Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1901)
- Date
- 1901-01-31
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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208 breitete, Baron Wilhelm Carl von Rothschild sei heim--! gegangen in's künftige Leben, da ertönte ein Schrei des! Entsetzens durch die ganze Judenheit. Ueberall, wo Juden wohnen, sei es im kalten Norden, im sonnigen Siiden, ob in Deutschlands Gauen, oder Rußlands Steppen, jenseits des Oceans oder im heiligen Lande, überall durchzuckte alle Seelen der Schmerz, daß wir einen unendlichen Verlust erlitten, daß er dahingegangen, der den Bedrückten ein Versorger, den Armen und -Oranten Ernährer und Pfleger,! den Waisen ein Vater, den Wittwen ein Annehmer I war.- Doch nicht, was in dieser allgemeinen Beziehung Baron Wilhelm Carl von Rothschild für die Gesammt- Gcmeindelebens vorführen wollte, in denen Baron Wilhelm Carl von Rothschild uns zur Seite gestanden hat: Ta sind es in erster Linie unsere Unterrichtsanstalten, die der Grundstein unserer Gemeinde und unsere Bürgen für di; Zukunft sind, deren Bedeutung er erkannte, und di; sich seiner besonderen Jürsorge erfreuten, und so verdanken wir auch ihm und seiner edlen Gemahlin den herrlichen Bau, in welchem sich unsere Schule befindet. In weiser Voraussicht der Zukunft hat er einen unangreifbaren Schullonds gegründet, und mit reicher Gabe fortwährend dotirt. Da ist es ferner die israel. Volksschule, jene erhabene Institution, welche es stch zur heiligen Aufgabe gestellt hat, Kinder hiesiger unbe- ' iJ Baron Wilhelm Karl von Rothschild als Dreißigjähriger. menschbeit geleistet, null ich hier schildern, das ist von beredterem Munde bereits geschehen; mir sei es ge stattet, im Auftrag der Verwaltung der Synagogen- Gemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft" und i Namens aller ihrer Mitglieder unfern Gefühlen Ausi druck zu geben an der Bahre des Mannes, den wir seit > 50 Jahren mit Stolz unser Mitglied genannt, und der uns in unzähligen Beweisen gezeigt, wie er mit jedem Nerv seines Gefühllebens, mit jedem Pulsschlag seines Thatenlebens für das Wohl und Wehe unserer Geineinde fühlte und wirkte. Wo soll ich beginnen, wenn ich alle Zweige unseres mitten er Glaubensgenossen zu tüchtigen Menschen und guten Juden zu erziehen, und die sich ebenfalls seines reichsten Wohlwollens erfreute. Und da ist es ferner die Georgine Sarah von Rothschild'sche Hospital-Stiftung, welche, von ihm und seiner hochherzigen Gemahlin zum ehrenden Andenken au ein frühe verstorbenes theures Kind gegründet, er unserer Verwaltung unterstellt, und welche er durch fortgesetzte reiche Mittel in den Stand setzte, ihrer hohen Bestimmung, arme Kranke zu pflegen und zu heilen, gerecht zu werden. Da ist es unsere Synagoge, welche vor beinahe 60