördern Ackerbau, Industrie und Handel, während die letzteren beiden, unedle Metalle, dem Bau der Straßen, Kanäle, Brücken u. Fahrzeuge, der Menschheit und ihrem Verkehr dienen, ohne die ein Fortschritt der Kultur unmöglich wäre. Aber sie alle hätten, wenn sie verloren gingen, einen Ersatz, nur die Weisheit des Menschen, basirend auf dem von Gott ihm verliehenen Verstände und das Gottesgesetz selbst finden keinen Ersatz. 'w x^n s'xv ncami, Nicht die Schätze des Verstorbenen, der eine anerkannt hohe soziale Stellung eingenommen, nicht seine merkantilischen Beziehungen, nicht seine Schlösser und Güter, die er besessen, sind es, die unsere verehrte Gemeinde zu dieser Trauerkundgebung zusammenführt, wir betrauern den dahingeschiedenen Talmidchochom, der mit seinen reichen Mitteln beispiellose Wohlthätigkeit geübt, der insbesondere damit die Schaffung und Erhaltung von Schulen und Jeschiwaus, die zur Befestigung des traditionellen Judenthums errichtet, bewerkstelligte und überall die Gottesgelehrten in würdigster Weise unterstützt hat. Und darum beweinen ihn Tausende und Abertausende in aller Herren Länder. Wo finden wir Ersatz für diesen Zadik und Wohlthäter? Möchten sich doch unsere Edlen und Reichen diesen Mann zum Beispiel dienen lassen. Der trefs-

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