Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 7 (24.1.1901)
- Date
- 1901-01-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Und Streit suchen und renommiren, fluchen, und hochtrabende bombastische Reden führen mit seinem eigenen Schatten? O, du unsichtbarer Geist des Weines! Wenn du noch leinen Namen hast, woran man dich kennt, so laß mich dich Teufel nennen! Daß wir doch /so mit Freude, Schwärmerei, Jubel und Frohlocken uns in Thiere oerwandeln! Ein vernünftiger Mensch sein, und bald darauf ein Narr, und plötzlich gar ein Vieh! Jeder Becher zuviel ist verrucht und sein Inhalt bringt den Teufel (Shakespeare). Der weise königliche Spruchdichter hat manch sinniges Wort über den Wein geschrieben, aber die meisten seiner diesbezüglichen Aussprüche sind eine strenge Verurtheilung für den Trinker. So heißt es: Der Wein ist ein Spötter, starkes Getränk ein Empörer,- wer ihnen sröhnt, wird nie weise werden. (Spr. K. 20,1.) Ein dürftiger Mann ist der Vergnügungssüchtige, wer Wein und Oel liebt, kann nie reich werden. (Das. 21, 17.) Sei nicht unter denen, die Trinkgelage abhalten, die saufen und schwelgen; denn die Schlemmer und Trunkenbolde verarmen und der Schläfrige muß sich in Fetzen kleiden. (Das. 23, 20 und 21.) Diese Sprüche berühren die wirthschaftliche Seite der Trunksucht. Zunächst führt der Trinker ausgelassene Reden; neckt, bespöttelt und bekrittelt alles, sucht dann Streit und Zank, schädigt sich in seiner sozialen Position, vernachlässigt seinen Beruf und verfällt schließlich der Armuth. nx c'a 'Pra) aan' xP :a nrr Pa: -er re:n pn "7 Px ca"' ,x'a er) -rrr xd [an p amx mar armx nana D'jnp: rar xa:a: PPn ’e ,:eP ara 'PPna n :aa:ca nn .<x a ,:*a ar) r,c:i naPn Von ebenso bösem Einfluß ist der Alkohol für die „Hygiene," für den „Geist, wie für den Körper." Wem ist wehe? Wer bat Leiden, wer Streit, wer Klagen, Wunden, und roth und trübe die Augen? Die, welche sich beim Weine verspäten, umhergehen, die Getränke zu kosten. Laß dich nicht nach dem Wein gelüsten, wenn er so schön röthelt im Becher, Augen (Perlen) wirft, und sanft (die Kehle) hinunterschleicht. Denn zuletzt verwundet er wie die Schlange, sticht wie ein Basilisk, dann täuschen dich deine Augen, dein Herz denkt ungereimte Dinge, dir isft als lägest du auf dem Meere (im Taumel wie das Schiff schwankend), als schliefest du auf des Mastbaums Spitze (stets in Gefahr, in die Tiefe zu stürzen.) Man schlägt mich (dich), es schmerzt nicht, man stützt mich (dich), ich fühle nichts, und wenn ich erwache -- suche ich ihn (den Wein) wieder auf. (Das. 23, 29 bis 39.) - - i ' myaÄa: [r' apa amre 'zb e;n aesa -aP mr *aP cma *aP rax -aP vx 'rn xmn Px ,~aaa a:prP c*xaP pn Py anrxaP ,amy nP'Par rrnia :mmx .annaa -Pn-- my eea [m >nr: ,r:renn aam -aP: re: :xr -my ,rr Pa map“ -mPn Pa man: Pan rxaa aa'ra: 4<nn ry na pme ,:e ar) my mrpax prx ppx ne mym Aus diesem Grunde, weil der Alkohol die Gesundheit ruinirt, den Geist trübt und die Willenskraft lähmt, ist das Trinken auch für die Reichen und Begüterten gefährlich, obwohl bei diesen gewissermaßen die wirthschaftlichen Bedenken nicht immer in Betracht kommen. Bon besonders schrecklichen Folgen und von furchtbarer Tragweite aber kann es werden, wenn der sich dem Trünke hingibt, dem die Vorsehung eine suchende Rolle zugewiesen hat. Welch' ein Jammer und Unglück für die Familie, für Recht und Gesetz, für die Ordnung und Ruhe des Staates, wenn ein Familienvater, ivenn Beamten und Richter, Fürst und Regent, dieser Leidenschaft fröhnen! Auch nicht Königen und Herrschern geziemt es, daß sie Wein trinken und Fürsten nicht starkes Getränk. Sie trinken und vergessen die Gesetze und verdrehen das Recht der Armen. (Das. 3), 4 und 9.) ppna rar"! rrr* [a '-er x cmrP: p vr cePaP Px .cm m piae ,x"P ar) ny ma Pa pn n:r”. Eher als diesen, ist es zuweilen angezeigt, dem Berzweiselten einen Trunk zu reichen und dem Betrübten Wein, damit er sein Leid vergesse, seines Unglückes sich ntcht erinnere. (Das. 6 und 7.) xb iPay: irn “ar" “m "ra: naP pi “a'xP -ar *:n .( m -3O zt') my man Was fiir Unheil das Alkohollaster für den Einzelnen. wie rür den Staat in sittlicher und moralischer Beziehung anzurichten vermag, wie es jedes ideale Gefühl erstickt, jede höhere Empfindung lahmlegt, für die erhabenen Ziele der Menschheit den Blick trübt, und blind macht gegen die großen Aufgaben der Ethik — das schildert uns in lebenswahren Zügen die flammende Beredtsamkeit des Propheten Jesaias: Wehe denen, die zeitlich morgens aufstehen, um dem Getränke nachzujagen und bis spät abends vom Weine sich durchglühen lassen; die bei Harfen, Psalter, Pauken und Pfeifen ihre Gelage abhalten, „aber die Werke des Herrn