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Der Israelit · 1901-02-07 · Heft 11 (7.2.1901) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 11 (7.2.1901)
Date
1901-02-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
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344: stoibene Freiherr, dessen Beispiel für unsere Zeit Und für kommende Geschlechter ein leuchtendes sein und bleiben wird. Nicht allein das solle hervorgehoben werden, daß er wie ein wirklicher Fürst den Armen gespendet in Deutschland, im heiligen Lande und in allen Ländern; daß es in unserem Erdtheil, wie im heiligen Lande, keine religiöse Einrichtung, keine Wohlthätigkeitsschöpfung, keine gemeinnützige jüdische Institution gab, wozu er nicht mit vollen Händen öffentlich und noch mehr im Geheimen schenkte; denn vermöge seines Reichthums vermochte er das, wie kein Zweiter auf Erden! Aber weit höher ist es anzuschlagen und mit gehobenem Stolze müssen wir es sagen, daß er, der zu den Großen dieser Erde, zur höchsten Aristokratie zählte, der an Macht, Einfluß und Ansehen von nicht Vielen seiner Zeitgenossen überragt wurde, einer der frömmsten Juden seiner Zeit gewesen, daß ihm die Ausübung auch des kleinsten religiösen Gebotes jederzeit innerste Herzensangelegenheit gewesen; daß er, der Chef eines Welthauses, sich täglich Zeit nahm, um mehrere Stunden in der göttlichen Lehre zu forschen, und nicht etwa mit Lauheit und Oberflächlichkeit, sondern nach dem Zeugniß von Kundigen und Sachverständigen, mit heiligem Eifer und mit tiefster Gründlichkeit. Unsere Weisen rühmen von Rabbi Elieser ben Charsom, der ungeheuer viele Ländereien besessen und tausend Schiffe auf dem Weltmeere gehabt haben soll, daß er trotzdem das Studium der Thora nicht versäumte. daß er sich vielmehr mit großer Liebe darin vertiefte und sich einen rühmlichen Platz unter den Tanaim zu erringen verstand. Für unsere Zeit sei Freiherr Wilhelm Carl von Rothschild ein solcher Rabbi Elieser ben Charsom gewesen; sein ganzes Leben war ein Kidusch Haschem und noch von den spätesten Geschlechtern werde der Name dieses unvergleichlichen Mannes nicht genannt werden ohne die Beifügung: I2i2i> pnat 121. Zabern, 3. Febr. Heute fand in hiesiger Synagoge vor dem Mincha-Gebete ein Trauergottesdiensi für den leider zu früh Heimgegangenen Freiherrn Wilhelm Carl von Rothschild statt. Den Hesped hielt der hiesige Rabbiner Herr Dr. Staripolsky. Anlehnend an das Prophetenwort ^xpiir , Kap. 21, 30 'i2i mtsjn cim nsaxon i’ci D’piSx *n ivx 12 führte der Redner aus, daß die Seelenhoheit und den Adel der Gesinnung in würdiger Weise zu schildern ein vergebliches Bemühen für ihn sein dürfte. Bei der Fülle des lichtvollen Wirkens, das dessen reiches, abgeschlossenes Leben zeigt und das sich über den ganzen Erdball erstreckte, ist nur 2prr> rbrtrb rronn, Auch dem Schmerz Ausdruck zu geben ob dieses herben Verlustes, den das ganze Haus Israel und alle edle Menschen beweinen, dürfte kaum von Nöthen sein, weil es von Jedem, in dessen Herz noch Begeisterung für unsere Emunoh und für hohe menschliche Tugenden glimmt, wohl schmerzzerwühlend empfunden werden muß. Wie auch thatsächlich der Talmud in Traktat (fisu x"y 't pp in Auslegung des oben angeführten Prophetenwortes treffend bemerkt '< m*oy bxx nsaxan pay na ’2i bv e'xi2 mey!?ru sno e>xi2 nßjxcp jbt2 ii> ivii» xb .LIX bo rxia may np^TiDa :"d tyxio iisaxo np^nc: oix Mit dem Schwinden des hohenpriesterlichen Diadems schwindet auch der Kopfschmuck eines jeden Menschen. Und ein Hohepriester war der Verklärte im wahrhaften Sinne des Wortes, dessen Leben im Dienste des Höchsten und dessen Kinder, die Menschen, stand. Nicht Trauer erwecken, rief der Redner aus, wo schon Trauer und Schmerz herrscht; nicht ein Bild zu entwerfen, dessen Charakterzüge das beredetste Wort nicht zu schildern vermag, will er unternehmen. Er will nur in kurzen Umrissen jene lichtvolle Gestalt vor die Augen führen, um der jetzigen, an Idealen so armen Zeit, zu zeigen, wie reich und wirksam sich ein Leben gestalten könne, wenn es das irdische Lebensziel in der Thora und Emunoh sucht und findet. Redner entwarf nunmehr ein Bild von dem erschöpfenden Wirken des edlen Mannes, dessen Verlust unersetzbar ist und dessen Leben sich in dem Rahmen jenes Bildes bewegte, welches in der xn^o zu dem Wochenabschnitt des verflossenen Sabbats von unserem Lehrer Mosis entworfen wird. |na .ivN bv ixipai crp^y ib>e; r,&s;na B‘i2i nvb&2 '121 '->27 ntro rinn 1121 icxaty ictr bv Tixipai m\rn bv nysa nntr "2 ii -zb 'Jtr '121 idp bv ixipai bxiv" bv waa [na d’bbip 'at? ick» bv ixipai p:’ii bv ipbj pia '121 -joy 'i2i "piyt? i>22 ib fnn v'ivisi. Auch das reiche Leben des Verklärten zeichnet sich durch v-Ba tii'dcj für die Thora, für unseren Stamm, und für das obpbi pix In diesen drei Dingen bewegte sich sein ganzes Sein und dadurch vermögen wir dessen Andenken nur dann zu ehren und ihm ein Denkmal zu errichten, das für ewige Zeiten unzerstörbar sein wird, wenn diese lichtvolle Gestalt auch ferner lichtspendend für uns sich gestaltet, indem wir uns bemühen, das Leben des Verklärten als leuchtendes Beispiel in uns aufzunehmen. Mit dem O'vni xbv *?x- Gebete schloß diese denkwürdige Feier, die noch lange nachhallen wird in den Herzen unserer Gemeinde. Zürich, 4. Febr. Auch im hiesigen „Minjan- Verein" fand gestern Abend eine Trauerfeier für den sel. Baron statt, wobei Herr Rabbiner Rom eine ergreifende Rede hielt. Prestburg, 5. Febr. Auch die hiesige Rabbinerschule veranstaltete für den Heimgegangenen Herrn Baron eine Trauerfeier. Rabbi Löb Groß, der stellvertretende Direktor, hielt die Trauerrede, die wir bei genügendem Raum vielleicht später zum Abdruck bringen. (Weitere uns zugegangene Berichte über Feierlichkeiten, die dem Andenken des Barons gewidmet waren, folgen in späteren Nummern.)

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