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Der Israelit · 1901-01-24 · Heft 7 (24.1.1901) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 7 (24.1.1901)
Date
1901-01-24
Page
– (sequence 23)
Language
German
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161 unser gebenedeiter König und nahm von uns die Fesseln, in denen wir geschmachtet hatten. Ein Schutzgeist war er den Unterdrückten. Man fing unter seiner Regierung endlich an, auch die Lichtseiten des Judenthums in Hellen Farben der Welt zu zeigen, und freundliche Stimmen begannen laut zu werden in Wort und Schrift für die „jüd. Nation." Der König habe im Geiste Abimelechs gehandelt, der, ein Verehrer der menschlichen Rechte in der Mitte feindlich gesinnter Leute gegen den Patriarchen, zum Schutz der Wahrheit und der erfolgten Unschuld auftrat. Im Geiste dieses Königs habe auch Friedrich Wilhelm III. gehandelt; deshalb erfülle sich auch an ihm das Wort des Textes: „Darum wird ewig bestehen Dein Thron vor Gott, denn ein gerechtes Szepter ist das Szepter Deines Reiches. Du liebest Tugend und hasiest Frevel, darum salbet Gott Dich mehr, wie andere Fürsten, mit dem Freudenöl." Achtzehn Jahre später finden wir Salomon Löbel unseren königlichen Herrn aus der entlegenen Ferne nach seiner Heimath, ja bis in den liebenswürdigen Kreis seiner königlichen Familie zurück, wo ein Gottesfrieden um die edle Gruppe der Umschlungenen, sich Wiedersehenden ausgegoffen, und in dem Helden und gerechten König der zärtliche Gemahl und Vater zu bewundern war, denn hier im Kreise der Seinen, mit denen der Herr ihn begnadigte, war er glücklich; hier konnte man auf ihn das Wort unserer Weisen anwenden: „Heil dem König, der im Alter glücklich ist." Er unterläßt es nicht hervorzuheben, wie der König nicht nur für die Bildung des Geistes, sondern auch für die des Herzens und Gemüthes Sorge getragen habe. Er sei ein wahrhaft gottesfürchtiger Monarch gewesen. Er habe einen frommen Glauben und einen Gott ergebenen Sinn gehabt; wie ein electrischer Schlag habe seine Andacht die Herzen berührt, als er nach gewonnener Schlacht niedergesunken und auf seinen Knieen dem Himmel für den Sieg jenes großen Tages Wr'M Aimk. mm L-;4S5' ■ : i-Ä Pefsach-Opfer. (Nach einem Holzschnitt von Halb ein.) Pleßner als Prediger und Religionslehrer in B e r - l i n. Beim Ableben Friedrich Wilhelm III., welcher bekanntlich am 7. Juni 1840 gestorben ist, hielt er am 16. Sivan (17. Juni) des genannten Jahres zu Ehren des verewigten, geliebten Monarchen eine glänzende Rede, betitelt: „Zum Denkmal im Tempel des Herrn" (Secharia 14).*) Diese Rede wurde so beifällig ausgenommen, daß sie in kurzer Zeit mehrere Auflagen erlebte. In geistvoller Ausführung und in formvollendeter Weise entwirft er hier ein Charakterbild des Königs als Staatsmann, als Krieger, als Volkssreund und als Familienvater. Besonders tiefgehend war die Wirkung seiner Worte, als er die letzten Lebensjahre des Königs schilderte und das mustergiltige, auch den Juden zum Vorbild dienende Familienleben des Monarchen seinen Hörern vor die Seele führte. Die betreffende Stelle lautet im Auszuge: „Wir begleiten *) Zu haben beim Verfasser/ Neue Friedrichstraße.7<.>. inbrünstig gedankt habe. Er sei nicht bloß ein Herrscher, sondern auch ein Priester auf seinem Throne gewesen, und deshalb habe er sich auf Erden wie im Himmel der Unsterblichkeit zwiefachen Glanz erworben. Als dritte Rede theilen wir diejenige mit, welche Salomon Pleßner, welcher damals Prediger und Religionslehrer in P 0 s e n war, am 19. Ab (4. Aug. 1844) bei der in der großen Posener Synagoge abgehaltenen Dankfeier für die Erhaltung des Königs Friedrich Wilhelm IV. gehalten hat. Sie betitelt sich: „Der lehreiche Moment oder das erhabene Werkzeug in Gottes Händen."*) Nachdem der Redner die ruchlose That des Attenthäters gegen den König, T s ch e ch, beleuchtet und in gebührender Weise gebrandmarkt hatte, führte er aus. daß selbst dieses Verbrechen nur dazu beitragen könne. *)^Posen, gedruckt bei W. Decker u. Cie., König!. Hofbuchdrucker 1844.

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