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Der Israelit · 1901-01-28 · Heft 8 (28.1.1901) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 8 (28.1.1901)
Date
1901-01-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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178 Außerdem wurde die aus der Sammlung restirende Summe dem unter dem Vorsitze der Herren Sigmund Kohner und Josef Hatvany-Deutsch de Hatvan bereits feit längerer Zeit wirkenden Komitee zur Unterstützung jüdischer Emigranten zur Verfügung gestellt. Der Präsident der israelitischen Religionsgemeinde hielt es für seine angenehme Pflicht, bei dieser Gelegenheit sowohl jedem einzelnen Mitgliede des bestandenen Komitees, wie insbesondere Herrn Paul Sandor, für ihre im Interesse der humanitären Sache entfaltete eifrige Thätigkeit im Namen der Gemeinde herzlichen Dank zu sagen. Gleichzeitig ersuchte er die Mitglieder des gewesenen Komitees, das im Interesse jüdischer Emigranten bestehende Komitee durch ihre eifrige Mitwirkung zu unterstützen. Ans! Mähren, 24. Jan. Ueber den Werth oder dielmehr Unwerth der Orgel ist schon in Ihrem geschätzten Blatte erschöpfend genug abgehandelt worden und es hieße Eulen nach Athen tragen, wollte man nochmals über diese rein christliche Einrichtung sprechen. Daß der Laie, besonders derjenige, der ein px-i cy oder ein ist, eine Orgel wünscht, darf uns ja kein Wunder nehmen, er geht ja nur in den Tempel, damit er, um uns landläufig auszudrücken, etwas höre, in das Andachtshaus, um fick zu zerstreuen. Den Geist und den Inhalt unserer sinnreichen Gebete versteht er ja nicht — und die Zeit wird ihm lang — und er wünscht sich daher etwas zum Zeitvertreib und dieses Zeitvertreiben bewirkt eben die Orgel. Ob aber auch mährische Rabbiner mit der Einführung dieses musikalischen Instrumentes einverstanden sind, das soll ersehen werden, wie sie sich zur Annahme des am Schlüsse unseres Berichtes gemachten Vorschlages verhalten werden. Der Wahrheit gemäß muß zunächst konstatirt werden, daß von den Rabbinern in Göding, woselbst Dr. Lazarus, ein Schüler Hildesheimer's, und in Mißlitz, woselbst Dr. Bauer, ein Schüler des Wiener Seminars wirkt, alle Anstrengungen gemacht wurden, um die bereits eingebürgerte Orgel abzuschaffen. Das Streben des Ersteren war von vollständigem Erfolge, jenes des Letzteren nur von theilweisem begleitet, indem die Gemeinde Mißlitz das Ansuchen ihres Rabbiners dahin erledigte, daß sie von dem Spielen der Orgel bloß am Jom Kipur Umgang nahm. Doch auch dieses muß als Erfolg bezeichnet werden; denn es ist unglaublich, mit welcher Zähigkeit die Reformjuden an diesen Nichtigkeiten halten, wie sie die Orgel als eine Errungenschaft ihres Geistes ansehen. In den anderen Reformgemeinden wird an dieser Einrichtung nicht gerührt. Fragt man die Rabbiner dieser Orte, wie es der Schreiber dieser Zeilen vielfach gethan hat, nach dem Grunde dieser Einrichtung, so hört man fast allenthalben die Antwort, daß die Gemeinde gegen ihren Willen die erwähnte Verfügung getroffen habe und die Seelsorger solcher Kultusvereinigungen sträuben sich gegen den Vorwurf, daß sie mit der Einführung der Orgel einverstanden waren. Einige behaupteten sogar, daß sie ihre Existenz hätten ausgeben müssen, wenn sie den diesbezüglichen Plänen ihrer Pfarrpardon — Gemeinde- Linder hindernd in den Weg getreten wären. Es mag ja Einiges daran wahr sein, denn es darf nicht vergessen werden, daß in einigen Reformgemeinden Rabviner wirken, die lange Jahre als Bachurim die Jefchiba-Bant drückten, die also von Hause aus ganz orthodox: es darf aber auch nicht vergessen werden, daß sie in Folge der oft drückenden Armuth Stellungen in den von Reform triefenden Gemeinden annahmen, wobei sie sich dem Glauben Hingaben, daß ihre Anschauungen mit der Zeit ein Gemeingut sämmtlicher oder vieler Gemeinoemitglieder werden würden. Aber gerade der entgegengesetzte Vorgang spielte sich ab. Der ursprünglich orthodore Vachur streift als Rabbiner eines nach dein andern ab, bis ihn zuletzt nichts mehr als feine Gelehrsamkeit von den anderen Bewohnern des Ortes unterscheidet. Wenn es den Rabbinern mit ihrer Behauptung, daß sie Gegner der Orgel seien, ernst ist, dann mögen sie folgenden Vorschlag beherzigen und zur Ausführung dringen. Der Vorschlag lautet: Es möge eine Versammlung sämmtlicher mährischer Rabbiner stattsinden, in welcher die Schädlichkeit und Unzweckmäßigkeit der Orgel beim Gottesdienste einer Disputation unterzogen und hernach beschlossen werden, an sämmtliche inährische Gemeinden Flugschriften zu versenden, in welchen aus den bei der Erörterung zu Tage getretenen Griinden um Abschaffung der Orgel gebeten, respektive gegen die Einführung der Orgel gewarnt wird. Eine solche Flugschrift würde einerseits die Reformer — wie man sagt — aus ihren Himmeln werfen, andererseits die Einführung dieser Einrichtung verhüten. Ob auch die Neologen gleich daran gehen würden, die Orgel abzuschaffen, ist freilich fraglich, denn zu stark ist der Glaube von der Unentbehrlichkeit dieses Instrumentes in den Herzen der Neolcgen eingenistet, aber die Anschauung würde wenigstens einen Leck bekommen, und die unverdiente Achtung für diese Einrichtung wiirde stark herabgedrückt werden. Es ist selbstverständlich, daß diese Flugschrift von sämmilichen Rabbinen unterzeichnet loerden müßte.. Also aut zu einer Zusammenkunft und frisch zur That! E h i n a. Shangliai. Der im August vorigen Jahres von den, Shangaier „Verein zur Hülfe der eingeborenen Juden in China" nach Kai-fung-fi abgeschickte Bote ist nach glücklicher Ausführung seiner Mission Ende Oktober nach Shanghai zurückgekehrt und hat das folgende an ihn adressirte chinesische Schreiben mitgebracht: „Wir haben mit Ihnen in Kai-fung-fi verabredet, am 25. September nach Takang zu kommen, um in Ihrer Begleitung nach Shanghai zu gehen, wo wir unsere Glaubensgenossen treffen sollen. Aber die aus

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