Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1901)
- Date
- 1901-01-31
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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BSWWWWW .‘■•f ten, angestammten Glauben in unverfälschter Weise nachhinge. Begeisterung und Feuer sprühte aus seinen Worten, welche sich zündend auf seine aufmerksamen Zuhörer übertrug und ihm am Schluffe seiner Rede, die als ein Meisterwerk von hoher rhetorischer Begabung und Geist bezeichnet zu werden verdient, einen nicht enden wollenden Applaus brachte. Da das Programm dieses Abends, wie immer, ein gut gewähltes und gediegenes war, dürften wohl alle Hoffnungen, die auf denselben gesetzt wurden, als voll erfüllt bezeichnet werden. Ein Tasellied, von Herrn Heinrich Wolffsohn gewidmet und ein Prolog, von Herrn H a l e v y verfaßt und gesprochen, füllten neben vielen schwungvollen Reden und Vorträgen recht angenehm die Kafseepause aus. Hamburg, 28. Jan. Gestern Abend veranstaltete die Schaß-Chevrah, welche ihr langjähriges Domizil in dem Beth ha-midrasch der alten und neuen Klaus hat, daselbst einen Sium auf Seder Nesikin Talmud Babli. Das Beth ha-midrasch, welches wohl von keinem andern in Deutschland übertroffen wird, war festlich erleuchtet und machte die schön gedeckte Tafel einen imposanten Eindruck. Gegen 9 Uhr stellten sich die Festtheilnehmer, bestehend aus den regelmäßigen Besuchern der Schaß-Chevrah, den eingeladenen Ehrengästen, an deren Spitze der Oberrabbiner Herr Dr. Hirsch und der-Klausvorsitzende, Herr M. I. Meyer, ein, während der Vorsteher der Schaß-Chevrah, Dr med. B. Levy, durch Unpäßlichkeit leider verhindert gewesen war. Nachdem die Tafel eröffnet, trug der ehrenamtlich fungirende Rabbi der Chevrah, R. Menachem Jacobsohn, den Schluß der Masechta Aboda soro mit Raschi und Tosfoth vor. Dann begann der Raw mit einer paffend angewandten Einleitung die Masechta Sbachim, worauf nach dem Kaddischgebet die Festmahlzeit ihren Fortgang nahm, deren Pausen durch gelehrte und launige Reden angenehme geistige Unterhaltungen und Anregungen für das fernere Gedeihen der altehrwürdigen Chevras ha-schaß boten. Eine ernste Stimmung trat ein, als Rabbi Menachem des vor nicht langer Zeit dahingeschiedenen R. Götsch, des langjährigen Leiters und Zierde der Chevrah gedachte und diesem einen wahren Hesped widmete. Der Wunsch, daß es der Klaus recht bald gelingen möge, recht würdige Nachfolger zu bekommen, fand allgemeinen Widerhall. Die beiden Abgesandten der Klaus, welche unlängst die zur engeren Wahl stehenden Candidaten besuchten, hatten (offiziös) viel von den angenehmen Eindrücken, die sie empfangen, und den freundlichen, wie herzlichen Aufnahmen, die sie überall gefunden, zu erzählen. Erst um V/2 Uhr Nachts trennte man sich mit dem Wunsche, noch recht oft solche Feste feiern zu können. H. B. Hanau, 27. Jan. Nunmehr hat sich der Herzenswunsch unserer Gemeinde mit Gottes Hülfe erfüllt. 190 Am Dienstag, den zweiten Schewat, traf der neugewählte Provinzial-Rabbiner Herr Dr. S. Bamberg e r hier ein und wurde am Bahnhofe vom Vorstande der hiesigen Gemeinde und einem Mitgliede des Provinzial-Vorsteheramtes begrüßt. Bei der Ankunft im Rabbinerhause hieß der Vorsitzende des Vorsteheramtes, Herr Julius H i r s ch , den Herrn Rabbiner und dessen Familie Namens der hiesigen israelitischen Gemeinde und der Provinz herzlichst willkommen und gab dabei dem Wunsche Ausdruck, daß dessen Wirken ein segensreiches und ersprießliches sein möge. Gleichzeitig überreichte der Gemeindevorstand, Herr A. F ü r t h , im Aufträge der israelitischen Gemeinde Hanau eine Adresse, sowie ein Einzugsgeschenk. Anschließend hieran überbrachte Herr Kreisvorsteher David Fürth die Glückwünsche der Vorsteher des Kreises. Herr Rabbiner Dr. Vamberger dankte in bewegten Worten und versicherte, daß es sein stetes Bestreben sein werde, das in ihn gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen und den Frieden, sowohl in der engeren Gemeinde, als auch in der weiteren Provinz, zu erhalten und zu fördern. Am Freitag Abend Paraschat Bau fand die Einführung in die eigentliche Stätte seines Wirkens, in das Gotteshaus, statt. Herr Rabbiner Dr. Vamberger wurde von den Herren Gemeindeältesten abgeholt und in die prächtig geschmückte Synagoge geführt. Bei seinem Eintritte intonirte der Chor das Boruch habo; darauf folgte das Minchah-Gebet und Kabolas Schabbos. Vor Borchu betrat der Herr Rabbiner die Kanzel und hielt eine äußerst wirkungsvolle, tiefergreifende Ansprache. Gefühle der Freude und des Dankes beseelten ihn, so führte etwa Redner, nachdem er Virchas schehechijonu gesprochen, aus, Gefühle der Freude, daß ihn der Allgütige diese Zeit hat erleben lassen, des Dankes dafür, daß ihm ein so großes umfassendes Vertrauen entgegengebracht worden sei, indem man ihn zum geistigen Führer einer bedeutenden Gemeinde und umfangreichen Provinz berufen habe. Die Gefühle der Bangigkeit und des Zagens, die ihn im Hinblicke auf seine großen hervorragenden Vorgänger, die an dieser Stätte gewirkt, erfüllen müßten, werden nur verdrängt durch sein unerschütterliches Vertrauen auf den himmlischen Beistand rrn dm rpy* nny 'u-'ri drr dxiL" und "I wp der ihm in seinem verantwortungsreichen Berufe r.yz nie fehlen möge und durch sein Vertrauen auf die Mithülfe und den Beistand aller derer, die durch Amt und Stellung dazu berufen und befähigt seien. Anknüpfend an den bekannten Midrasch von dem noSt? bv x-v zu dem sechs Stufen führten, deren jede dem Könige ein gewichtiges ernstes Mahnwort ertönen ließ, entwickelte der Redner in packender, ungemein wirkungsvoller Weise, die Tugenden und Pflichten, die der geistige Führer eines jüdischen Gemeinwesens sich anzueignen, zu übernehmen und zu erfüllen habe und versprach in bewegten Worten,