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Der Israelit · 1901-01-28 · Heft 8 (28.1.1901) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 8 (28.1.1901)
Date
1901-01-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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WllllillllPI^SlWIllllPWIiPl^WSPPEWMN^I^W^^ OB---.w-.^T„v^; --.5;r.jr -■ 177 weil er nur denken und begreifen, nur mit Verstand und Sinnen erfassen, aber nicht glauben wollte. Der Zweite ging hinein und wurde wahnsinnig, weil er nur von den Geheimnissen die Schleier lüften, nur Wunder schauen, aber nicht forschen und streben wollte. Der Dritte ging hinein und ging aus zum Bösen, weil er, nachdem ihm das versagt und verschlossen geblieben, was für Menschenaugen und für irdische Wahrnehmung nicht bestimmt ist, weder glauben noch forschen wollte. Der Vierte, Rabbi Akiba, ging in Frieden hinein und in Frieden heraus. Er brachte mit, was er sollte: Glaubensinnigkeit u. standhafte Ueberzeugungstreue im Verein mit jenem Geiste, der seine Waffen nur führt, um für göttliches Recht zu streiten und seine Schwingen nur erhebt, um das himmlische Licht göttlicher Wahrheit zu entzünden. Das Wesen, das Leben und der Heimgang eines Rabbi Akiba müsse für den Jehudi aller Zeiten ein leuchtendes Vorbild sein für die Erfassung und Bethätigung seiner Pflichten als vernunftbegabter Mensch, als achter Angehöriger seines Stammes und als Herold des höchsten Gottesgedankens. Aus Bayern. Dem Bestreben des Verbandes der israelitischen Lehrervereine, auch den israelitischen Lehrern den Verechtigungschein zum einjährig-freiwilligen Dienste zu erwirken, ist gewiß bester Erfolg zu wünschen. Bedauerlich ist es nur, daß dieser doch eigentlich selbstverständlichen Sache überhaupt Hindernisse im Wege zu stehen scheinen. Das Bestehen der Seminaraustrittsprüfung ist doch Vorbedingung für die Erlangung des „Zeugnisses über die wissenschaftliche Befähigung," und diese wird doch auch von den jüdischen Kandidaten abgelegt. In Bayern ist man in dieser Hinsicht entgegenkommender. Wie hier den Seminar-Absolventen schon lange Jahre vor der Einführung in Preußen, bezw. im Reiche die Berechtigung zum Einjährigen zugesprochen war, so wurde auch zwischen Juden und Nichtjuden kein Unterschied gemacht. Einsender dieses legte im Jahre 1886 die erste Prüfung als Lehrer am Kgl. Schullehrerseminar Würzburg ab, hatte jedoch nicht dieses, sondern die israelitische Lehrerbildungsanstalt in Würzburg besucht, an welcher, weil sie nicht staatlich, keine Austrittsprüfung stattfinden . kann. Damals war am „schwarzen Brett" bekannt gegeben, daß die Absolventen, die den Einjährigenschein beanspruchten, dies beim Direktor zu melden hätten. Einsender unterließ damals, dieses Ersuchen zu stellen, da er event. den zehnwöchentlichen Militärdienst als Lehrer dem einjährigen Dienste vorgezogen hätte. Fünf Jahre später — Einsender war damals außer Bayern, in Schlesien als Lehrer thätig — faßte er eine; Berufsänderung in's Auge, wozu er des Berechtigungs- ' scheines bedurft hätte. Er wandte sich nun nach Würz-; bürg mit der Bitte um nachträgliche Ausfertigung des; Zeugnisses über wissenschaftliche Befähigung zum einj jährig-freiwilligen Militärdienste und erhielt solches bereitwilligst ausgestellt; es trug das Datum b«8 Ausstellungstages und die Bemerkung: „Er bestand die Austrittprüsung 1886." Allerdings unterscheidet sich das Zeugniß von demjenigen eines Frequentanten des Kgl. Seminars dadurch, daß es für „Fleiß" und „Sittliches Betragen" keine Noten aufweist, sondern nur solche für das „Maß der erreichten Kenntnisse," doch, was die Hauptsache ist, es hat eben die volle Giltigkeit in jeder Hinsicht. —A.— Tchildberg, 20. Jan. Am Freitag Abend fand in unserer Synagoge eine Feier aus Anlaß des 200jährigen Bestehens der preußischen Krone statt. Nach nntr n^p leitete unser Herr Cantor Levin die Frier durch den mit Begeisterung abgesungenen 100. Psalm ein. Hierauf folgte die Recitation der Psalmen 7 und 40, Festpredigt Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. Bamberger, Königsgebet und zum Schlüsse sang Herr Cantor L e v i n den Psalm 160. Die Feier kann als eine recht gelungene bezeichnet werden. Insbesondere fanden die gesanglichen Leistungen unseres Cantors allgemeine Anerkennung. Dänemark. Kopenhagen, 24. Jan. Unter dem Titel: „Jüdische und christliche Rumänen" veröffentlicht der berühmte dänische Litterarhistoriker Georg Brandes, ein Jude, in einer dänischen Zeitschrift einen Artikel, der sich mit dem genannten Thema befaßt. Bemerkenswerth ist darin folgende Stelle: „Vom König, der Königin und den Ministern des Landes selbst haben die unglücklichen jüdischen Rumänen keinen Beistand zu erhoffen. Aber hoffnungslos ist ihr Zustand deßhalb nicht. Wenn alle Männer jüdischer Abstammung in Europa und Amerika zu ihrer Vertheidigung zusammenständen, sich ihrer Macht bewußt wären und diese Macht gebrauchten, so würden diese Männer bald mit den Missethätern in einem barbarischen Kleinstaat fertig werden. Die Zeit ist vorbei, wo der jüdische Stamm sich ohne Widerstand mißhandeln lasten mutzte. Doch gegenüber der modernen Barbarei und ihrer frechen Grausamkeit kann man gar nicht anders, als sich mit dem Verfolgten solidarisch fühlen. Es ist im Uebrigen keine Schande, dem einen der beiden begabtesten Völker der Erde, Griechen und Juden, anzugehören. Aber wer sich vor einem recht schrecklichen Juden entsetzt, mag in ihm ein Zeugnitz dafür sehen, was die christliche Nächstenliebe, nachdem sie ein Jahrtausend gewirkt, aus einem alten Volke machen konnte. Der heuchlerische Name Judenhaß ist um so lächerlicher im Munde christlicher Männer und Frauen, als der Begründer der christlichen Religion in eigener Person doch Semit war, und die einzige wirklich semitische Geistesrichtung in Europa die ist, die man gemeinhin Christenthum nennt." Der Artikel schließt mit Rathschlägen zur Abhilfe: 1. Die Wahrheit über Rumäniens Verhältnisse zu sagen

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