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Der Israelit · 1901-01-28 · Heft 8 (28.1.1901) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 8 (28.1.1901)
Date
1901-01-28
Page
– (sequence 18)
Language
German
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184 mand)mal ^d))i4erialciten bereitet, ivährend es in kleineren Platzen meist leicht zu beschaffen ist. Bei einigermaßen gutem Willen läßt sich aber auch hier meistens Rath schassen, indem man ein Stückchen Garten- oder Feldland in der Borstadt pachtet, auf welchem der Lehrer mit den jungen gemeinschaftlick; ein Bretterhäuschen errichte:;ur Unterbringung der GerätHschaften und zum Fcknitze oei plötzlich eiinretenden starken Regensd;a:ar. Wenn die Jungen an freien diaduuittagen oder nad: beende:ein UnterridZ einen iveiten Weg bis zu: Arbeitsstätte Haben, so in dies ihrer Gefnndbeii nur 'guräglid;. biüu bei dein Ganenbauunierrich! muß fick; der Lehrer den na tür tickten Hang der .minder zum Graben, wovon inan ml; ans den örremluten Spielplätzen und na men Nick am Nceeresinanoe überzeugen kann, zu b.'mjci! maa-en. Wenngleid; die Arbeiten verantwortlich und leine bloße kniete find, so nriissen sie dock; den Bindern, naurenttiei; in: 'Anfänge, als solche erscheinen Lediglich non der Art und Weise des Unterrichts in der Handsertigtei: soivie iin Gartenbau hängt es ab, ob die Binder denselben als 3piet respektive angenehme Unterhaltung, oder als Zwang betrachten. Wollen wir best.halb aut diesem Gebiete nennenswerthe Erfolge erzielen, so niüsten noic vor allen Dingen tüchtige Lehrer ausbilden.. LDn diesenuBenclnspuntte geleitet, hat der Verfasser im Zähre l ss4 mit einer Anzahl gleichgesinnter Männer den „Bereit: znr Förderung des Gartenbaues und Handfertigkeitsunterriehtes in der jüdischen Volkssatule" gegründet, der seit einer Bei he von Jahren staatliche Borvorationsrechrc erhalten Hai. Nach Beschassung der "öthiaen Gelder hat unser Verein ein größeres Gartengrundstück ertvorben und davon einen 3 peil dem bi engen Lehrerseminar znm Ban eines Seminargebäudes überlanen. Das hiesige Seminar hat sonaobl Gartenbau, n.ue Handserligkeitsunterridst, als obligatorische Lehrfächer im Lehrplan ausgenommen. Wir müssen indessen offen bekennen, daß bislang nur ein geringer Dbeil der seit 1884 ausgebildeten Seminaristen, die von Nain" besonders zu praktischen Arbeiten veranlagten, in Handfertigkeit und Gartenbau sich so weit aut den, hiesigen Sentinar vervollkommnet haben, um ihrerseits Unterricht in diesen Fächern erthei len zu können. Es würde pi weit führen, die Gründe hierfür anzugeben. Nur kann erfreulicherweise konstatirt loerden, daß nach den kürzlid; erfolgten Aenderungen sowohl die Lehrer, wie der Lehrplan, die volle Gewähr dafür bieten, den größten Theil der Seminaristen so weit zu bringen, um später als Lehrer in diesen Unterrichtszweigen erfolgreich unterrichten zu können. Ta unser Verein sich nicht auf Hannover beschränkt, so haben wir auch einige auswärtige jüdische Lehrer unterstützt, um in ihren Schulen Gartenbauu. Handfertigkeitsunterricht einznführen. Von diesen hat namentlich der Lehrer Rothschild in Achim gute Erfolge erzielt. Einige andere jüdische Senrinarien, die der Verfasser zur Einführung des Gartenbau- und Handfertigteitsunterrichts seiner Zeit bewegen wollte, lehnten dies ab, kheils aus Zeit-, theils aus Raummangel. Obgleid; Jeder, der die Verhältnisse einigermaßen leimt* zugiebl, in welch' hohem Grade die jüdisck)en Seminaristen mit Arbeiten belastet sind, so ließen sich doch wahrscheinlich bei energischem Willen, ivie in Hanno-! ver, and; in anderen Seniinarien zwei Stunden! wöchentlich für diese Lehrztveige finden, umsomehr, da j diese Dlunden bei rationellem Unterricht für die jungen Leute eine angenehme Erholung von der geistigen An-! strengung gewähren. i Andernfalls hatte ich es namentlich für jüdische! Lehrer für ivichtig genug, ivcnn uöthigensalls der Lehr-! kursus aus den Seniinarien um einige Neonate ver-! langer: ivürde. Ein große': Dheil der christlichen Kna-! den, mögen es nun Binde'' von Bauern, Handwerkern! oder gewöhnlichen Arbeitern fein, sieht, lvie die l nacktsten Angehörigen mit den verschiedenen Handwerksj zeugen und Ackergeräthen manipu.liren, und bei dem na- - türlichen Hang der Binder, das, was sie vor sich sehen. I nach?,nahmen, eignen fte sich unbewußt eine gewisse i Handsertigtei: au. Außerdem werden solche Binder j meistens schon in frühen Jahren zu pratiischen Hand, leistungen herangezogen. Aus Gründen, die weder wir noch nufere Voreltern verschuldet haben, sondern die uns durch eine unduldsanie Gesetzgebung aufgedrängi wurden, hat sich bislang ein verhältnißmäßig geringerer Prozentsatz Juden als Nichtjuden dem Handwerk und der Bodenkultur' zugeivandt und jüdische Binder haben deßhalb and; wert seltener Gelegenheit, prakli'ehe Handleistungen in ihrer nächsten Umgebung zu sehen und sich eine gewisse Handfertigkeit anzueignen, i Bvmtni nun nach den: Verlassen der Schule ein jüdischer Bnabe zugleich mit einem nid)tjüdisck>en bet einem Hanbivcrter in die Lehre, so ist der jüdische Knabe dem andern gegenüber, der mit den verschiedenen Hand-; werkszeugen bester umgehen kann, im Nachtheil, i Die Folgen davon sind häufig Spöttereien, gewürzt mit den bekannten Schimpsworten. Diese, sowie der Umstand, daß man sich mit dem weniger geschickten Knaben weniger Mühe gibt und ihn zu den besseren Arbeiten nicht zuzieht, entmuthigen manchmal und flößen ihm anstatt Schaffenslust — Unlust zu dem gewählten Berufe ein. Hat nun aber der Knabe durch Handfertigkeits- und Gartenbauunterricht die für seinen Berns wünschenswerthe Geschicklichkeit vor dem Eintritt in die Lehre bereits erworben, so wird er mit Lust und Liebe und auch mit Erfolg lernen, und als geschickter Gehilfe und Meister eine geachtete Stellung einnehmen, ehrenvoll für sich und seine Glaubensgenossen. Aber nicht nur Knaben, welche sich dem Handwerk der Gärtnerei und der Landwirthschaft widmen wollen,

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