Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 7 (24.1.1901)
- Date
- 1901-01-24
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2449146-2449154--52514-2503062- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
MWWWWWWWWWWWW WUWWWWWWW'WWMWWWWWWWM' 163 unsere Ehrfurcht vor Gott zu bestärken, indem es den Beweis erbringe, daß auch die Mächtigen dieser Erde in Gottes Hand stehen, und daß es Augenblicke gebe, in denen Gott allein ihr Retter sein könne. Je entsetzlicher jener Gottvergessene seine Liebe als Unterthan, namentlich die einem solchen humanen Regenten gewordene Anhänglichkeit, verletzt habe, zu einer desto innigeren Ergebenheit und Treue, Verehrung und Liebe zu der theueren Person des viel geliebten Landesfürsten muffen wir uns entschließen; so benutzte einst der Prophet Samuel eine fast ähnliche Gelegenheit, die Treue zum Königthum des ersten Königs in Israel und zwar in einer feierlichen und gottesdienstlichen Volksversammlung zu erneuern. So müßten auch die deutschen Juden von Neuem ihrem Landesvater huldigen und zum kindlichen Gehorsam vor seiner Majestät als dem Gesalbten Gottes stch verpflichten. Der Fürst sei ja der Höchste unter den Menschen und der Nächste nach Gott. Eine solche Anhänglichkeit könne aber den Juden um so weniger unseres huldreichen Königs und Landesvaters zu erneuern und Euch heute mit verjüngter Kraft ihm zu Treue, Gehorsam und Diensteifer zu entschließen." Pleßner hat auch in hebräischer und deutscher Sprache mehrere vaterländische Gedichte verfaßt, und es sei mir gestattet, zum Schluffe ein Gebet desselben in deutscher Uebersetzung — gleichfalls anläßlich der Dankfeier für die Errettung des Königs Friedrich Wilhelm IV. im Jahre 1844 — hier auszugsweise wiederzugeben: „Drum drängt' es uns nach Deinem Heiligthume, Zu singen Deiner Gnade Preis und Dank; Die Hymne fliegt empor zu Deinem Ruhme, Zu Deinem Thron der Andacht froher Sang; Denn Jakob auch kann sich des Tages freuen, Der ihm den Vater wiedergab, den treuen. Freut ja auch Israel im Vaterlande Wie and're sich des Schutzes und der Ruh'; Moscheh spricht zum Volk. Nach einem Holzschnitt von Hol dein.) schwer werden, als sie stets in Israel Gang und Gäbe gewesen sei. Habe doch selbst ein nichtjüdischer Schriftsteller*) gesagt: „Gewiß, es hat sich der Jude des Schutzes, den ihm die christlichen Staaten angedeihen lasten, selten unwürdig gezeigt. Er ist ein friedlicher, ruhiger Bürger und betadelt und bekrittelt nicht die Verfaffungen und Einrichtungen des Staates . . . . Treten andere Bedürfniffe für den Staat ein, wo durch Unterstützung ein segensvolles Institut entstehen oder ein Keim des Edlen geweckt oder gepflanzt werden soll, so ist gewiß der Jude der dankbare Bürger, auf dessen Beistand man sicher rechnen kann." Pleßner schloß seine Rede mit den patriotischen Worten: „Suchet daher, meine Brüder, dieses Zeugniß immer mehr zu verdienen und findet namentlich in der Begebenheit, die unserer Feier zu Grunde liegt, einen mächtigen Antrieb, Eure Anhänglichkeit zu der theuren Person Krämer, „Die Juden, ihre gerechten Ansprüche an die christlichen Staaten". SulEÜ, Jahrgang ü, Heft 2. Es löst der Thron ihm seines Druckes Bande Und wendet mild ihm Recht und Gnade zu; Und läßt mit freiem, unbeengtem Schritte Es üben seiner Väter Brauch und Sitte. Drum mögst Du, Herr, auch unser Fleh'n erhören: Ihn uns zu lasten noch so manches Jahr; Und nimmer möge sich ein Wütherich nähern Dem Gott bewachten holden Königspaar! Im Segen, den Du ihm bisher verliehen Laß spät es noch auf seinem Throne blühen! O, möchte nimmer Preußens Haus vergehen! Unendlich sei ihm Deine Huld gewährt! Den Völker-Herrschern mag's zum Muster stehen Und lebe, blühe, bleibe hochgeehrt! Und dau're fort bis in die besseren Zeiten, Der neuen Zukunft fernen Ewigkeiten!