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Der Israelit · 1901-02-14 · Heft 13 (14.2.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 13 (14.2.1901)
Date
1901-02-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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287 bau de ermöglicht habe und schloß mit dem Wunsche, ^aß dieses gute Herz für alle Zeiten erhalten bleiben möge. Alsdann brachten Glückwünsche und Geschenke Herr N. Meverstein Namens der Zionsloge, und Frau Landrabbiner Dr. Gronemann Namens des Frauenvereins und des Vereins ehemaliger Religionsschülerinnen. Namens der Verwaltung dankte alsdann Herr Justizrath I u d e l l und machte Mittheilung van weiteren Glückwünschen, Geschenken und Stiftungen. Wir heben als besonders hervor die Stiftung eines Freizimmers in der Altersversorgungsanstalt von Herrn Senator Fischer und Frau, sowie die Einrichtung des Betraumes von Herrn Max Meverstein und Frau. Ein abermaliger Gesang — „Lobe den Herrn" — schloß die Feier. Daraus machten die Festtheilnehmer unter Führung des Herrn S. N e u b e r g einen Rundgang durch beide Anstalten, über die ich in Kürze ausführlich berichten werde. Lübeck, 5. Febr. In der hiesigen Synagoge fand am Sonntag, den 3. Februar, vor dem Nachmittags-Gottesdienste unter starker Vetheiligung der Gemeindemitglieder eine Trauerfeier für den verstorbenen Baron Rothschild s. A. statt. . Dieselbe wurde eingeleitet durch den Vortrag einiger Psalmen, die Herr Oberkantor G o l d s ch m i d t in überaus ivürdiger Weise zum Vortrag brachte. Hierauf folgte das Hesped unseres ehrwürdigen Herrn Rabbiners Es waren Worte, dem Herzen entquollen, denn der Redner war selbst sehr ergriffen und mußten deshalb seine Worte auch eine nachhaltige Wirkung auf alle Zubörer ausüben. Nachdem Herr Dr. C a r l e b a ch einleitend bemerkte, daß die Welt sich vielfach damit beschäftigt bat, was der Heimgegangene besessen, seien wir in's Gotteshaus getreten, um uns vor die Seele zu führen, was die Menschheit im allgemeinen und die Judenbeit im besonderen an ihm besessen hat. Es bandle sich für uns nicht darum, den reichen Mann zu ehren, ebensowenig sei es unsere Absicht, mit Nachdruck zu betonen, daß der Verklärte, der in gesellschaftlicher Hinsicht die höchste Reife erreicht hatte und gekrönte Häuvter zu seinen Freunden zählte, ein Angehöriger unseres Stamnies war. Nur dem edlen Menschen gelte unsere Anerkennung und Verehrung, dem wahrhaft frommen Juden unsere Bewunderung und unser Dank. Anknüpfend an den ersten Vers des Wochenabschnittes zeichnete Herr Dr. Carlebach das Lebensbild des Verstorbenen und schloß mit eindringlichen Mahnworten seinen herrlichen Vortrag. Mit dem El mole rachamim-Gebet schloß die hervorragende Trauerkundgebung. Wie wir vernehmen, soll auf vielfach geäußerten > Wunsch die Rede des Herrn Rabbiners dem Drucke i übergeben werden. j EinS, 12. Febr. Das israelitische „Centralj Waisen- und Mädchenheim", das vor vier Jahren von ' Limburg hierher verlegt wurde, nachdem die Baronin von Hirsch-Gereuth 43,000 Mk. zum Ankauf eines Hauses beigesteuert hatte, ist durch eine neue Schenkung von 100,000 Ml. durch den kürzlich in Nizza verstorbenen früheren Leipziger Bankier I. Plaut völlig gesichert worden. Plaut nahm, obwohl er nie in Ems war, großes Interesse an der Anstalt und hat ihr schon früher über 20,000 Mk. zugewendet. Das Heim hat augenblicklich etwa dreißig Zöglinge, kann aber, da es einen großen Garten besitzt, seine Gebäulichkeiten erweitern. Frankreich. Paris, 12. Febr. Nach dem Tode des Baron Hirsch hatte dessen Wittwe an den französischen Fiskus die Erbschaftssteuer für das ganze von dem Verstorbenen hinterlassene und auf 300 Millionen veranschlagte Vermögen zu entrichten. Nachträglich verlangte sie aber die Rückerstattung der widerrechtlich eingezogenen Abgaben in Höhe von 1,826,326 Fr. 76 Cent, und stützte ihre Forderung darauf, daß die Verlassenschaft nicht in Frankreich, sondern in Oesterreich eröffnet worden wäre. Der Prozeß gegen den Fiskus, der nach dem Tode der Baronin Hirsch von deren Erben fortgesetzt wurde, ist jetzt vor der zweiten Kammer des Pariser Eivilgerichts zu Gunsten der Letzteren entschieden worden. üPerfonaften. -*■ Von der bayr.-sächs. Grenze. In dem kleinen, oberfränkischen Dörfchen Autenhausen — bekannt als eine Stätte wahrhafter Religiosität und Stammort von vielen ausgezeichneten, gelehrten und frommen Männern — wurde durch das plötzliche Hinscheiden eines braven und frommen Mannes schwere Trauer über eine Familie gebracht. Moses Friedmann, fromm und gottesfürchtig in seinen religiösen Vervilichtungen, edel und gerecht in den menschlichen und geschäftlichen Eigenschaften, wurde in der Stadt Coburg, inmitten seiner geschäftlichen Thätigkeit, von einem Schlaaanfalle betroffen, dem er auch nach kurzem. bewußtlosen Krankenlager, umgeben von seiner eilends herbeigerufenen Familie, erlegen ist. Groß und vielseitig zeigte sich das Mitgefühl schon bei der schweren Erkrankung; aber die am 18. v. Mts. in dem Heimatbsdörfchen erfolgte Bestattung zeigte erst, welche große Achtung und Werthschätzung der Verlebte bienieden allseitig gesunden hatte. Es kamen mit der jüdischen Bevölkerung eine stattliche Anzahl christlicher Honoratioren. Der Majoratsherr Freiherr von Erffa auf Schloß Ahorn mit seinem Herrn Gutsinspektor gaben persönlich das letzte Geleite zur ewigen Ruhestätte, rühmten laut und betrübten Herzens die hohen Tugenden des Entschlafenen, und versicherten mit der Trauerversammlung der Familie ihre innigste Antheilnabme durch verschiedene wohlthuende Trostesbezeugungen.

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