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Der Israelit · 1901-02-18 · Heft 14 (18.2.1901) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 14 (18.2.1901)
Date
1901-02-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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WW WWWW WWWWWWWWMMWWWWWWM 324 Bewohnern von Prag und Horovitz wurde er berufen. 1533 wollte er sich beim Kurfürsten von Sachsen verwenden, der die Juden austreiben wollte, mutzte aber in Folge der Gegenbemühungen Luther's sieben Meilen vor Meisten umkehren. 1539 war in Frankfurt a. M. eine Versammlung, auf der die protestantischen Stände mit dem Kaiser den sog. Frankfurter Anstand abschloffen. Joselmann fand sich gleichfalls ein und setzte durch, datz auch die Angelegenheiten der Juden berathen wurden. Es gelang ihm, die Anschuldigungen Luther's und Vucer's zu widerlegen und die Unschuld von 38 im Jahre 1510 vom Kurfürsten von Brandenburg zum Feuertode verurtheilten Juden nachzuweisen. In Folge dessen gestattete dieser den Juden wieder freien Aufentbalt. 1541 nahm Joselmann die elsässischen Juden gegen Bucer in einer Denkschrift in Schutz. Wegen des Leibzolles und des ' gelben Fleckesam Aermel, welche einige Fürsten verlangten, reiste er nach Regensburg zum Kaiser und erlangte die Abstellung dieser Mißbräuche. Wiederum fand eine Einkerkerung von 152 Juden wegen einer Blutlüge, und zwar in Treuchlingen, statt. Durch Appell an den Landesfürsten und den Schwäbischen Städtebund erwirkte Joselmann deren Befreiung. In Böhmen sollten alle Juden ausgewiesen werden. Schon waren fast Alle ausgewandert, da flehte er die Gnade Ferdinands an, und in der That durften sie 1542 zurückkehren. Im Dezember 1543 wurde Jacob Schernon aus Würzburg mit Zeinen Kindern unter Blutbeschuldigung verhaftet. Joselmann traf mit zwei Frankfurter Freunden in Wiirzburg ein. Alle Qualen der Folter hatten den Gefangenen kein Geständniß entlocken können. Er reiste nach Spever zum Reichstag und erlangte am 3. April 1544 ein kaiserliches Privilegium, worin alle Gerechtsame der Juden bestätigt und vor der. Blutbeschuldigung gewarnt wurde. Alsbald wurden die Gefangenen in Freiheit gesetzt. Im Juli 1544 übernahm es Joselmann, die Juden zu einer Beisteuer für den Krieg gegen Frankreich zu bewegen. 1543 auf dem Reichtstag zu Regensburg, wo es zum Bruch zwischen Katholiken und Protestanten kam, erschien Joselmann und erlangte kaiserliches Edikt, wonach für die Juden der allgemeine Landfrieden in Kraft bleiben sollte. Der Kaiser erliest Sckiutzbriese, aber die spanischen Soldaten respektirten sie nicht. Namentlich in Bayern hatten die Juden viel zu leiden. Joselmann ruhte nicht eher, bis vom Kaiser der strikte Befehl erging, dast jeder Offizier in seinem Heere oder dem seiner Verbündeten, der es wagte, einen Juden oder eine Jüdin zu beleidigen, zu mißhandeln oder zu berauben, sofort mit dem Tode bestraft werden sollte. Die Juden zeigten sich durch Lieferung von Proviant dankbar und beteten in Frankfurt Morgens und Abends für den Kaiser, als er auf dem Kriegszug war. Als die Niederländer hier einzogen und die Stadt beschießen wollten, bewirkte Joselmann durch Zahlung von 500 Goldgulden, dast die Stadt geschont und der Juden Religion geschützt wurde. Der Schmalkaldische Krieg war beende!, aus dem Reichstag zu Augsburg 154? huldigte Alles dem Kaiser: auch Joselmann erschien und erhielt 1550 wiederum ein für die Juden günstiges Privileg. Auch für sich und seine Familie hatte er am 28. Februar 154? einen Schutzbries erhalten. 1551, im harten Winter, unternahm der 73jährige Greis eine Reise nach Regensburg, um dort zu Gunsten der Juden von Württemberg, welche Herzog Christoph auszutreiben gestattet, vorstellig zu werden. In Rottweil war damals das Reichskammergericht, bei welchem die Juden Recht zu suchen hatten. Der Kaiser stellte dem Juden das gewünschte Mandat aus, und dieser reiste nach Stuttgart, woselbst die Erlaubnist zur Durchreise mit sog. lebendigem und schriftlichem Geleite gegeben wurde. Zugleich tagte in Frankfurt eine Bersammlung von Rabbinern und Vorständen, welche Joselmann bevollmächtigten, mit Albrecht von Bayern wegen des Judengeleites zu unterhandeln, und die Unterhandlung hatte unter der Bedingung des schriftlichen Geleites das gewünschte Resultat. Ein Aktenstück von 1551 trägt seine hebräische Unterschrift; dies ist das letzte offizielle Dokument von ihm, das wir besitzen. Wie lange er noch gelebt hat, wann und wo er gestorben und begraben ist, wissen wir nicht genau. Ziemlich sicher jedoch ist, dast er 1556, 78 Jahre alt, starb. Seine Söhne lvaren Jacob in Rosheim, Ger son in Dürkheim und Moses in Frankfurt, eine Tochter war in Rosheim verheirathet. Ein Sohn des Moses, Elias, war Rabbiner in Fulda, Hanau, Mainz, Friedberg und Worms. Er schrieb einen Commentar zum Sohar (Adereth Eliahu) und war bekannt als R. Eliabu Baal-Schein. In Worms, Frankfurt und im Elsaß wohnen heute noch Nachkommen des großen Schtadlen, eine-- Mannes, der Leben, Gesundheit und Vermögen jederzeit einsetzte, wenn es galt, seine Glaubensgenossen vor Unterdrückung und Ungerechtigkeit zu schützen. Zeilnngsnachrichleu und Correspondenzen. Deutschland. Berlin. 14. Febr. In einer Zionistenversammlung erklärte Redakteur Klausner, er wisse aus sicherer Quelle, dast die Staatsregierung bereit sei, den Juden eine gemeinsame Organisation zu geben. Selbstverständlich könne eine solche Organisation nur unter Anlehnung an die bestehende Gemeindeorganisation geschaffen werden. Daß das so selbstverständlich ist, gestatten wir uns Zunächst noch zu bezweifeln. Hamburg, 15. Febr. Die heute unter sehr reger Betbeiligung der Wahlberechtigten vollzogene Wahl von vierzig Bürgerschaftsmitgliedern brachte ein über-

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