Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 12 (11.2.1901)
- Date
- 1901-02-11
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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mumm •SflTJWWSVJ-ii* pw*» sä. 8) m«rillt, «lie Grösse und die Bedeutung M. Mendelssohns für’s Judentum weit über die M. Isserles’ stellen zu müssen, so vermögen wir dieses Urteil darum nicht ohne Weiteres als richtig anzuerkennen, weil sich die Thätigkeit Beider auf so verschiedene Gebiete erstreckt hat, dass ein Vergleich ihrer Werke und Verdienste unzulässig, ja unmöglich ist. Wer dieses Buch gelesen hat, für den bedarf es nicht erst einer Rechtfertigung für die Herausgabe desselben, wie dies nach den einleitenden Worten des Verfassers scheinen könnte, oder des besonderen Hinweises, dass die historische Kleinarbeit von grösstem Wert und Nutzen ist, er wird erkennen, dass auch sie, — und sie ganz besonders, — mit Geist und Geschick erfasst und behandelt, nur die Zeiten der Vergangenheit zu beleben und zu erhellen und auch einen weiteren Leserkreis zu interessieren vermag. Zu bedauern ist nur die durchgängige Trausscription hebräischer Büchertitel, wodurch der Gebrauch des Buches für einen des Hebräischen kundigen Leser geradezu unangenehm wird. Es wäre dringend zu wünschen, dass doch endlich diese etwas zu weitgehende Rücksicht auf die des Hebräischen nicht Kundigen, die schliesslich solche Bücher gar nicht einmal lesen, aufgegeben, wird. — Nach den hier und anderwärts gegebenen Beweisen trefflicher Darstellung und gründlicher Gelehrsamkeit dürfen wir das Versprechen des Verfassers, uns auch ein,; Geschichte der Dessauer Rabbiner geben zu wollen, mit Freuden begrüssen und den Wunsch aussprechen, uns nicht allzulange darauf warten zu lassen. Dr. J. H. Müller, L., Prof. Aus fünf Jahrhunderten. Beiträge zur Geschichte der jüd. Gemeinden im Ries. 2 Abtheilungen. Nördlingen 1899. C. H. Beck. 226 8. Eine sehr fleissige und instruktive Arbeit ist es, die der Verfasser in diesen Beiträgen bietet, die ein Bild von den ehemaligen Zuständen der jüdischen Ansiedelungen im Ries und seiner nächsten Umgebung liefern sollen. Die städtischen Bürger-, Steuer- und Rechnungsbücher, die Ratsprotokolle in Nördlingen und das fürstl. Ottingische Archiv in Wallerstein wurden ausgiebig benützt und es ist dem Verfasser gelungen, eine ziemlich vollständige Darstelluug dem gesehichtsliebenden Publikum zu übergeben. Was in dieser Darstellung besonders wobltliut, das ist die Objektivität, mit der die Vorkommnisse erzählt werden. Schlicht und einfach ziehen die Schilderungen und Thatsachen am geistigen Auge des Lesers vorüber; ohne Voreingenommenheit werden Licht und Schatten gleichmässig verteilt, wobei dem Verf. es gelingt, nachzuweisen, dass die Lichtseiten im Innern Leben der damaligen Juden besondere Würdigung verdienen. Wir empfehlen daher diese Schrift unsern Lesern zum Studium und sind der festen Überzeugung, dass jeder denkende Israelit, der dieselbe zur Hand nimmt, mit freudigel Genugthuuug voll dem Inhalte und von der Form der Darstellung Kenntnis nehmen wird. Zu der Details werden wir demnächst einige ergänzende Notiz, n bringen. Lewiuskv, Landrabbiner. Der Hildesheimer Rabbiner Samuel Hameln. Sonderabdruck aus dem Gedenkbuch zur Erinnerung au David Kaufmann. Hildesheim 1900. August Lax. 21 S. Dieser Sonderabdruck, der merkwürdiger Weise vor dem Gedenkbuch erscheint, zeigt das Geschick des Verfassers für die Detailforschung. An der Hand der mit Liebe und Sorgfalt geschriebenen Biographie folgt der Leser gerne der Führung des Verfassers, um Leben und Wirken des Hildesheimer Rabbiners Samnel Hameln kennen zu lernen. Zahlreiche Fussnoten beweisen, dass Verf. mit der einschlägigen Litteratur sich vollständig vertraut gemacht hat. Zu 8. V n. 2 möchten wir berichtigen, dass der 8. Cheseliwau 5405 dem 7. November 1644 entspricht. In dem Epitaph am Schluss dieser Monographie dürfte vielleicht, da Wochen- und Monatstag nicht übereiustimmen, 1"' statt A"* zu lesen sein. L. K. Amitai. Assimilation. Bruxelles 1900. Vve Michel van Dantzig. Assimilation ist ein Schlagwort, das die Neuzeit stark berührt, ein Kind des Antisemitismus. Der Verfasser, den wir trotz des Pseudonyms zu kennen glauben, hat schon manches mannhafte Wort gesprochen und geschrieben, um dergleichen unjüdischen Anforderungen der sog. Gebildeten kräftig und erfolgreich eutgegenzutreten. Das Ergebnis seiner Darstellung fasst Verf. in folgende vier Sätze zusammen : 1. Nach unveränderlichen Naturgesetzen wird eine kleine Menge von der grossen Masse angezogen und unter gewöhnlichen Bedingungen allmählich aufgesogen; 2. Die ungleiche Minorität übt nur geringe oder gar keine Macht über die Majorität aus; 3. Assimilation heisst Annullirung und Absterben der Minorität; 4. das jüdische Volk muss sich davor hüten, mit andern Völkern sich zu assimiliren. Verfasser kündigt noch zwei weitere Studien auf diesem Gebiete an. Wir sehen denselben gerne entgegen und rufen dem wackern „Amitai“ ein treuherziges 3D11 zu.