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Der Israelit · 1901-02-14 · Heft 13 (14.2.1901) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 13 (14.2.1901)
Date
1901-02-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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284 sondern nur von den drohenden Folgen derselben zu befreien! Daher fügte er zu dem 'nxvn gleich die Bitte hinzu: «y ntp\ „Kehre nun doch mit mir zurück und ehre mich vor den Aeltesten meines Volles." — Wie anders zeigte sich David! Der Prophet Nathan kommt in David's Palast, hält ihm seine Sünde vor, die er gegen Uria begangen, den er erschlagen ließ mit dem Schwerte der Amoniter und deffen Weib er sich zur Frau genommen. Was antwortete David? Stellte er seine Sünde in Abrede? Entschuldigte er sich, daß der Majestätsbeleidiger Uria, der den Tod verdient, auf dem Schlachtfelde ehrenvoll gefallen? Nichts von alledem! Er spricht nur zwei Worte: '-6 wxaru „Ich habe gegen Gott gesündigt." Er sucht nicht wie Saul, seine Schuld vor sich selbst zu verbergen oder durch Entschuldigung abzuschwächen, nein! In dem 61. Kapitel, dem Reuepsalm, spricht er: snx ’:x ^tPE *2. „Ich bin mir meiner Miffethaten bewußt und sehe meine Sünde stets vor mir, in ihrem wahren Wesen. Nicht wie Saul ist sein Sinnen darauf gerichtet, von der drohenden Strafe befreit zu werden, oder seine Sünde vor den Augen der Welt verhüllt zu wissen, nein, TJB -rwn. „Birg Du, o Gott, Dein Antlitz vor meiner Sünde und lösche meine Miffethaten aus," ist David's Gebet; nicht um Befreiung von häuslichem Unglück und von dem aus seinem Hause nie weichenden Schwerte, das der Prophet Nathan ihm als Gottesstrase verkündigte, bittet David, nein: ima zb „ein reines Herz schasse mir Gott und eine unerschütterliche Gesinnung verjünge in meinem Innern!" Saul's Schuld bestand nicht im Vergehen selbst, sondern in der falschen Gesinnung, aus der es entsprungen, in der Gleichgültigkeit gegen das Gottesvort. Daher fehlte ihm das Bewußtsein, sich gegen Gott vergangen zu haben. und war er, trotz des Geständnisses seiner Sünden auf den Livpen, im Herzen unverändert geblieben. Darum verzieh ihm Gott nicht. David's Sünde dagegen, ob sie schon unendlich schwerer war als Saul's, war ein Ergebniß der Schwäche, nicht aber das Werk verkehrter Grundsätze. David fühlte sogleich die ganze Schwere seiner Verirrung und empfand alle Qualen des sich selbst anklagenden Gewissens. Er wußte aus dem Fall, der Andere nur tiefer in's Verderben gerissen hätte, sich bald wieder zu erheben und sich auf der erklommenen Höhe sein ganzes übriges Leben zu behaupten. Darum verzieh ihm Gott. Diese Idee der Sinnesänderung, die der büßende König vergegenwärtigt. findet ihre Ergänzung in folgender halachischer Bestimmung: im Traktat v'bv 26 b wird folgender halachischer Grundsatz aufgestellt ch-p nppo '"V mb» Lew pxi rctpnon .nxviv m'b. Zum besseren Versiändniß wollen wir an die biblische Vorschrift in Lev. 11, 32 erinnern. Jedes -br> Geräth, sobald es mit einem Leichnam in Berührung kommt, wird unrein, sei das Geräth von Stoff, Holz oder Leder. Was aber ist als Geräth im halachischen Sinne zu betrachten? Nicht nur Dinge, die wir im Alltagsleben als Geräthe bezeichnen, z. V. ein Tisch, ein Glas, sondern selbst Gegenstände, die wir erst im Gedanken zum Geräth bestimmen, rem:. Die bloße Absicht, z. B. ein Fell als mar als Unterlage zu benutzen, genügt schon, um diesem Fell den Charakter eines 'br Geräthes zu verleihen und dasselbe für Unreinheit empfänglich zu machen. Will jedoch der Eigenthümer dem Fell den Charakter nehmen, so genügt es nicht, wenn er bloß den Entschluß faßt, dieses Fell für einen andern Zweck zu bestimmen, etwa um Riemen oder Sandalen daraus zu schneiden. Er muß dieses Fell thatsächlich zu zerschneiden anfangen. Das ist die twb Erst durch die Ausführung dieses Vorsatzes wird der nxon: Charakter aufgehoben. Ein Gedanke genügt oft schon, uns dem Bereich der rxrnL Unreinheit zuzuführen. Wer aber auf diesem Gebiete sich bereits heimisch gemacht, den werden die erhabendsten Lehren und die klarsten Erkenntnisse nicht aus dem Banne der nxo’E befreien können. nwya vpp xbx ctro pw der kann nur durch die Aenderung seiner Thaten, nur durch den Beginn eines neuen Lebenswandels sich zur Reinheit emporringen. Der von uns bis jetzt erörterte Gegensatz zwischen Wort und Gesinnung, Gedanke und That, durchzieht auch die Meinungsverschiedenheit, welche Abaji und Raba, die zwei größten Meister und Vollender der tief in das Wesen der Dinge eindringenden Methode der Forschung von einander trennt. Nach Abaji Os mayn xb n:cm ->vxn :n nmon pnn -iex, liegt das Hauptgewicht in der That, und es ist die That, für die der Gesetzwidrighandelnde bestraft wird. Raba dagegen legt den Schwerpunkt in die Absicht: x-eex -epn DttPE wbn "xm x:arm. Ein Dieb beispielsweise, der Holz entwendet und daraus einen Tisch verfertigt, hat nach Abaji dem Eigenthümer blos den Geldwerth des „Holzmaterials," nach Raba dagegen den Geldwerth des „Tisches" zu ersetzen. Die Strafe wird über den Thäter (nach Raba) nicht wegen seiner juridisch ungiltigen Handlung, sondern wegen der dabei kundgegebenen bösen Absicht verhängt. Raba und Abaji stimmen jedoch darin überein: xb rnwab vnnn ’ijtp. Wenn z. V. in dem eben berührten Fall der Tisch zerlegt und aus das ursprüngliche Holzmaterial zurückgefübrt werden kann, so hat der Dieb nicht den Werth des Holzes, sondern das Holz selbst wieder zu erstatten, und kann sich durch Bezahlung des Rohmaterials nicht den Besitz des Tisches erlaufen, tonn bvn fsxn na« njne m nsi. Diese Bestimmung über "wnn

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